Game Recap: Knicks @ Bucks

NY @ MIL

New York Knickerbockers (95) – Milwaukee Bucks (100)

Was haben Probleme und Schnecken gemeinsam? Beide können sich aus kompletter Singularität eigenständig vermehren. Zunächst beklagte man die mangelnde Defense, kurze Zeit später zeigte man mit dem Finger auf den fehlenden Rhythmus in der Offense. Dies potenzierte sich zu einem Problem, die Neuen zu integrieren und gerade eben ergab eine Infratest Dimap Umfrage unter allen Knicks Fans, dass sich 71% beim Sprung vom Carmelo Anthony Bandwagon das Knie verknackst haben.
Der Abwärtstrend der ‚Bockers geht munter weiter und böse Menschen funktionieren den Marketing Spruch „The Knicks are back“ schon um in „The Knicks are back … to under .500“.

Das ist grad alles nicht schön was passiert. Es ist zudem auch recht verwirrend – nicht nur für die Zuschauer wie es scheint, sondern auch für die direkten Protagonisten. Die neuen Knicks und das alte System harmonisieren derzeit in etwa so gut wie Charlie Sheen und Abstinenzjahr. Eine längst geglaubte Chemie ist noch immer nicht gefunden und Head Coach Mike D’Antoni besitzt den selben Beliebtheitswert wie der Antichrist.
Gegen die Milwaukee Bucks fand die Mannschaft erneut eine neue Art, ein Spiel zu verlieren. Diesmal hieß die Hauptstory: „Wir machen einfach nur 9 Punkte im 1. Viertel und versuchen dann, über die verbleibenden 3 den 20 Punkte Vorsprung wieder aufzuholen“.
Hierbei kann man den Coaching Staff zur Abwechslung mal nicht beschimpfen, waren es die Spieler selbst, die sich anstellten wie jene Väter, die Ihre Söhne immer vom Training abholen und in der Wartezeit übermütig aus 5 Metern auf den Korb ballern, obwohl sie noch nie einen Basketball in der Hand hatten – New York Brickerbockers at its best.
Man kann D’Antoni und Co. auch nicht vorwerfen, dass die Knicks mal wieder gegen eine Mannschaft verloren, die Energy Guys wie Mbah a Moute in ihren Reihen hat. Dafür sind die Spieler verantwortlich.

Wofür man die Coaches allerdings verurteilen kann sind folgende Dinge:

Kopf- und Ratlosigkeit

Hand hoch … wer war überrascht, Shelden Williams‘ Namen in der Starting 5 zu sehen? Jared Jeffries wurde kurzerhand abgesägt, nachdem man ihm vor wenigen Wochen noch R2-D2 vorbei geschickt und in einer Holo-Botschaft vermittelt hat, er „sei unsere letzte Hoffnung“.
Einerseits wirkt es also wie ein Himmelfahrtskommando, ihn nach etlichen DNP-CD’s (Did not play – coach’s decision) von Beginn an zu bringen, Williams hat jedoch Qualitäten die zuletzt fehlten. Williams ist einfach ein Koffer und gleicht mangelnde Länge mit Kraft und Härte aus.
Ganze 6 Minuten dauerte seine Rückkehr aus dem Exil, dann war wieder Schluss und Shelden „wart nicht mehr gesehen“. Durch diese Begleiterscheinung entwickelte sich das Experiment zu einer Farce. Warum Williams starten lassen und ihn dann nie wieder aufs Feld schicken?
Mike D’Antoni ist für solche Aktionen bekannt und Williams ist sein neuestes Opfer. Diese Entscheidung war absolut kopflos und vermittelt Verzweiflung und Ratlosigkeit.

Rotations Know-how

Zum Ende des dritten Viertels waren die Knicks durch Billups & Co. spontan wieder am Leben. Wenige Punkte Rückstand und das Momentum im Griff. Trotz alledem setzte MDA Billups & Melo wieder für etliche Minuten auf die Bank und spielte mit den Bankspielern plus Amar’e.
Nach Billups‘ und Melo’s Rückkehr foulte sich der eine schnell aus und der andere verlor mal wieder seinen Rhythmus. D’Antoni’s starre Rotations- und Wechselpolitik schaden der Mannschaft in den entscheidenden Minuten. Was uns zum nächsten Punkt bringt:

Kein Star Coaching

Mike D’Antoni ist nicht der beste Trainer wenn es um große Stars geht. Die berühmte Ausnahme ist da mal wieder Steve Nash, dies jedoch auch nur, weil Nash auf des Trainers Lieblingsposition spielt. Diese These wirkt zunächst sehr provokant, hat jedoch seine Daseinsberechtigung.
Mike D’Antoni ist weder in der Lage, Carmelo Anthony in die Situation zu bringen, seine Fähigkeiten voll auszuschöpfen, noch die von Chauncey zu nutzen. Der Grund, warum beide Genannten oftmals wie Fremdkörper wirken ist die Tatsache, dass der Coach kein perfektes Umfeld schafft.
In Phoenix spielte Stoudemire beispielsweise auch die 2. Geige und Shawn Marion war immer der Unsung Hero. MDA ist nicht in der Lage, das Maximum aus den Stars herauszuholen.

Auch wenn die Fangemeinde nun überreagiert und den Trade in Frage stellt, bzw. Melo mal eben abwertet. Talent lügt nicht, Anthony hat sein Talent über Jahre bewiesen. Diese Zwangsheirat in der Mitte der Saison findet derzeit einfach keine Harmonie.
Vielleicht würde D’Antoni sein System auch abändern, wären wir in der Offseason. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass er an dem festhält, was ein Großteil der Mannschaft kennt. Vielleicht tun wir ihm momentan unrecht, was die Entscheidungen rund um die Offensive der Mannschaft betrifft.
Unrecht tun wir ihm aber nicht, wenn wir seine Entscheidungen, Shawne Williams auf Andrew Bogut anzusetzen, kritisieren. Auch tun wir ihm kein Unrecht damit, dass er die Spieler nicht in die Verantwortung nimmt bei Ihren mentalen Aussetzern in der Defense (Stichwort: Amar’e steht in der „Help Side“ mit dem Rücken zum ballführenden Gegenspieler).

Dieses Konstrukt wirkt wie eine Zweckehe auf Zeit und leider derzeit auch, als würden die Spieler so lange verkrampfen, bis der Trainerwechsel stattfindet. Wie oft konnten wir in der Fussball Bundesliga miterleben, dass ein Wechsel wie ein Befreiungsschlag wirkt.
Ich beneide D’Antoni um diese Situation nicht. Teilweise ist er unschuldig, teilweise trägt er aber auch komplett die Schuld an diversen Missständen in der Mannschaft. Und nochmal, Talent lügt nicht. Und Mannschaften, die trotz veränderter Kader immer wieder die selben Schwächen zeigen lügen auch nicht.

 

 

März 21st, 2011

3 Responses to “Game Recap: Knicks @ Bucks”

  1. Jan Schaknowski sagt:

    …im Osten nichts neues…



  2. Thomas sagt:

    Im Moment bin ich echt mehr als nur frustriert, jedes mal aufs neue.. :-/

    Da führt man das ganze Spiel über, am Ende legt Boston den Schalter um und gewinnt. Das schlimme ist, dass ich als das Spiel auf der Kippe und unentschieden war kurz vor Ende schon gewusst habe, was passiert.. naja immerhin wars abgesehen vom Ende mal wieder ein gutes Spiel!



  3. Kai sagt:

    23:4-Run die letzten 7 Minuten für Boston… :/

    Wie sich die Knicks immer wieder auf’s Neue besiegen und den Gegner in den entscheidenden Phasen stark machen, ist nicht mehr mit anzuschauen.

    …und Denver eilt mit Chandler & Co. von Sieg zu Sieg. Hoffentlich müssen wir nächste Saison D’Antoni und sein „System“ nicht mehr ertragen!



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