A Road Trip Into Mediocrity

20130315

in der Vorbereitung für das Game Recap (welcome back) stolperte ich heute über einen Entwurf aus dem November/Dezember.
Es war die erste Partie der Knicks in Brooklyn, in welcher die Knicks trotz Felton-Handicap fast in Overtime gewonnen hätte.
Tags zuvor hatte ich Ray’s Defense gegen die Point Guards dieser Welt kritisiert und angemahnt, dass man über kurz oder lang mit einem Problem zu kämpfen hätte. Felton’s Wurfquote und Entscheidungswahl war ausschlaggebend für die Niederlage gegen den Lokalrivalen.

Sans Melo, Tyson und Amar’e war die Back-to-Back Partie in Portland gestern in einem Abhängigkeitsverhältnis mit Felton, der an den Ort seiner schlimmsten Zeit als Profi zurückkehrte.
Die Travestie New York Knicks schrieb ein weiteres (von euch in den Kommentaren teilweise prognostiziertes) Kapitel – ohne die Leistungsträger war die Mannschaft ansehnlicher, aufopfernder und mit mehr Zusammenhalt und Teamgeist ausgestattet.
Letztendlich jedoch scheiterte die Mannschaft dann jedoch an sich selbst, eigenen Fehlern aber auch den brutalen Umständen.

Zunächst das Positive.

Die Knicks spielten für eine Halbzeit richtig guten Team Basketball, ließen den Ball und den Mann laufen und bewiesen die Art von Engagement und Intensität nach der wir uns seit einiger Zeit sehnen.
Es war in der Tat eine bizarre Situation – ohne die Stars spielte die Mannschaft als Einheit, klatschte miteinander ab, ermutigte sich und bewies, das die einfachen Dinge immer zum Erfolg führen können.

Nach JR Smith’s Kritik gab es gestern niemanden, der sich nicht anstrengte.
Trotz alledem verloren die Short-Handed-Knicks aufgrund alter Symptome.
Natürlich war die Mannschaft irgendwann müde, ein Tribut den die Spieler an den Spielplan zollen mussten. Allerdings gab es dann auch wieder diese Phasen, in denen eine Aufstellung komplett implodierte und strategisch vom Coaching Staff nicht interveniert wurde.

Für Ray Felton, auf den gestern das Hauptaugenmerk gerichtet war, gab es nur zwei Optionen.
Entweder er überdreht nicht, führt die Mannschaft in einer Art und Weise an, die nicht zum Ziel, hat Oregon beweisen zu müssen, dass er es draufhat … oder eben er überdreht, geht in den Hero-Mode und scheitert.

Felton spielte schlecht und ließ sich von der Seite seiner Persönlichkeit verführen, die unbedingt beweisen musste, dass er besser ist als sein Gegner.
Die Knicks spielten dann gut, wenn der Ballvortrag von Prigioni oder Kidd kam und man mittels Pick & Roll die Defense der Blazers auseinander nahm.

Chris Webber kommentierte diese Partie wirklich hervorragend und nannte an den richtigen Stellen auch die Defizite im Spiel der Knicks.
Die Blazers konnten ihre Defense anpassen, New York fehlte das nötige Scoring und die müden Beine taten dann ihr letztes, um in der Defense nicht mehr mit dem Ball Movement mithalten zu können.

Auch wenn diese Partie den dritten Blowout im dritten Spiel markierte, so war es doch eine weit engagiertere Leistung der Spieler.

JR Smith führte die Mannschaft in der richtigen Art und Weise an während die Riege Kenyon, Kurt & Camby überzeugend in der Defense arbeiteten.
Es war eine Abkehr von schlechter Körpersprache und Null-Bock-Mentalität …. in den Momenten, in denen die Stars fehlen …

Kritik habe ich heute auch wieder für Mike Woodson übrig. Dieser zog Felton zwar irgendwann im 2Q aus dem Spiel, allerdings viel zu spät. Sein Gespür für die Partie und den Zustand der Spieler scheint ein komplett anderes zu sein als meines.
Prigioni spielte eine hervorragende Partie, wird in den wichtigen Momenten jedoch ausgewechselt, Copeland – als einziger potenter Schütze von außen (neben JR) – ist ebenfalls nur sporadisch zu sehen.
Ob es am Ende die Erschöpfung war, die diesen Entscheidungen zu Grunde lag, entzieht sich natürlich unserer Kenntnis.

Letztendlich spielten die Knicks ohne ihre Leistungsträger besser, als zuvor erwartet. Die mangelnde Offense und die Müdigkeit, gepaart mit der Tatsache, dass man Lillard nicht halten konnte und vom eigenen Starting PG keine Production bekam, ist allerdings ein Cocktail, den diese Mannschaft nicht verträgt.

Auch wenn die Knicks Nation derzeit nicht viel von Melo hält, ohne ihn werden die Knicks in die unteren Ränge abrutschen und nicht mehr als ein mittelmäßiges Team sein.

Wie schätzt ihr die Tatsache ein, dass die Knicks ohne Anthony weit besser agierten? Zufall, Befreiungsschlag, der Fakt dass andere in die Bresche springen?

Ich freue mich auf eure Kommentare.

März 15th, 2013

15 Responses to “A Road Trip Into Mediocrity”

  1. Arend sagt:

    Meiner Meinung nach hat das nicht unbedingt was mit Melo zu tun. Sie haben mit und ohne Melo mal gut und mal schlecht gespielt. Ich sehe da kein eindeutiges Verhaltensmuster.
    Momentan ist einfach alles scheiße. Aber vor allem sitzen wir jetzt in der Falle mit einem scheiß sturen Coach. Er trägt meiner Meinung nach die größte Verantwortung für diese Misere momentan.



  2. thortsch-mann sagt:

    Prigioni hat mir gestern sehr gut gefallen. Bitte mehr spielen lassen! Bis zum Breakdwon Mitte 2Q. fand ich das Spiel der Knicks hervorragend. Gute Pick und Roll Moves mit Ablüssen von Camb und K-Mart. Gestern hätte ich mir Spielzeit und Punkte von Nowak erhofft. Das wäre wichtig gewesen



  3. Andreas sagt:

    Sie agieren nicht ohne Melo besser. Sie agieren für mein Empfinden auch ohne Stat und TC nicht besser. Sie verstecken sich nur nicht mehr. Weil sie es nicht können. Weil sie allein sind. Und leider wird dabei deutlich das die Qualitaet nicht ausreicht um Spiele zu gewinnen. Auch wenn es zur Zeit egal ist… Was macht Novak 16 min auf dem Feld?? 0/11 !!

    Ich kann das Spiel in Portland nicht so positiv sehen wie Du. Ich sehe eine mutlose und zutiefst verunsicherte Mannschaft die beim kleinsten Anzeichen von Gegenwehr in die Fötushaltung verfällt. Siehe 3tes Viertel. Sie brauchen Hilfe. Und auch wenn es eine Meinung ist die Grandma und ich allein haben sollten… Melo ist es nicht der sie führen kann. TC kann es nicht allein. Ohne Mist, sie brauchen STAT. Das ist meine Meinung. So, wird das nix.



  4. Knickson sagt:

    Ich bin der Meinung, wie schon beim vorherigen Artikel erwähnt, dass wir Melo unbedingt brauchen. Meinetwegen nicht unbedingt als Führungsspieler, sondern vorallem einfach als verlässliche Offensivwaffe, welche in den Hulk Modus wechseln kann. Natürlich kritisiere ich seine gefühlten 23 Sekunden-Iso-plays, aber das nicht momentan nicht vorhandene ball movement ist ein Produkt vieler Spieler, nicht eines einzelnen. Und wir haben in dieser Saison gesehen, dass er in eine ball-movement-offense wunderbar integriert werden kann mit dem Pass aus dem double heraus auf den nicht treffenden Novak oder einfach mit dem Schlusspunkt einer Ballstafette.

    Deshalb nochmals: Ohne Melo sind wir schlechter. Und ich teile da auch ganz klar Andreas‘ „Sie agieren für mein Empfinden auch ohne Stat und TC nicht besser. Sie verstecken sich nur nicht mehr. Weil sie es nicht können. Weil sie allein sind“-Meinung.

    @Andreas: Bezüglich meiner Gefühlseruption beim vorherigen Artikel: Irgendwann haut es auch mir „dä Nuggi use“ (kennt ihr diese Redwendung im achso tollen Berlin? (versteh mich nicht falsch, bin total verliebt in Berlin) , will so viel heissen wie irgendwann habe auch ich die Nase voll. Irgendwann kotzt mich das ganze so an, dass ich mich dazu verleiten lasse alles zu pauschalisieren mit „Das GANZE Team spielt IMMER scheisse“… Eigentlich etwas, dass ich versuche zu unterlassen. Und die Wörter „nie“, „immer“ usw gehören ebenfalls in diese Sparte… Von dem Standpunkt betrachtet ist dein „Gefühleruption“-Vergleich gar nicht so unpassen…



  5. Andreas sagt:

    Talisker. Ich empfehle Talisker. Ein Single Malt Whiskey. Ein Tropfen zum zurücklehnen und entspannen. Warum diese Werbung? Weil wir es nötig haben. Ich habe einen Job, Familie, Training… Eigentlich genug zu tun. Aber… Ich bin auch Fan der New York Knicks. Und ob man es glaubt oder nicht… Das beschäftigt mich derzeit doch sehr. Da hilft eine Droge wie exquisiter Alkohol durchaus weiter. Mir jedenfalls. Und euch auch, da bin ich mir sicher. Und wenn Grandma nach 5 Bier Melo hassen darf… Erlaube ich mir nach 3 Talisker den Coaching Staff in Zweifel zu ziehen. Da hauts mir das nuggi use… Sie haben das Team nicht im Griff. Keinen Zugang, keinen Zugriff. Irgendwas stimmt da nicht.



  6. gerry sagt:

    Melo nur als scoring option??? Klingt ja am Papier wunderbar, ABER er will DER Franchise Player sein und lässt das auch alle anderen Mitspieler spüren (hat auch die Argumente sprich Punkte dafür). Nur er versteht es einfach nicht dass dies allein noch keinen Starspieler ausmacht. Und ein Umdenken bei Melo selbst??? No Way!!

    Er erinnert mich an den alternen Allen Iversen, der bis zum Schluss – und vielleicht auch heute noch – glaubt der Einzige Basketballer auf der Welt zu sein.



  7. gerry sagt:

    Manchmal kommt es mir auch vor, als wollen die Spieler dass Melo gar keine Anspielstationen hat. Auf gut deutsch: „Der will es allein machen, also soll er auch!“



  8. Erol sagt:

    Wichtig ist jetzt die Reg. Season mind. auf Platz 4 zu beenden.
    Da haben wir wenigstens den Heimvorteil und können dann mit viel Glück die erste runde überstehen.
    Wenn dann in den Playoffs alle fit sind, wäre auch die 2. runde machbar.
    Auch wenn im Moment die gezeigten Leistungen nicht die besten sind würde ich unsere Knicks nicht abschreiben.
    Indiana führt nur mit 0.5 spielen haben aber 3 spiele mehr wie wir und Brooklyn liegt mit 1 Spiel hinter uns und hat aber 2 spiele mehr. In der Theorie sieht es eigentlich ganz gut aus, wäre da nur nicht die Verletzungsmisere die uns zu schaffen macht…



  9. Grandma sagt:

    Andreas, du reduzierst mich ja nur auf den melo-hater. Dabei habe ich meine Abneigung gegen den coach auch zum Ausdruck gebracht 🙂 der Spruch mit dem nuggi merk ich mir (lautschrift bitte). Deine whiskey-empfehlung ist auch notiert. Zum Text und den Kommentaren muss ich nix hinzufügen. Fakt .



  10. Theo sagt:

    Ich habe gestern Nacht von folgendem Szenario geträumt :
    Melo ist schwerer verletzt als gedacht und fällt erst mal aus. Wir kommen mit Ach und Krach als vierter in die Playoffs. Amare kommt zurück und nimmt im alleingang die Celtics auseinander :))



  11. Andreas sagt:

    Ist es ein zufriedenstellendes Kompliment das nach dem Clippers L alle ganz mitleideig sagen: „… Mann, die alten Männer haben aber super mitgehalten…!?“

    Das 4te L in Folge. Auch morgen in Utah wird das nix. Der Rest der regular Saeson wird eine einzige Quälerei für uns als Fans.

    Spieler des Tages für mich: Kenyon Martin

    Loser des Tages für mich: JR. Smith, ohne Freiwürfe eine Quote von 4 aus gefühlten 122. Wurfauswahl und Geduld… nicht existent.



  12. Steffen sagt:

    Gegen die Clippers war es gestern, den Umständen entsprechend, ganz ok, was wir gesehen haben. Der große X-Faktor war wieder einmal JR, über den sich Frank Buschmann auf dem Livestream zurecht aufgeregt hat. Ansonsten war die Defense ganz ok, Cope hat gezeigt, dass er weiß, wo der Korb hängt, Novak und Kidd haben Dreier getroffen und irgendwie waren sie immer noch in durchaus möglicher Schlagdistanz (drittes Viertel ausgenommen), auch wenn das Team aus dem Clipperland keine Laufkundschaft ist.



  13. Grandma sagt:

    An miese Spiele müssen wir uns jetzt gewöhnen.



  14. Andreas sagt:

    Grandma wird ab jetzt von Spiel zu Spiel kürzer! Am Ende der Saison wird er Spiele der Knicks nur noch mit „…hmmpf…“ oder „…wrgml…“ kommentieren. Schlecht gelaunt? 🙂 Allet jut?

    Mir gefällt Theo’s Vision von Amare’s Wiederkehr. Ich halte mich daran fest! Hauptsache der Road Trip ist bald vorbei. Mit 5 L hatte ich nicht gerechnet.



  15. Knickson sagt:

    Theo’s Vision halt ich für unseren Untergang… Ohne Melo in die Playoffs?! Und Amare‘ wird wohl eher von Garnett auseinander genommen als umgekehrt!

    Dass wir uns an miese Spiele gewöhnen müssen halt ich für sehr realistisch. Gehen jetzt die nächsten „shitty“ 10 Jahre los??

    da hauts mir eifach dä Nuggi use!



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