D up!

Defense

Auch ein Tag nach dem desaströsen Auftreten der Knicks in Indiana werden die Ursachen für den rapiden Abfall der Mannschaft in Leistung und Siegen gesucht. Hierbei kann man nicht einfach von einem Mangel an Qualität sprechen, da die Mannschaft in Spielen gegen Miami, Atlanta, New Orleans oder Memphis gezeigt hat, dass sie offensiv und defensiv mit jedem mithalten können.
Heute morgen entschied ich mich, die Partie der Pacers in Boston anzuschauen. Zwar muss man beachten, dass Indiana im zweiten Spiel eines Back-to-Back Stretches ist, die Mannschaft spielte zuletzt jedoch rorationstief, mit einer Menge Selbstvertrauen und sicherer Offense. Die Celtics auf der anderen Seite sind eines der herausragendsten Teams in Sachen Defense, was somit einen guten Kontrast darstellt.

Ein wenig erstaunt war ich demnach schon zu sehen, dass der Gast den gleichen Start erwischte wie schon gegen die Knicks zuvor. Indiana war stark am Brett, gewann die Partie in der Sparte Rebounds und hatte wenig Angst vor den Bigs der Celtics. Bis wenige Minuten vor Ende der ersten Halbzeit gestaltete sich die Partie auch eng. Boston wurde dann jedoch präsenter, kämpfte gegen Hibbert, McRoberts und Hansbrough am Brett und zersetzte das unbekümmerte Selbstvertrauen der Pacers langsam und stetig.
Im zweiten Viertel war es zudem die tiefe Bank der C’s, die Indiana kontinuierlich unter Druck setzte und den Startern Ihre Auszeit gab. Zum Ende des Q2 hatte Boston dann einen 9-0 Run und endete die Halbzeit sehr stark. In der zweiten Halbzeit kamen die Pacers nie wieder zurück ins Spiel.
Zwar verlor Boston den Kampf am Brett, zwang die Pacers jedoch durch Ihre Defensivrotation und starke Verteidigung am Mann in schlechte Würfe. Indiana traf in beiden Partien gegen NY weit über 50% aus dem Feld – gestern waren es unter 38%.

Den Pacers wurde ab Viertel 2 bewusst gemacht, dass sie es mit einer toughen, harten Mannschaft zu tun haben, die einfache Punkte nicht erlaubt. Diese Faktoren fehlen im Spiel der Knickerbockers komplett. Wie Tommy Dee es bereits ansprach, die Knicks flößen keinem Team Respekt ein. Gegen die Knicks darf jeder mal ran und jeder mal eine Karrierenacht haben.
Die Einstellung der Gegner ist somit immer die gleiche. Als Coach würde ich meiner Mannschaft raten, zum Brett zu gehen, den Ball zu passen und mit Energie zu spielen. Der Rest kommt von selbst. Zusätzlich zur defensiven Sollbruchstelle ist die Bank der Knicks derzeit nicht in der Lage, die Starting Five in irgendeiner Form zu unterstützen. Shawne Williams wurde von D’Antoni vorgestern in die Startformation berufen, um die Offense zu stärken (Stichwort Stretch 4). Somit kamen Jeffries, Turiaf, Mason, Douglas und Walker von der Bank. Offensiv schwächer kann eine Bank fast nicht sein. Die Rotation steht derzeit auf wackligen Beinen und scheint längst nicht so tief, wie zunächst gedacht.
Dies zeigt auch die Reaktion Amar’es, wenn er in Foul Trouble gerät. „Bloß nichts weiteres kassieren – ich spiele einfach noch weniger Defense“.

Die offensive Schwäche der Bank ist jedoch keine Erklärung für die Defense. Die Nate Robinson Rule besagt: „Der Coaching Staff gibt die Intensität vor“. Die Celtics spielten teilweise gestern mit 3 neuen Spielern (Troy Murphy, Jeff Green, Arroyo), trotzdem war ein großer Bruch in der Defense nie zu sehen.
Mike D’Antoni ist in einer sehr schwierigen Lage und es ist auch sehr einfach Ihn als Ursache allen Übels auszumachen. Generell hat sich der Coach, in Anbetracht der neu zusammengewürfelten Mannschaft auf eine Taktik versteift: „Stick to your guns“. Bedeutet, keine Experimente, nichts was man die ganze Saison eh nicht gemacht hat. Vertraue auf die Spieler die es umsetzen können und stärke deine Stärken, statt zu versuchen, in allen Bereichen mittelprächtig zu sein.
In gewisser Weise kann ich den Coach verstehen, der zudem ja weiß, wozu die Spieler athletisch in der Lage sind (siehe die Siege in Miami, Atlanta). Für D’Antoni steht die Chemie in der Offense im Vordergrund. Jetzt noch eine defensive Mentalität ins Spiel zu bringen ist (aus seiner Sicht) fast unmöglich. Was muss also geschehen? Müssen die Spieler selbst mehr Herz und Stolz in die Waagschale legen? Natürlich! Denn in der jetzigen Form und Zusammensetzungen scheint der Coaching Staff diese Stellschrauben nicht justieren zu können.

Stick to you guns … dies bedeutet für die Knicks Fans leider leider „Offense wins games“ …

Am Ende noch ein grandioser Kommentar unseres lieben George, für alle die Ihn noch nicht gelesen haben:

Obi-Tom Thibodi: “The Defense is what gives a team its power. It’s an energy field created by all payers. It surrounds us and boosts us. It gives you wins in the play-offs.”

D’an Solo: “Hokey religions and ancient strategies are no match for a good trey at your side, kid.”

März 17th, 2011

7 Responses to “D up!”

  1. Andreas sagt:

    Dan „Thunder Dan“ Majerle hat mal gesagt das man im Big Apple verliert „…weil sie Dir einfach das Herz nehmen. Sie reißen es Dir einfach heraus. Und dann bist du eben nur noch froh das es vorbei ist…“

    Ich habe mir im Verlauf der katastrophalen letzten 10 Jahre zu viele Spiele angesehen bei denen ich mir noch vor der Halbzeit wünschte Patrick Ewing käme und würde sie alle verhauen. Ich hoffte John Starks wäre zurück um Gegner wahnsinnig vor Wut zu machen und der Oaktree definierte vielleicht Härte nochmal völlig neu. Anthony Mason, Mc Daniel, Greg Anthony, Charlie Ward… die Härte eben! 🙂 Ihr ahnt es schon, sie kamen nicht zurück. Kein einziger.

    Jeder Jugendcoach weiß das ein Basketballspiel in der Verteidigung gewonnen wird. Dabei geht es nicht um übertriebene Härte oder ähnliches. Nein, es geht um den zu schuldenden Respekt. Darum, dem Gegner innerhalb kürzester Zeit zu vermitteln dass das hier und heute kein Spaß wird. Das man verdammt noch mal nicht kampflos den Weg frei macht. Das es nicht einen einzigen, verfluchten, einfachen Punkt zu verschenken gibt. Es gab Teams und Spieler, die hätten in der 88 – 98 Ära die Punkte lieber überwiesen, hätten sie den großen, schwarzen „NYK 33er Wingman“ dafür nicht erleben müssen. Der Garden war die Hölle.

    Heute kommen sie alle gern. Grizzlies, Raptors, Pacers und wenn schon sonst nichts mehr geht, Cleveland darf auch noch. Amare und Melo hin oder her, aber da ist was nicht in Ordnung.

    Es wird gestanden und gestaunt, ungeschickte Raumverteidigung für die seltenen Fast Breaks praktiziert, kein echtes Centerkonzept ist zu sehen. Das Brett gehört dem Gegner und damit die einfachen Punkte. Highscore Philosophie ist das eine, Konzeptlosigkeit in der Defense etwas anderes. Ein einziger Rat, nur einer, ich verspreche es…

    MIKE! Hol Dir einen Defense Coach! Du kannst das nicht! Das konntest Du noch nie! Du willst das nicht, ich weiß. Ich sehe es. Aber dann lass Dir helfen!

    „It’s all about heart!“ J. Starks auf die Frage nach dem „Jordan Dunk“.

    Herz. Das war es. Sie hatten Herz. Wie wir wissen, oft genug auch das des Gegners… 🙂 aber sie hatten es. Und das fehlt. Und das nicht nur mir.



  2. Sebastian S. sagt:

    großartiger eintrag Andreas!

    Aber ich weiss garnicht mehr von wem es kommt, „You can’t teach heart!“

    Alles mental, heut zu tage geht es eben nicht mehr darum jemandem zu beweisen, dass er besser ist. Heute geht es darum wer die schönsten Anzüge trägt, wer die dicksten Checks verdient. So kommt es mir zumindest irgendwie vor.

    Wie schön waren diese 90er, ich hab sie leider nicht miterlebt. Ich wünschte mir, ich könnte soetwas nocheinmal erleben.



  3. Sebastian S. sagt:

    PS: Irgendwie möchte ich Larry Brown zurück. Mit diesem Team könnte er Erfolg haben! Leider wird das wohl nicht passieren.



  4. Jan Schaknowski sagt:

    Wieder ein Super Artikel Rob, aber die Show hat dir dann doch Andreas gestohlen. Man könnte es nicht treffender formulieren, du hast meine Gedanken besser formuliert als ich es bisher konnte. Wirklich n Super Statement zum Einrahmen. Gerade die Vergleiche zum Thema Defense und die Parallelen zu den 90ern…

    Bin gespannt auf das Memphis Spiel, habe, was ich sonst nicht mache, heute mal vorher schon geschaut wie sie gespielt haben. Kann ja kein so schlechtes Spiel sein…



  5. Jan II sagt:

    Kann meinen Vorrednern nur beipflichten. Mal wieder stark dein Artikel, aber der Eintrag von Andreas hat es wirklich auf den Punkt gebracht. Und vor allem gestern im Spiel gegen Detroit war dies zu beobachten. Kein Aufbäumen, ständige Diskussionen mit Refs usw. Das waren die ersten Dinge, die ich als Spieler lernte, dass man nie aufgeben sollte und die Schiedsrichter gefälligst ihr Ding machen lassen soll! So langsam bin ich auch kurz davor, mit dem „We want another Coach“-Strom mit zu schwimmen



  6. razah sagt:

    Schöner Artikel Rob und guter Comment von Andreas, ja so haben wir unsere Streetgang Knicks damals geliebt und seine keine Bulls und Suns-Fans geworden. Aber das wurde ja hier schon öfters angesprochen, diese Zeiten sind wohl einfach vorbei. Heute hat jeder jeden lieb in der Liga es wird gemeinsam getwittert, gesimst und geweddingtoasted. Die Knicks machen einen fertig, ich weiß nicht wie oft ich das diese Saison schon gesagt habe. Erst die Douglas-Gala und dann direkt wieder so ein Spieler hinterher in Detroit. Ich glaube ich schaue mir den Rest des März nur noch College an. Hier ein offizieller Link Superqualität und alle Spiele : http://www.ncaa.com/news/basketball-men/2010-12-19/ncaa-march-madness-demand



  7. Sebastian S. sagt:

    ich studiere auch schon einige prospects.

    kemba walker NY Native!! 🙂



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