Game Recap: Knicks @ Magic

NYK @ ORL_2

New York Knickerbockers (110) – Orlando Magic (116)

Ich bin noch unentschieden, ob ich nach der Niederlage der Knicks in Disney City frustriert oder locker hoffnungsvoll sein soll. Nur 2 Tage nach dem South B*tch Slap etwas weiter südlich reproduzierten die Knicks in den ersten 3 Vierteln gegen die Dwight Howards genau das, was alle Knicks Fans 48 Stunden zuvor dazu veranlasste, den Urlaub umzubuchen um ja nicht die Championship Parade in Downtown Manhattan zu verpassen.
Für drei Viertel sah es so aus, als würden die Knicks das Image des Slow Comeback Winners nur zu gern überstreifen. Im Gegensatz zum Sieg gegen die HEAT erlitt man in Viertel 4 jedoch einen kompletten Zusammenbruch, welcher den Ausfall von Coach Billups als Klimax hatte.

Bis dahin besaß die Partie viele Wendungen. Das Eröffnungsviertel wurde vom zukünftigen Laker Dwight Howard derart dominiert, dass ich jederzeit damit rechnete, D’Antoni mit einer Sidewinder Rakete bewaffnet am Spielfeldrand stehen zu sehen.
Zudem hoffte ich, dass sich die beiden Williams Brüder in die Legion of Doom verwandeln und die typisch fiesen 2-gegen-1 Wrestling Moves an DH12 exerzieren. Wie schon in Miami gingen die Knicks mit einem zweistelligen Rückstand in die Viertelpause.
Mit Howard auf der Bank begannen die Knicks dann jedoch Ihre minutiöse Zerstörung der Magic. Dies beweist erneut, dass Dwight Howard ein absolutes Muss in der MVP Diskussion ist. Howard ist für die Magic mindestens genauso überlebenswichtig wie Charlie Harper für Two and a half Men. Ohne Ihn bricht das Konstrukt zusammen und die Orlando Magic würden nicht schlechter spielen, wenn die Hälfte des Coaching Staffs sich einwechselt (ja, dazu zähle ich auch Van Gundy).
New York nutzte im Grunde die selbe Rezeptur wie gegen Miami. Eine aggressive Defense am Ball die zu Turnovern führte. Im zweiten Viertel war die Wurfquote auch nicht annähernd so schlecht wie über den gesamten Spielverlauf hinweg.
Dies bringt uns zur Story of the Game. Wie oft hatte man das Gefühl, dass die Knicks offene Würfe nicht trafen? Neben Landry Fields(1-5 3P) und Toney Douglas (0-3 3P) war es Mister Sure Shot, Shawne Williams, welcher mindestens zwei offene Longbombs hatte und nicht traf (0-3 3P).
Die Partie wäre zur Halbzeit noch deutlicher zu Gunsten der Knicks entschieden, hätte man getroffen „wie man es sonst gewohnt ist“. Um mal ein wenig Box Score Guy zu spielen … die Knicks erlaubten den Magic das Spiel über Dwight durch Einzeldeckung (*sounds creepy*) und negierten somit den 3er seines Supporting Casts. Zwar schickte man den All Star 17 mal an die Freiwurflinie, hierdurch wurde der Rhythmus der anderen Magic jedoch erheblich gestört.

Das dritte Viertel war dann der Wendepunkt in der Partie. Bis ein paar Minuten vor Ende dominierten die Knicks, angeführt von Coach Billups und Amar’e Stoudemire, der dann zog, wenn er es mit Earl Clark oder Brandon Bass zu tun hatte, bzw. sein Midrange Game nutzte, wenn der Hulk mit der 12 vor ihm stand.
Zweitweise sahen wir eine sehr gute Ballrotation die eigentlich immer Chauncey, Amar’e und Melo beinhaltete. Der Bruch entstand dann allerdings in der Defense. Irgendjemand hätte Stoudemire im Pre Game Scouting verraten sollen, dass der weiße Typ mit 90er Jahre Goatee und Distanzwurf Ryan Anderson heißt. Anderson verwandelte 4 seiner 5 Versuche aus der Distanz. Und da wir ja alle wissen, dass Karma eine Bitch ist, war es natürlich der vor 2 Monaten für tot erklärte Ex Knick Quentin Richardson, der New York in der zweiten Halbzeit verbrannte.
Das 4. Viertel war lange Zeit sehr eng und ein Steelcage Match zwischen Jameer Nelson und Chauncey Billups. Nelson explodierte für 11 Punkte in Folge(!) im letzten Abschnitt während Billups mit einem Career High von 20 Freiwürfen konterte. Der einzige Grund mich wirklich zu ärgern ist jedoch die Defensivphilosophie … eher der Defensiv-IQ des Teams. Dies wirkt wie Kelly Bundy, die sich auch nur eine Sache merken kann und alles andere drum herum vergisst. Irgendwann im dritten Viertel hatte Shawne Williams sich in Howard hinein gebissen. Sein Block und Steal kamen beide in Halbzeit 2 … beides gegen Howard in Single Coverage (*sounds less creepy*). Es war bewundernswert zu sehen, wie Williams dagegen hielt. Seine 4 Freunde auf dem Feld konnten da jedoch nicht mithalten. Gerade als man dachte, die Mannschaft hätte das Rezept „Wie stoppe ich die Magic“ verinnerlicht, konzentrierten sie sich zu sehr auf den Center und ließen die Schützen frei stehen. Nicht Howard war der ausschlaggebende Faktor sondern Nelson, Anderson und Q-Rich die von den Knicks weniger beachtet wurden als eine Grenade an der Jersey Shore.

Bis dahin hatte man jedoch noch das Gefühl, dass die Knicks aus dieser Situation wieder herauskommen … klar, es war nicht Melo’s Tag und alle die nicht auf den Namen Billups oder Stoudemire hören waren offensiv ungefährlich. Aber da ist doch Chauncey, der findet einen Weg … ja … bis er von Dwight Howard den Finishing Move erhielt und verletzt ausschied. Es kam Toney Douglas in die Partie (*Kameraschwenk auf Robert, wie er den Fernseher ausschaltet*).
Viel prekärer als diese knappe Niederlage in Orlando ist der Zustand von Billups. Heute Nacht geht es gegen CP3 und die Hornets. Da wäre es wünschenswert, Number 4 auf dem Feld zu haben. Der Gedanke, Toney Douglas gegen ihn zu stellen verursacht bei mir spontanes Erbrechen.
Spiele wie das gestrige zeigen den „Under Construction“ Status der Mannschaft. Gestern war die Intensität in der Defense bei Weitem nicht so hoch, jedoch war das Matchup auch ein anderes. Miami sehe ich persönlich als „leichteren“ Gegner an als die Magic. „Kann Jameer Nelson immer so spielen?“ Nein. „Hat man Richardson zu früh begraben?“ Wahrscheinlich nicht. Keiner weiß jedoch, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte Hedo im zweiten Viertel nicht entschieden heute keine Lust auf Basketball zu haben und dem Schiedsrichter zu sagen, was er von ihm hält.

Die Knicks sind noch nirgends angekommen, sie haben noch nichts verinnerlicht und sind weit von „eingespielt“ entfernt. Man sah jedoch schon leichte Ansätze davon, wie gut die Knicks sein werden. Der Spielplan ist derzeit auch nicht gerade dienlich. Hätte man mir allerdings letzten Mittwoch gesagt, dass NY nach den 4 Spielen 2-2 steht, hätte ich es nickend akzeptiert.
Auch ein Appell an alle, die Zeit darauf verschwenden, Carmelo Anthony’s Leistung zu kritisieren. Erinnert Euch, wie Dwyane Wade und LeBron James in den ersten 10 Spielen agierten. Hier versuchen sich gerade zwei Welten zu finden, das D’Antoni System und Melo’s Spielweise. Chill out everybody … it will gel! 🙂

März 2nd, 2011

3 Responses to “Game Recap: Knicks @ Magic”

  1. Burki sagt:

    Neu-Laker Howward? Was habe ich denn verpasst?

    Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich Toney für einen Ballfriedhof halte?



  2. George sagt:

    Nach dem ersten Viertel dachte ich, ich könne auch einfach spazieren gehen. Nach dem zweiten Viertel dachte ich: Miami: checked; Orlando: checked; Next stop: Boston. Nach dem dritten Viertel dachte ich: Ruhig Brauner, das letzte Viertel ist immer unser Viertel. Stat. Melo. Chauncy. Let the chips fall where they may. Dann kam das vierte Viertel und ich dachte, naja gut, der asset zum 3-Teams-12-Players-Blockbuster-Chauncey-Trade hat heute eben nicht seinen besten Tag – hattest du nicht mal gesagt, der könne auch in der 3. Herren Mannschaft von Stenkelfeld unerprobt spielen? -, hauptsache STAT und Mr. Big Shot bleibt auf der Höhe. Dann kam die swipe-the-leg Szene und Chauncey Larusso verlässt das Parkett. Game Over.

    Naja, ganz so schlimm war es nicht, ich übertreibe. Orlando war nicht irgendein Gegner, das geht schon in Ordnung. Ich ging von einem Sieg bei den drei Auswärtsspielen aus, rechnete natürlich nicht damit, dass er gegen die HEAT kommen würde. Da ist man dann ja schnell beflügelt. Wie es gegen die Hornets laufen wird, falls Chauncey nicht dabei ist, werden wir sehen. Das was derzeit in den strahlenden Momenten durchblitzt, lässt mich noch lange nicht Haare raufen. Noch sehr lange nicht.



  3. Jan Schaknowski sagt:

    Also n schlechtes Spiel war das wirklich nicht, abgesehen von den Quoten ausm Feld. Zwar auch kein überragendes, aber wir sind eben noch in der Phase wo sich die Spieler finden müssen. Mit sechs verloren, sind 2 nicht getroffene Dreier, von denen gabs ja genug. Allerdings hat Mike noch kein durchschlagendes Mittel gegen Howard gefunden, iss aber zugegeben auch schwer. Teilwiese wurde gut gedoppelt und schnell wieder rausrotiert nach dem Pass haraus von Dwight.
    Es gab aber auch wieder einige Situationen gerade in der D, mit 30 Spielen mehr als Team passieren dann solche „Fehler“ bzw Kommunikationsfehler dann nicht mehr. Ich denke da an einige drives von Nelson, und die freien Würfe für Anderson.
    So, jetzt schau ich das NOH-Spiel, mal schaun wie das aussieht…



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