Game Recap: Lakers @ Knicks

LAL @ NY

Los Angeles Lakers (113) – New York Knickerbockers (96)

Man könnte nach dieser Niederlage … nach diesem Blowout … von den vielen Turnovern reden! Man könnte mit dem Finger auf die zugelassene Laker Field Goal Quote von 53.6% zeigen oder die eigene, weit schlechtere Effizienz aus dem Feld herausstellen.
Was jedoch tatsächlich der Ursprung allen Übels ist erkennt man nur, wenn man zuschaut. Ohne Selbstvertrauen, Willen und Konzentration kann man in der NBA keine Spiele gewinnen – schon gar nicht gegen die Los Angeles Lakers! Man muss genau hinschauen um zu erkennen, dass der alte Virus erneut ausgebrochen ist, dass dort eine Mannschaft auf dem Feld steht, der die Ratlosigkeit förmlich aus den Augen springt.

„The Knicks are back!“ … Zurück in der Realität, die dieser Franchise und deren Anhängern einfach keine Auszeit genehmigen möchte … eine Auszeit vom Drama, die die Knickerbockers umhüllt wie ein billiger Anzug. Diesmal sind es jedoch die Spieler in vorderster Front, auch wenn die Rolle des Trainers nicht mehr wegdiskutiert werden kann.
Aber gerade die Akteuere auf dem Feld, in Momenten, in denen sich der Fan erhofft, eine Trotzreaktion zu sehen, gerade diese Spieler fliehen in Ausflüchte. Die Medien warfen den Köder „Melo-Drama“ hin, die Spieler stürzen sich drauf wie hungrige Geier.
Die „We want Melo“ Chants … die Tradegerüchte … „all dies schade der Mannschaft, sodass sie gehemmt sei„, so Raymond Felton. Nun, schauen wir kurz auf die Situation, die dem Hauptdarsteller selbst zuteil wird. Carmelo Anthony muss mit weit höherem Druck auskommen – schon die ganze Saison. Trotz alledem bringt er seine Leistung.

Mich enttäuschen solche Aussagen ungemein, da man erkennen kann, dass die Spieler nicht an die Grenzen gehen. Sinnfreies herumstehen in der Defense erlaubt den Gegner konstant einfach Punkte. Help the Helper Roatation ist ein Fremdwort und wenn dann noch die Offense stagniert, dann kann man nicht mehr von einem Playoff Team reden, so leid es mir tut!
Wird denn alles besser in 10 Tagen? Versprechen uns die Spieler dann, dass Sie wieder Leistung bringen können – weil dann ja eine Resolution gefunden wurde? Oder wird ein weiteres Fallen in den Standings damit begründet, dass „Carmelo ja nun im Sommer kommen könnte und einige Spieler gehen müssen„?
Die Worte Mark Jacksons während der gestrigen Übertragung brannten wie Feuer. Er legte den Finger in die Wunden(!), kritisierte die Defensiv- aber auch die Offensivphilosophie und zweifelte am Stolz der Spieler. Und der Trainer? Kann oder will er das Ruder nicht herumreißen? Ist er der Meinung, dass die Mannschaft einfach nur in einem Slump ist? Registrierten die Spieler überhaupt seine Kritik nach dem Clippers Spiel und wenn ja, warum wirken Sie dann so desinteressiert bzw. kopflos.
Die Niederlagen in den letzten 15 Partien kommen zu Stande, weil die Knicks Ihre Gegner nicht am konstanten Scoring hindern können. Es gibt wenige Spiele, in denen der Gegner in schlechte Wurfausbeuten gezwungen wurde – die letzte Partie an die ich mich erinnern kann war Miami … und auch da muss man hinterfragen, ob Wade & Co. nicht einfach nur schlecht drauf waren oder ob es tatsächlich die Knicks Defense war.
NY fing sich auch gestern immer wieder kleine Spurts der Lakers, die in der Summe irgendwann einen hohen Double Digit Lead ergaben. Den Knicks fehlt der konstante Scorer – dies klingt jetzt lachhaft mit einem Amar’e im Team … aber ehrlich gesagt, lässt dieses System auch keine Konstanz zu. Die Stärke der Offense ist zugleich auch ihre größte Schwäche, denn Sie favorisiert konstantes Scoring eines Spielers nicht.
Egal ob Gallo oder Stoudemire, deren Flow wird durch das System unterbrochen, weil ja der erste freie gute Wurf genommen werden soll. Der einzige der darauf Einfluss hat war Felton, welcher nach vielen schlechten Spielen mal wieder sehr gut war.
Doch nur er (und Toney Douglas) haben Einfluss, auf ihr eigenes Schicksal in der Offense. Aus diesem Grund sehen wir auch so viele Early Offense Jumper der beiden Genannten. Als Resultat sieht man dann jedoch auch immer häufiger frustrierte Mitspieler (read: Amar’e Stoudemire).

Der Haussegen hängt schief, die positiven Aspekte wie ein immer besser werdender Timofey Mozgov oder ein stetig aggressiver Danilo Gallinari gehen im momentanen Abwärtstrend unter. Die „7 Spiele über .500“ Zeit ist längst vorbei, die Knicks sind seitdem 4-11. Sie spielen grausig, sie verhalten sich grausig und am Ende hoffe ich einfach, dass Melo so schnell wie möglich kommt. Er hätte sich von Kobe Bryant nicht einfach so abschlachten lassen … er hätte seine eigene Show aufs Parkett gezaubert und er ist der einzige, der Mike D’Antoni zu siegen oder verlieren verdammen kann. Mit Melo schlägt man 2 Fliegen mit einer Klappe – totale Offensive und Druck auf den Trainer.

I mean, yeah, they have some really good pieces here, and the future is bright for them. But I mean, who are we kidding?“ Kobe Bryant said. „You know about Carmelo Anthony. Let’s not go crazy here. Carmelo Anthony is a bad boy. So you figure it out.

Das Spiel in Newark heute Nacht ist ein „Must win“, so Amar’e Stoudemire. Und es wäre tatsächlich mal wieder an der Zeit, dass die Mannschaft sich zusammenreißt und alles gibt … kämpft!! Irgendwas sagt mir jedoch, dass heute Nacht ein weiteres Kapitel im Drama geschrieben wird.

Februar 12th, 2011

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