Ein mal „Endzeitstimmung auf allen Kanälen“ zum mitnehmen bitte …

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Glauben wir unserem Umfeld und unserer Umwelt, dann sind wir alle bald ziemlich fällig. Die Frage ist lediglich „wie“, nicht „ob“. Der Sommer 2011 ist eine Farce, die nordamerikanische Basketballliga NBA geht derzeit im Streit um das liebe Geld in Flammen auf, die Weltwirtschaft geht gleich mit und diverse, aktuelle TV Shows prognostizieren uns eine schreckliche Zukunft, die entweder schlecht gelaunte Aliens oder ein biblisches Wunder parat hält.

Ob dies alles auch im Kalender der Maya steht? Dieser sieht nämlich vor, dass im Jahr 2012 die Erde dem Untergang geweiht ist, genauer gesagt am 21.12. …. gerade früh genug um seine eigenen Weihnachtsgeschenke zu verpassen und spät genug um die zu verschenkenden bereits gekauft zu haben.
Während Filmemacher und Verschwörungstheoretiker dieses Datum für Ihre Zwecke missbrauchen, beschwichtigen Wissenschaftler und Maya-Nachfahren jedoch bereits und mahnen vor einer erneuten Fehlinterpretation.

Lässt man die paranoide Seite seines Ichs mal zu Wort kommen, dann könnte man sich aber schneller in den nahenden Weltuntergang reinreden, als in Anne Hathaway als Catwoman (siehe selbst … ):

Die USA ist pleite (*breaking news*), ich habe im Monat Juli schon mehr Regen gesehen als in meinen 27 mal Blade Runner gucken zusammen und Film/Fernsehen zeigt mir schon mal wie es ist wenn Chicago von Decepticons zerstört, die gesamte Erde von Aliens als neues Wohnzimmer genutzt wird bzw. wie zivil unsere Gesellschaft bleibt, wenn Menschen nicht mehr sterben können.

Suma summarum macht unsere Welt wie wir sie kennen also einen 4th Quarter LeBron James. Sollte ich angesichts dieser eindimensionalen Beeinflussung also weiterhin meiner Vorliebe an TV Serien und Kino Blockbustern frönen? Ja, natürlich! Denn was derzeit in den (blanken) USA auf den TV Sendern läuft ist teilweise grandios.

Vor einigen Wochen entschied ich mich der neuen Science Fiction Serie Falling Skies eine Chance zu geben. Die Show von Erfolgsmacher Steven Spielberg wirbt mit einer sehr realistischen Zeichnung einer Realität, in der Aliens unseren lieben Planeten überfallen und uns platt gemacht haben.
Anders als in anderen Serien beginnt der Handlungsstrang jedoch nicht mit der Ankunft, sondern mit der Zeit nach der (wie es scheint schnell ausdiskutierten) Auseinandersetzung zwischen Mensch und Alien.
Ähnlich unmonumental gestaltet sich auch das Umfeld, in welchem sich die Charaktere der Serie befinden – Massachusets, rund um Boston. In diesem Areal kämpft eine kleine Gruppe von Überlebenden um … das Überleben. Die Serie wartet mit einigen wenigen bekannten Schauspielern auf. Star der Show ist Noah Wyle (bekannt aus Emergency Room) in der Rolle als Geschichtsprofessor Tom Mason. Einigen Zuschauern wird dann noch Moon Bloodgood bekannt vorkommen, sowie Will Patton als knochiger Anführer der Gruppe. Neben diesen Schauspielern featured die Serie allerdings etliche unbekanntere, junge Schauspieler, die Ihren Job sehr gut machen und helfen, in die Atmosphäre einzutauchen.

Was mir zunächst sehr positiv auffiel ist der Grad an Realismus, mit der Falling Skies die zerstörte Welt skizziert. Die Farben sind eher matt und grau, man sieht den Charakteren Ihre Strapazen an und der allgemeine Charakter der Serie kann gut als genaues Gegenteil zu CSI: Miami definiert werden.
Wer in der Serie – gerade wegen der hohen Screentime für Waffen – auf Action und Scharmützel hofft, wird unter Umständen ein wenig enttäuscht. Steven Spielberg kann man ja mit vielem in Verbindung bringen, allerdings eher weniger mit exzessiven Schlacht- und Kriegsszenen.
Man merkt dem Handlungsstrang an, dass der Erschaffer die Charaktere und Ihre Schicksale im Vordergrund sieht. Familien, Beziehungen zwischen den Menschen, Dramen und moralische Prüfungen prägen jede einzelne Folge.

Trotz der Fokussierung auf die Handlung und Dialoge geizt die Serie nicht mit Spannung. Jede Folge der ersten Staffel enthüllt mindestens ein Geheimnis bzw. eine Information, die dem Zuschauer bis dato schmerzlich fehlte. Hierbei erfährt man nicht nur mehr über die willkürlich zusammengewürfelte Gruppe an Überlebenden (genannt Second Massachusets), sondern auch über die ungebetenen Gäste selbst.
Was die Serie in meinen Augen besonders auszeichnet ist die Bereitschaft, mit der die Handlung vorangetrieben wird. Gleich zu Beginn sieht man die Aliens (Skitters) und Ihre Technologie in Aktion – nicht wie in anderen Serien, in denen die Erscheinung der „Besucher“ als Opfergabe des Spannungsbogens dient. Der Zuschauer weiß sofort woran man ist.
Auch die Charaktere selbst kommunizieren untereinander. Der erste Teil der Staffel 1 handelt größtenteils von Tom Mason’s mittlerem der drei Söhne, Ben. Dieser wurde, wie viele andere Kinder auch, von den Skitters gefangen genommen und via Symbiont im Nacken zu willenlosem Gefolge befördert.
Die 2nd Mass Gruppe schafft es innerhalb der Staffel, Ben zu befreien und ihn zu de-zombifizieren. Trotz seiner Trennung vom Symbionten bleiben gewisse Einflüsse zurück.
in anderen Serien hätte der junge Ben diese Einflüsse für sich behalten und den Zuschauer mit seiner Verschwiegenheit in den Wahnsinn getrieben. Nicht so Falling Skies, was einen eher realistischen und logischen Ansatz verfolgt.

Trotz dieser Eigenschaften fesselt einen die Show recht schnell und TNT hat einer Staffel 2 bereits jetzt zugesagt. Spielberg schafft es, die doch eher geradlinige Story zu vertiefen. Es geht in den ersten 10 Folgen der 1. Staffel nicht nur um den Freiheitskampf und das Übeleben, sondern auch um die Beweggründe der Aggressoren und Ihrer Taten wie dem Einfangen aller Kinder. Das Eintauchen in die Tiefe dieser Vorgänge enthüllt weitere Geheimnisse, die ihrerseits vollkommen neue Gedanken und Fragen im Kopf des Zuschauers entfachen.

Falling Skies ist weder Krieg der Welten, noch Independence Day. Die Serie wirkt fast wie eine Dokumentation über unsere Zivilisation im Falle einer Invasion aus dem All. Man lernt Alltagsmenschen kennen – egal ob jung oder alt – und ertappt sich oft selbst bei der Frage: „Wie würde ich reagieren?“ Findet man sich eher in Tom Mason, seinem ältesten Sohn und Beau der Truppe Hal Mason wieder, oder sympathisiert man mit dem charismatischen und wirklich schlagfertigen Outlaw John Pope. Anhand dieser Aufzählung kann man schon erkennen, dass die Personen gegensätzlicher nicht sein könnten. Jeder Mensch folgt seinem Weg, seiner Überzeugung und seiner Art, mit dieser Katastrophe umzugehen. Und trotz der typischen, nicht wegzudenkenden Art der Amerikaner bricht die Serie auch mit vielen Tabu’s, wie etwa dem Einsatz von Jugendlichen im Kampf gegen die Skitters.

Aufgrund seines realistischen Ansatzes und dem fiesen Cliffhanger am Ende der Staffel 1, ist Falling Skies ein absoluter Keeper und „Wanna see more“ – Kandidat! Die ersten zehn Folgen beinhalteten eine Menge Stoff, spielten jedoch ausschließlich in einem Gebiet um die Stadt Boston ab. Wenn man sich nun ausmahlt, wie viel Raum der Show noch bleibt, zu expandieren.
Was ist in den anderen Gebieten los? Gibt es mehr Widerstandsgruppen in den USA? Und was spielt sich weltweit ab? Die Pause lässt uns zurück mit vielen Phantastereien und Überlegungen – eine Facette, die ich an einer Serie sehr schätze!

In eine ähnliche Kategorie – wenn auch komplett anders – fällt der zweite Seriencrush, den ich entwickelt habe und auf den Namen Torchwood hört. Mehr zu dieser Serie und ihrer ganz anderen Schreckensvision im zweiten Teil meiner Kolumne …

August 10th, 2011

4 Responses to “Ein mal „Endzeitstimmung auf allen Kanälen“ zum mitnehmen bitte …”

  1. Juicy-Fruit sagt:

    Du hast recht, es ist eine geile Serie und ich kann es kaum erwarten die zweite Staffel zu sehen…
    Achja es wurden doch in der Serie bereits Widerstandsgruppen in Städten wie z.B. LA genannt…

    Aber bald kommt eh die zweite Staffel einer noch besseren Serie, The Walking Dead, wenn du die bis jetzt noch nicht gesehen hast, solltest du es unbedingt nachholen…



  2. Jan Schaknowski sagt:

    ..hab noch nichts gelesen, nur die Überschrift, aber genau das Thema iss grad auf Fritz im blue moon…



  3. Jan Schaknowski sagt:

    …ok, nachdem ichs gelesen habe – die Themen überschneiden sich nur minimal mit Fritz…



  4. Robert sagt:

    The Walking Dead …. ich habe bereits mit kokettiert und glaube deine Empfehlung wird mich endgültig hinreißen!



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