Game Recap: Celtics @ Knicks

BOS @ NY

Boston Celtics (96) – New York Knickerbockers (86)

Der trainierte Blick auf die Statistiken dieser Partie verrät diesmal so wenig. Die wahre Erkenntnis erlangt man nur, wenn man dieses Spiel gesehen hat, von der ersten bis zur 48. Minute. Nach den Partien in Detroit und Milwaukee befürchtete ein Teil der Knicks Anhängerschaft angesichts des gestrigen Gegners schon die Apokalypse. Andere wiederum waren sich sicher, dass eine andere New Yorker Mannschaft auftauchen würde.
Folgende Statistik könnte da ausschlaggebend für sein – die Knicks haben einen 6-2 Record gegen .500 or better Teams, sind jedoch nur 1-6 gegen die sub .500 Teams. Diese Tatsache beflügelte also die Spekulation über die Good Face Knicks.

Der Box Score beweist den 14 Punkte Vorsprung der Bockers zur Halbzeit gegen die Boston Celtics, eine Mannschaft, die selbst gerade in der Transformation steckt und Spiele gegen die Clippers, 76ers und Nets abgegeben hat. Gegen diese Celtics spielten die Knicks mit (einem in den letzten beiden Spielen vermissten) Feuer.
Der Feuermacher war in diesem Fall Ronny Turiaf, neuester Kandidat der Mike D’Antoni Wechselshow. Was sagen Turiafs Stats von 11 Punkten, 4 Blocks, 2 Rebounds, 2 Assists und 1 Steal denn schon aus? Sagen Sie aus, dass mit Ihm auf dem Feld New York mit Kampfgeist nur so vollgestopft war? Oder sagt seine Statline aus, dass er im entscheidenden 4. Viertel fast nicht mehr eingesetzt wurde?

Auch wenn die Knicks Ihren großen Vorsprung gegen eine Lineup bestehend aus Arroyo, West, Green, Murphy und Glen Davis erspielten, es war immerhin schön zu sehen, dass sie in einem gewissen Spielfluss waren, den Bällen nachgingen und die Celtics in der Offense teilweise in Schach hielten.
Der erneute mathematische Blick auf den Box Score macht einem dann klar, dass die Knicks das Spiel in der zweiten Halbzeit verloren haben und eine Punktedifferenz von -24 kassierten. Erneut wird einem aber nur bewusst, was da gestern ablief, wenn man zugeschaut hat. In der ersten Halbzeit erarbeitete sich New York die Punkte durch Energie und Engagement, zum großen Teil auch in der Defense. Die eher passive Haltung Boston’s in Hälfte 1 schien jedoch nach der Pause auf die Bockers umgesprungen zu sein. Die Art, wie sich die Celtics wieder zurück in dieses kämpften, wie sie verteidigten, eng am Mann waren, die Passwege erschwerten, nach jedem Ball tauchten und auf Paul Pierce’s Schultern zum Sieg ritten ist Championship like.
Boston sog die Playoff ähnliche Atmosphäre in sich auf, akzeptierte die Herausforderung und spielte wie Boston eben spielt. Es waren die „Old Three“, die diesen Sieg holten. Garnett ließ Stoudemire nicht mehr stattfinden, Pierce zwang Melo in schlechte Entscheidungen, Ray Allen ließ sich auch von seinem eigenen Blut nicht stoppen und ach ja …. Rajon Rondo dirigierte alles.

Es war erschreckend zu sehen, wie die Celtics in der Lage waren, zwei Gänge hoch zu schalten und im gleichen Atemzug das New Yorker Lichtlein auszupusten. Als es im vierten Viertel wieder eng wurde, schoss mir folgender Gedanke durch den Kopf:

„Dies sind Spiele, in denen man zum Helden werden kann!“

Ich wartete sehnlichst darauf, dass Stoudemire, Anthony und Billups den Barney Stinson machen, „CHALLENGE ACCEPTED“ rufen und diese Partie nach Hause holen. Ich hoffte auch noch drauf, als Melo blutend am Boden lag, schnell jedoch wieder zurückkehrte.
Clyde Frazier’s Kommentar zur zahnlosen Offense in den letzten Minuten dieser Partie zogen mir jedoch selbigen. Mike D’Antoni betitelte die Leistung als „panisch“. In gewisser Weise hat er da recht. New York wirkte wie ein Haufen Hühner, weg war die Energie, die Aggressivität und die Entschlussfreudigkeit.

War diese Niederlage ein Produkt schlechter New Yorker Leistung oder guter Bostoner Leistung?

„Doc thought we were soft,“ Kevin Garnett said. „He thought our play was soft, he thought everything we were doing was soft and we weren’t the Cs.“

………

„We know that the Celtics are a team that plays very physical, that gives their body up for each other,“ center Ronny Turiaf said. „So you know you have to match up their intensity.“

Beide Statements hatten leider nur eine Lebensdauer von einer Halbzeit.

März 22nd, 2011

7 Responses to “Game Recap: Celtics @ Knicks”

  1. Sebastian S. sagt:

    Ich verstehe einfach nicht wieso diese Intesität in Spielen wie gegen Indiana, Detroit, etc. nicht statt finden kann? So etwas geht nicht in meinen Kopf! Wir sind zum größten Teil alle selber Basketballer.
    Man hat doch auf dem Feld seinen Stolz, als individuum und auch als Team oder sehe ich das falsch? Und was Mike da mit seiner Wechselpolitik abzieht ist ein absoluter Witz. Mike mag zwar ein Offesives Genie sein, aber von dem Rest hat er 0-Ahnung. Im moment bestätigt er das in jedem Spiel mehr. Das einzige was ich ihm wirklich anrechne ist Shawne Williams.

    Ich kann mich noch an Mike erinnern, der sagte:“As long we are not jelling, we have to win games over effort and intesity!“. Wieso denn nur gegen Contender? Warum nicht mal mit Effort Milwaukee oder Indiana mit 20+ schlagen? Ich verstehe es einfach nicht, ich geb auf dem Feld immer alles was ich habe -.-

    Mir ist klar, dass man keine keine 82 Spiele Playoffintesität bringen kann, dass ist körperlich nicht drin, vor allem bei einem Schedule wie unserem März. Aber trotzdem, es darf einfach nicht sein gegen Cleveland, Detroit und wie sie alle heissen.

    Und in meinen Augen hat das nichts damit zu tun das wir nicht das Talent haben oder Mike’s System nicht verstehen. Das ist mieses Coaching und eine absolut -sorry- BESCHISSENE Einstellung. Das ist nicht zu akzeptieren, vor allem nach dem die Tickets fast 50% teurer geworden sind.

    Sicher hast du recht mit Melo. Er hat es über Jahre bewisen und deswegen bin ich so enttäuscht! Ich sage mal Basketball ist zu midnestens 70 % auch mental, gehst du ins Spiel mit vollem Selbstvertrauen, du weisst ich bin der beste Spieler der hier heute Abend auf dem Feld steht, ist alles einfacher. Wenn du aber von den Medien und Fans zerfleischt wirst, weil du statistisch gesehen deinem Team weniger bringst als die Jungs die für dich getradet wurden, dann ist es ziemlich schwer da wieder raus zu kommen. Ich war selber in solchen Situationen, ich hab in vielen Vereinen auf relativ hohem niveau gespielt. Daher denke ich, kann ich Melo’s Situation sehr gut nachvollziehen.

    Und um da raus zukommen, muss Melo mal alles nach hinten stellen. Das System, Stat, die Medien. Einfach ein Spiel übernehmen so wie er es ständig in Denver gemacht hat. Er darf nicht mit der Einstellung rangehen: „Oh heute muss ich Landry mehr würfe abgeben.“, oder solche Geschichten. Wir brauchen den Denver-Melo, sonst sieht es zumindest für diese Saison ganz schlecht aus. Und wenn wir so weiterverlieren sind noch nichtmal die Playoffs sicher… und das wäre ja wohl die Schlagzeile überhaupt.

    Ich hab die Schnauze voll, es wird Zeit das die Knicks sich zusammenreißen.



  2. Andreas sagt:

    Das ist so richtig das es weh tut! So weh wie die Tatsache das Knicks mit einer ähnlichen Partie alles „weg gemacht“ hätten was in den letzten Wochen sub 500 Niederlage gewesen ist. Gegen Boston kann man verlieren das verstehe ich, aber warum nur gegen Top Teams gearbeitet wird…?



  3. Thomas sagt:

    Meinem Frust hab ich ja schon gestern direkt nach dem Spiel im vorherigen Artikel rausgelassen! Gegen Boston darf man schonmal verlieren, es ist allerdings wirklich schade, dass man soweit so gut spielt und dann am Ende einfach alles gegen die Wand fährt.

    Und von der Intensität, dem Feuer, dem Einsatzwillen etc pp. muss ich ja nicht mehr reden. Davon war ich gestern richtig begeistert und 3 Viertel lang mal wieder richtig gut gelaunt und hatte wirklich Spaß am Spiel. Mein Frust kam eigentlich nicht durch die Niederlage oder das Untergehen am Ende, sondern der von euch schon erwähnten Tatsache, dass man diese Intensität, die mir soviel Spaß bereitet hat anzusehen nicht in anderen Spielen gezeigt wird.

    Ich muss da gerade iwie an Chris Bosh denken (der in meiner Sympathie momentan irgendwo zwischen Klausurphase und Seminararbeit steht) und sein rümliches Zitat „He wants to work, we wanna chill“ (he = Coach Spoelstra). Da hab musste ich mir wirklich an den Kopf fassen.. irgendwie, habe ich aber den Eindruck er ist da nicht der einzige, der so denkt..

    So, genug aufgeregt! Jetzt weiß ich auch, was du mit Selbsthilfegruppe meintest Rob 😉
    Hallo, mein Name ist Thomas und ich bin Knicks-Fan!

    Morgen geht es gegen Orlando, mal sehen was die Intensität dann sagt.



  4. Thomas sagt:

    Ach und auf die Wechselpolitik hab ich so gar nicht geachtet bzw. im Speziellen, dass Turiaf gegen Ende nicht mehr gespielt hat. Das erklärt jedenfalls einiges.. ich habe mich wirklich so sehr über Turiaf gefreut in der ersten Halbzeit, bis dato war er mein persönlicher Matchwinner.

    Was er für eine Energie ins Spiel gebracht hat, einfach typisch in seiner Duracell-Hasen Art! Richtig spitze! Ich hoffe von Ronny sieht man ab jetzt was mehr.



  5. Sebastian S. sagt:

    Das Problem bei Ronny ist, das er des öfteren mal „Banged up“ ist, eben auf Grund seiner Spielweise. Zumindest hat es den Anschcein. Ansonsten ist das ganz klar ein weiterer Coachingfehler.

    Ronny hätte würze rein gebracht und für 2nd chance points gesorgt im 4., bin ich von überzeugt.

    Tja… Wenn nur alle die hälfte von Ronny wären, ätten wir kein Effort-problem (Das Celtic-Spiel mal außen vor) 😀



  6. George sagt:

    Wenn ich bei mir derzeit nach Begeisterung suche, taucht immer wieder ein „404 – file not found“ Fehler auf. Kann mir jemand helfen?



  7. Knickson sagt:

    @George: Klicke okay und schau Dir die DVD’s der 90er an. Oder werde Bulls Fan. Ah, und schau dir dann auch die DVD’s der 90er an 😉

    Ansonsten, an alle Knickerbockers auf dieser Website: Abwarten und Bier trinken. Kommt schon gut. Der Denver Melo wird bald wütend (was einen typischen Hulk-Kobe Effekt hätte), die Intensität bekommen wir in den Playoffs, Billups wird die Rondos und Roses in den Playoffs zu College Cheerleaderinnen degradieren und die Halle der Heat fängt Feuer, wenn unsere Nummer 1 LeBron und D-Wade wie unerfahrene Schulmädchen vom Kirchgemeindeinternat aussehen lässt.

    Ob wie die Playoffs erreichen müssen wir nicht mehr diskutieren. Nur die typische Knicks-Hysterie der letzen Jahre setzt uns solche Angst Szenarien in den Kopf. Klar sind viele Spiele momentan beschissen, aber warten wir mit unserem Urteil bis nach den Playoffs. Die Eingespieltheit sollte dann ebenfalls kein Thema mehr sein.

    Geduld, meine Freunde, Geduld. (ich fühl mich gerade wie der bedachte, weise Gandalf…)



Leave a Reply