Das Ex-Freundin Syndrom

Das so genannte Ex-Freundin Syndrom beschreibt die veränderte Wahrnehmung gegenüber einer Person (eben der ehemaligen Freundin) nach der Trennung, beeinflusst durch die Tatsache, dass Diese nicht nur einen neuen Lebensabschnitt begonnen sondern eine – für Sie – positive Wandlung (äußerlicher Natur) vollzogen hat und somit ein Gefühl der Reue gegenüber der Entscheidung (=Trennung) entstehen lässt.

Im schlimmsten Fall stiehlt die Ex-Freundin der neuen Freundin – sprichwörtlich – die Show, was die empfundene Reue und damit verbundenen Zweifel nur noch schürt.

Als Jordan Hill Anfang des zweiten Viertels aufs Parkett schlich, betete ich, dass er eine ähnliche Leistung abliefern würde, wie er es in den wenigen Einsätzen als Knickerbocker tat. Als ich Mitte des zweiten Viertels (lauthals) feststellte, dass ein Erfolg des Knicks stark von der geographischen Verbannung Chris Duhons abhing, hoffte ich, dass dies Mike D’Antoni auch so sieht.
Als Jared Jeffries Anfang des vierten Viertels sein Debut in dieser Partie feierte, hatte ich bereits ein leichtes Brennen und Stechen in der Magengegend.

12 Spielminuten später verzeichnete Jordan Hills Statistikbogen 13 Punkte, 5 Rebounds & 3 Assists, Chris Duhon hatte 18 Minuten Einsatzzeit und Jared Jeffries entschied mit seinen drei forcierten Offensivfouls die Partie. Da spielte es dann auch keine Rolle mehr, dass Gallo – so gut wie er in der Offense auch war – defensiv auf Aaron Brooks angesetzt und von diesem getoastet wurde.

Die Partie war surreal, weil Sie nicht den gewohnten Gesetzen der Knicks-Dimension folgte. Keine Reboundunterlegenheit, ein sehr guter Start und selektive Würfe – dazu Tracy McGrady, der gegen sein altes Team (sichtbar) Revanche suchte und eine schwache Starting Five der Rockets.

Bis das Ex-Freundin Syndrom zuschlug (in Form von Jeffries und Hill) und die Knicks wegen Ihrer Schlafwagen-Defense übel bestrafte. Gegen kein anderes Team ist Chase Budinger in der Lage, 6 Fast-Break Punkte zu erzielen. Keine andere Mannschaft lässt in einem Viertel 45(!) Punkte zu und schläft im entscheidenden vierten Viertel wiederholt(!) in der Transition Defense.

Toney Douglas und David Lee spielten eine hervorragende Partie während Gallo erneut (offensiv) überzeugen konnte. Positiv gesehen konnte New York lang mithalten und hatte die Chance auf einen Sieg. Toney Douglas wird aus seinen Fehlern aus dem vierten Viertel lernen und die Mentalität, das Spiel entscheiden zu wollen positiv umwandeln können.

Viel negativer als der Breakdown im letzten Viertel fiel mir das Verhalten von Mike D’Antoni auf. Dieser äußerte sich über Jordan Hill recht abfällig. Ich stelle mir die Frage: „Muss das sein?“ – kann man nicht einfach bei den Fakten bleiben? D’Antoni’s Aussage unterstreicht erneut die Einstellung des Trainers – es gibt Spieler die in sein Konzept passen und eben die anderen. Selbst bei Toney Douglas ist MDA „Überrascht von dessen Leistung“ … wirklich?? … ist man als Head Coach wirklich von der Leistung eines eigenen Spielers dermaßen überrascht?
Ich habe es immer gesagt und werde es weiterhin tun – D’Antoni hat bei mir Kredit bis Januar 2011. Viele Anzeichen weisen jedoch auf einen Charakterzug hin, den ich nicht gerade als positiv erachte. Spieler sollte man nie übermäßig in Schutz nehmen, bzw. Sie behutsam anfassen. Denoch sollte man mit Ihnen kommunizieren.
Jordan Hill ist das neueste Mitglied auf der Liste – Harrington wird im Sommer definitiv in der Post zu finden sein – Überschrift „D’Antoni cannot communicate“ … Behält der Coach mit seiner Philosophie Recht ist alles gut – die derzeitige Situation und Vorkommnisse lassen jedoch Zweifel entstehen.

März 22nd, 2010

2 Responses to “Das Ex-Freundin Syndrom”

  1. Emre sagt:

    Hast alles soweit richtig und vor allem gut erfasst! Bei Mike D’Antoni muss ehrlich sagen, dass bei mir erhebliche Zweifel an seinen Fähigkeiten entstehen mit Spielern und Persönlichkeiten umzugehen! Mal im Auge behalten, denn es gibt bestimmte sehr viele fähige, erfolgshungrige Coaches da draußen, die nach New York wollen…



  2. Jan Schaknowski sagt:

    Also ich muss sagen wenn man sich das Interview komplett anhört oder durchliest,

    http://www.nypost.com/p/sports/knicks/pipe_down_hill_5PjmtNAJwqEQI0OTi0W6wO

    dann kommt Jordan doch gar nicht so schlecht weg. Sicher hört sich die folgende Zeile einzeln hart an (auf die Frage ob er ungern Rookies spielen lässt):
    „Where does that come from?“ D’Antoni said. „Seriously. It’s something that cracks me up. I don’t play rookies? I don’t like to play bad rookies.“
    Aber das bezieht er ja nicht direkt auf Jordan sondern generell auf alle Rookies. Außerdem sagt er ja auch am Ende:
    „I do like Jordan. I think he’ll be a nice player in the league. But that’s as far as it goes. For the record, I do like rookies. I like good rookies.“

    Aber Grundsätzlich habt ihr mit eurer Meinung schon recht das MDA an seiner Kommunikation mit manchen Spielern arbeiten muss. Es kann nicht sein das Ex-Knicks immer wieder darüber klagen das Mike nicht mit ihnen gesprochen hätte.

    Das Jared am Ende die entscheidenden Charges zieht (@Rob: ich glaub es waren sogar vier) passt ins aktuelle Bild, schade für Toney, ich hoffe er lernt draus. Rookies muss man solche Fehler zugestehen.

    Etwas traurig bin ich natürlich über die Verletzung von J Bender, das hörte sich schon fast nach zweitem Kariereende an:
    Jonathan Bender, who will have season-ending surgery on his broken left ring finger today, sounded like he might call it a career again.
    „I feel my comeback was done,“ Bender said. „I came back. That’s what I set out to do all last summer. I made it happen. I made it back on the court. Where it goes from there, I’m not too worried about.“ )
    Er hätte in den letzten Spielen bestimmt noch einige Minuten bekommen. Der soll mal komplett genesen und nächstes Jahr wiederkommen!

    Freu mich auf Melo…



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