Blacked Out

20130507

Zwischen ich in Berlin und ich in Madrid ist folgendes passiert:

Die Knicks verlieren ein hart umkämpftes Spiel 4 in Boston knapp in Overtime trotz der JR Suspendierung und dem plötzlichen Tod von Melos Offense Game. Die Knicks verlieren wenige Tage später auch Spiel 5 trotzdem man kollektiv schwarz trug und JR wieder zurückkam …. allerdings ohne die Leistung, die ihn zum Sixth Man of the Year machte.

In Boston gewinnt man dann Spiel 6 und damit die Serie dank 42 Punkte vom Trio Shumpert – Felton – Pablo. Zwischen Spiel 6 gegen Boston und Spiel 1 gegen Indiana am Sonntag Abend lag lediglich ein Tag. Vergleiche ich die Spielweise der Mannschaft vom Sonntag mit den ersten drei …. sogar vier Spielen der ersten Runde, dann dachte ich zunächst:

Die Knicks waren einfach nicht auf der Höhe

Mittels Nachbearbeitung und anschauen der Spiele muss ich mich allerdings revidieren. Nein, vielmehr spielen die Knicks genauso wie in der Serie gegen Boston, nur ist diesmal eines anders – die Indiana Pacers wird man mit dieser Spielweise und Engagement nicht bezwingen können. Was müssen die Knicks also ändern? Welche Stellschrauben muss Woodson bewegen, um Spiel 2 zu gewinnen?

Es hängt alles vom Engagement, der Einstellung, dem Fokus, allerdings auch der Vorbereitung auf das Spiel ab. Mike Woodson wird in dieser Serie vor eine schwere Probe gestellt. Adaptiert er die Strategie auf die Spielweise des Gegners oder bleibt man seiner Philosophie treu?
Jeff Van Gundy stellt stets die Bedeutung der „Schuster bleib bei deinen Leisten“ Redewendung heraus. Die Knicks hatten großen Erfolg mit ihrem Small Ball Game, speziell in der Offense mit einem Carmelo auf der 4 und einer Menge Platz in der Mitte.
Dies bedeutet nicht, dass die Knicks mit Anthony auf Small Forward und einer Kenyon-Tyson-Kombo unterm Korb erfolgsfrei wären – allerdings war dies nicht die Identität der Mannschaft über die gesamte Saison hinweg. Warum sollte sie nun Erfolg bringen?

Die Knicks müssen zu ihrer Spielweise zurückkehren, was auch bedeutet, dass die beiden Top Scorer Anthony und Smith ihren Rhythmus finden, anstatt erzwingen müssen. Player Movement, Ball Movement und besseres Team Play ist in dieser Serie dringend notwendig, möchte man in die Eastern Finals kommen.

Warum gewannen die Pacers Spiel 1? Wegen eines schlechten Tags der Knicks? Nicht ganz. Indiana ist offensiv nicht eingeschränkt, sie spielen als Team. Sechs Spieler punkteten zweistellig, die Mannschaft kontrolliert den Rebound und spielt ihr Spiel – ein langsames Midrange Game, welches ihnen am Sonntag knapp 50% Wurfquote bescherte. 21 Assists, 19 davon aufgeteilt auf die Starting Five spricht für teamdienliches Spiel.

Die Indiana Pacers waren an diesem Abend das bessere TEAM.

Wie werden die Knicks wieder zu einem Team? Wie können sie das teilweise einseitige Spiel in der Offense beenden? So genial Carmelo Anthony und JR Smith im April waren, so ineffizient sind sie jetzt. Speziell Anthony, der in den letzten 4 Spiel zusammen genommen 35-110 aus dem Feld ist. Am Sonntag waren es 10-28.
Unverständlich, schaut man sich die Leistungen des Supporting Casts an. Ray Felton erzielt in bisher sieben Spielen 17.3 Punkte bei knapp 50% aus dem Feld. Es ist in der Tat das Pick & Roll plus Dribble Penetration, die Boston und auch Indiana knackte.

Diese Spielweise eröffnet Räume gegen die starke Defense der Pacers (Nummer 1 im Bereich Defending the 3) und ermöglicht das Ball Movement. Iman Shumpert trifft in der Postseason 47.8% seiner Distanzwürfe und spielt die beste Defense der Knicks bei durchschnittlich 29 Minuten(!).
Kurzum, Mike Woodson muss einen klaren Weg finden (für sich selbst: Small Ball <> Big Men) und dies der Mannschaft injizieren. Am Sonntag spielte eine Mannschaft mit Identität gegen eine Mannschaft ohne Identität. Damit New York Spiel 2 gewinnen und diese Identität finden kann, müssen die Knicks den Weg über mehr Felton, mehr Ball Movement und schnellerem Spiel finden.
Kontinuierliches Ziehen gegen Hibbert schrie nach Ideenlosigkeit, Melos 28 Versuche wirkten wie Hero Ball und JR Smiths Würfe aus der Distanz (statt ziehen zum Korb) wie eine Ode an den Jahresanfang.

Mike Woodson ist ein Coach, der sein stärkstes Pferd durch Sommer und Winter reitet. Wer also nun nach großartigen Veränderungen schreit, der sollte sich im klaren sein, dass der Coach nicht viel ändern wird. Und auch wenn wir derzeit wieder Bad Melo und Bad JR sehen, so war der Grund, warum beide wieder zu guten Leistungen fanden die Persistenz des Coaches.
New York gibt uns stets ein Preview auf den richtigen Weg, die richtige Spielweise. Immer dann, wenn Felton und Prigioni (oder Kidd) Einfluss auf eine Partie haben, dann gewinnen die Knicks, weil alle anderen Spieler wie an einer Perlenkette gezogen, Leistung bringen.

Mike Woodson muss diese Kontinuität neu installieren. Er muss Smith und Anthony klar machen, dass sie ihre Würfe weiterhin erhalten, nur eben durch Team Play. In den drei Niederlagen der Postseason erlitten die Knicks einen Blackout, vergaßen ihre Identität und ihre Spielweise und Stärken.
Finden die Knicks ihre Identität wieder, haben sie Chancen auf die Eastern Finals – spielen sie weiterhin wie bisher (inklusive der Hälfte aller Spiele aus der ersten Runde), dann wird man an Indiana scheitern.

Mai 7th, 2013

15 Responses to “Blacked Out”

  1. Knickson sagt:

    Er lebt! Er lebt! Er lebt!



  2. Andreas sagt:

    DER ROBERT!!!!!! 😀 Jaaaaaaaa, er lebt noch, er lebt noch… jaaaaaaaa er lebt…

    Was soll man sagen, nach Laufenten, spanischem Rotwein, der Frage was ein Pacer eigentlich ist und einem erfrischendem Ref Bashing… Welcome Back! Schön von Dir zu hören, wie immer gut zu lesen und… jetzt wird alles gut. Cpt Robert ist wieder an Deck. 😀



  3. Se So sagt:

    wir sind 3/0 mit Rob-Previews 😀

    welcome back!



  4. razah sagt:

    „Er lebt! Er lebt! Er lebt!“ 😀 Da fällt mir irgendwie gerade spontan ein Zitat von Mark Twain ein: „Die Gerüchte über meinen Tod sind reichlich übertrieben“ ^^
    Auf jeden Fall Hurrraaa er ist wieder da, jetzt wird alles gut! 😀



  5. Jan sagt:

    He´s back. 😉

    Wieder ein schön zu lesender Artikel, und wie (fast) immer kann ich mich zu 100% anschließen. Woody wird und soll weiter auf Melo & Earl setzen, ohne die beiden kommen wir sowieso nicht weit. Sie müssen „nur“ wieder wenigstens in Normalform kommen damit wir ne Chance haben die Pacers zu schlagen. Die Knackpunkte sind bekannt: aggressivere D, besseres contesten der Würfe von Indy, mehr Pick&Roll mit Ray oder Pablo, wir müssen Tyson wieder in die Offense einbauen! Und auch gerne etwas mehr Cope, er ist mMn momentan der viertbeste 1-1 creator im Team nach Melo, Earl und Ray. Den sollte Woody etwas mehr einbauen, wenigstens 12-13 min. Und in meinen Augen auch vor Novak.

    Zur Frage sich dem Gegner anpassen oder bei seiner Philosophie bleiben: ich würde erstmal bei der eigenen bleiben, aber dann müssen alle 5 besser Rebounden. Das wird sicher der Knackpunkt schlechthin, die Rebounds. Ich lehne mich glaube nicht weit ausm Fenster wenn ich sage das wir Indy wohl nicht schlagen können wenn wir nicht bei den Rebounds wenigstens auf paar sind. Und Rebounding ist Willensfrage, das wissen wir alle.
    Ist das Rebounding zu schlecht muss man dann doch auf big gehen um die boards zu sammeln…

    LETS GO KNICKS!!! PROTECT THE GARDEN!!!



  6. Jan sagt:

    Naja, zur Halbzeit siehts wenigstens so aus als ob wir dieses Spiel gewinnen könnten… 😉



  7. Andreas sagt:

    Jetzt kann ich es euch ja verraten… ICH bin schuld. Wenn man sich auf Spiele nicht vorbereitet, sich nicht einstellt, dann verliert man Spiele. Auch und gerade auf der Couch. Was war passiert? Ich zermarterte mir das Hirn darüber was denn um Gottes Willen ein Pacer ist. Ich kannte dieses unglaublich hässliche Auto, was die Basketballmannschaft anging hatte ich dagegen keine rechte Ahnung. Also hatte ich keinen Talisman, kein Gegenstück wie die Laufente gegen den Celtics Klee. Mein Sohn brachte mich dann gestern darauf. Das Gegenteil von Beschleunigen ist bremsen!! Natürlich! Also bin ich gestern Abend vor der Aufzeichnung des Spiels in die Garage, habe einen Bremsklotz geholt und ihn neben meinen Bildschirm gelegt.

    Heute Morgen dann die Erleuchtung… na bitte. Läuft. Die Bremse hatte Ihren Auftrag erfüllt. 😀 Indiana Pacers vs New York Brakes… 1:1 😀

    Was soll man sagen. Als die Pacers in den 60ern mal kurz die Führung übernahmen war mir wieder schlecht. Aber nur kurz. Ich muss mal unseren Basketball-Fuchs Jan in die Spur schicken um statistisch zu beweisen das New York immer dann gewinnt wenn sie die Paint-Punkte anführen. So gehts. Konzentrierte, ruhige aber konsequente Arbeit. Was für ein Blow Out. Und das Beste… auch gestern gab es einiges zu verbessern. Kidd und TC sind immer noch nicht voll da. Bei Weitem nicht. Winner of the game? Quentin Richardson! 😀 Nee, natürlich eher Melo aber immerhin zwei Dreier in 4 Minuten!

    Ick freu mich! Serie zumindest mal ausgeglichen. Und das zumindest sehr, sehr eindrucksvoll. Respekt. Ick freu mich!



  8. Lence Laroo sagt:

    Ick mir ooch Andreas! 😉

    Hab heut garkeine Lust was zu analysieren, stattdessen poste ich lieber DAS hier 😀

    http://www.youtube.com/watch?v=uirM5sljfO8

    Let’s go Knicks!



  9. Se So sagt:

    herzlich wilkommen in den Playoffs 2013, carmelo!



  10. Andreas sagt:

    @Lence… na wie geil war DER denn?!? 😀

    Komentar von Shaq: „…Holy sh*t, he should ‚ve invited them for dinner first!!“

    Dieses Spiel beweist mal wieder das sie, wenn! sie ihr Potential abrufen jeden schlagen können. Diese mangelnde Konstanz nervt etwas, aber vielleicht holen sie am Samstag ja den Home Court wieder nach Hause. Einen Sweep gibt’s jedenfalls schon mal nicht!



  11. razah sagt:

    Ist das niedlich mit dem Bremsklotz 😀 😀 da muß man erstmal draufkommen, ich glaube ich habe sowas auch in der Garage rumfliegen, für Game 3 liegt der neben dem Fernseher!
    Ein Fallschirm würde auch gehen oder ne nette alte Dame die an der Kasse gaaanz laaangsam ihr Kleingeld aus der Geldbörse fingert, alles Superdinge zum Entschleunigen.:)
    Zum Game will ich auch gar nicht mehr sagen, einfach Klasse. Will nur Shumpert aus der homogenen Masse hervorheben, es erfreut mein Herz den Jungen spielen zu sehen. Defense, Hustle, Dreier er ist wieder angekommen nach der schweren Verletzung und der Putback war echt übel :O der kam echt unerwartet. Lets go Knicks!



  12. Lence Laroo sagt:

    Kein sweep? Also ich sehe uns immer noch vor den Pacers, wie schon vor der Serie. Wenn wir solch eine Defense spielen und unsere Offense im flow und teamdienlich ist wie heute Nacht, dann können wir uns große Hoffnungen machen. Robs Ansicht zur Offense der Pacers teile ich nicht, wer ist denn als konstanter Scorer nach George noch zu nennen? Man hat heute Nacht gesehen, wenn unsere defensiven Rotationen auf Zack sind dann strugglen die Pacers, wie auch gegen die Hawks schon in game 3 und 4. Tyson MUSS sein matchup gegen Hibbert gewinnen, West spielt gegen Melo bisher eine untergeordnete Rolle, George wird von Shump HERAUSRAGEND verteidigt (was für Playoffs bis jetzt <3 ) Stephenson ist bis jetzt so ein wenig der X-Faktor, generiert aber auch zu wenig Offense (zu unkonstant von draußen) Hill wird von Raymond auch blendend verteidigt und Hill kann ihn im PicknRoll nicht stoppen … ich sehe jetzt auch nicht von wo die zusätzliche Offense kommen soll, wenn wir so verteidigen. Ihr Inside-Out Spiel stockt jedenfalls dank unserer Doppelstrategie. Wie gesagt wenn wir unsere Karten richtig ausspielen, dann gewinnen wir diese Serie! Meine Meinung!



  13. Lence Laroo sagt:

    Okay als konstanten Scorer würde ich noch West nennen ;), aber kann im Gegenzug Melo nur schwer zum 3er folgen. Die Folge ist, dass sie fast immer George auf Melo schicken, was weitere missmatches hervorruft.



  14. Andreas sagt:

    @razah… es geht ja auch so ein kleiner Klotz, vom Fahrrad oder so. 😀

    Ich sehe das wie Ihr, lassen wir mal für den Moment das kommentieren und freuen uns einfach mal kräftig über diese sportliche Ohrfeige für das Reggie Miller Comeback im Garden. 😀 Yes.



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