Game Recap: New Jersey @ New York

NJ @ NY

New Jersey Nets (100) – New York Knickerbockers (111)

97 Sekunden vor Ende der Partie … während eines ruhenden Balls wird „The guy who shall not be named“ eingewechselt … joggend zeigt er auf den Mann mit dem weißen Trikot und der großen Nummer 1 auf der Brust … dieser setzt sich langsam in Bewegung Richtung Bank und klatscht auf dem Weg dahin mit seinen Teamkollegen ab.
Die Lautstärke im alterwürdigen Madison Square Garden steigt rapide an. Die 19.763 Zuschauer erheben sich von Ihres Sitzen und applaudieren Ihm zu.
Als der Abend von Amar’e Stoudemire endet und ich auf meiner Couch sitze und mir ein Schauer nach dem anderen über den Rücken läuft, schwirren mir zwei Gedanken im Kopf herum:

  1. Wenn mich diese Stimmung allein durch den Fernseher schon dermaßen packt, wie wäre es dann gewesen, einer der 19.763 Menschen zu sein?
  2. Wann hat der Madison Square Garden, the worlds most famous arena zum letzten Mal einen derart großen Star so huldigen können?

Seit Patrick Ewing gab es keinen Spieler, der derart hochklassig und MVP like seine Knicks von Sieg zu Sieg kämpft. Bei keinem Spieler seit Patrick Ewing sahen wir den Kampfgeist und den unbedingten Willen, New York den Erfolg zu bringen, nachdem sich die Stadt, die Fans seit so vielen Jahren sehnen.

Der Sieg gegen die New Jersey Nets war in vielerlei Hinsicht besonders und wichtig. Zum Einen stemmt sich die Mannschaft gegen den Habitus, vor eigenem Publikum nicht die Leistung abrufen zu können, die man von einer der besten Road Teams der NBA (true story) gewöhnt ist.
Zum anderen hat man dem ungeliebten Nachbarn das große Maul gestopft und klargestellt, wer die Nummer 1 in der Region ist. Mit dem Sieg erreichen die Knicks einen Record (10-9), den Sie zuletzt im Jahre 2005 inne hatten. 7 der letzten 8 Spiele hat die Mannschaft von Head Coach Mike D’Antoni für sich entschieden.
Aus den „wichtigen 10 Partien“, die wir in der vergangenen Woche bilanziert haben, sind die Knicks 4 mal als Sieger vom Platz gegangen. Nachdem man am Sonntag Abend durch eine Verlängerung musste, um gegen die Pistons zu gewinnen, wirkten die Knicks im ersten Viertel noch etwas müde.
Die Ballrotation funktionierte in den ersten Minuten sehr gut, peux a peux senkzten die Nets jedoch die Geschwindigkeit des Spiels und gingen zur Halbzeit in Führung. Doch spätestens als ich Vinny von „The Jersey Shore“ im Publikum erblickte, wusste ich, dass die Knicks gewinnen.
Denn was man in Detroit erlebte fand auch gestern Abend wieder statt. Die Knicks nahmen defensiv wie offensiv Änderungen vor und spielten Jersey in Viertel 3 & 4 in Grund und Boden. Ray Felton und Amar’e klickten! Beinhae die Hälfte der 10 Assists des PG kamen durch Pick&Roll Anspiele auf STAT.
Die Mannschaft ging enger an den Gegner heran. Mike D’Antoni hierzu im Post Game Interview:

„A lot of times, we play good position but they don’t feel you and we’ve just got to get tougher,“ Knicks coach Mike D’Antoni said. „I thought the third quarter, guys came out and they felt us. . . . The third, probably changed the whole game. Obviously changed the whole game.“

Brook Lopez, der in der ersten Halbzeit frei drehte, wurde in der zweiten fast immer gedoppelt. Hierbei kam Chandler sehr flink zur Hilfe, was etliche Turnover produzierte. Wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären. In Abschnitt 1 forcierten die Knicks kaum Turnover, eine Statistik in der Sie normalerwiese glänzen. Im entscheidenden 3. Viertel änderte sich dies. Die Mannschaft kam zu Steals, hustlete dem Ball nach und attackierte unermüdlich.
Die mangelnde Ballrotation wurde ebenfalls abgestellt. Jeder war in Bewegung – jeder bewegte den Ball.
Neben Amar’es MVP Leistung (35 Pkt. – 9 Reb.) waren es Felton (21 Pkt. – 10 Ast. – 7 Reb.) und Wilson Chandler (27 Pkt. – 11 Reb. – 3 Blk.), die den Nets in den letzten 24 Minuten keine Chance ließen. Ill Wil, der erneut für den verletzten Ronny Turiaf in die Startformation rückte, zeigte erneut seine gute Seite.
Wil attackierte den Korb, machte einen Großteil seiner Punkte in der Zone. Da war es auch nicht ganz so schlimm, dass Danilo Gallinari offensiv eine ruhigere Partie hatte. In der ersten Halbzeit hielt er die Mannschaft mit einem 3er und einigen Freebies im Rennen, in der zweiten Halbzeit limitierte er Travis Outlaw durch gute Defense.
Welche Lehren können wir aus diesem Spiel nun ziehen? Zum einen sieht es tatsächlich so aus, als würde die Mannschaft spielerisch zusammenwachsen und den Shooting Slump aus dem 6-Game-Losing Streak aus den Köpfen verbannen. Zum anderen sieht man auch einen immesen Leistungsschub bei den Go-to-Guys Amar’e und Felton. Sowohl im direkten Zusammenspiel als auch in den individuellen Aktionen wirken Sie nicht mehr wie die beiden Spieler, die zu Beginn der Saison noch nicht klickten und Turnover en masse produzierten. Amar’e ist der Leader dieser Mannschaft und beweist dies nicht nur verbal sondern auch spielerisch. Seitdem Felton seine Identität wiedergefunden hat steigert er sich auch in den Bereichen, die für die Offense wichtig ist .. wie beispielweise dem Pick&Roll.
Das Team spielt sich in einen Rythmus und sammelt mit jedem Sieg Selbstvertrauen.
Am Freitag Abend geht es in the Big Easy gegen die New Orleans Hornets, gegen die man in den letzten Jahren eigentlich immer ganz gut aussah. Dann darf man wohl auch wieder Ronny Turiaf auf dem Feld erwarten, der der Mannschaft gerade gegen Brook Lopez ein wenig fehlte.
Die Knicks distanzieren sich durch Siege weiter von den Mannschaften am Ende der Eastern Conference. In der Divison hat man auf die Toronto Raptors bereits 3 Spiele Vorsprung, in der Conference steht man auf Platz 7 und kann 4 Siege mehr aufweisen, als die Teams ab Platz 9.
Für meinen Geschmack kommen die Huldigungen seitens der Gazetten und Blogs ein wenig zu früh. Ich denke momentan von Spiel zu Spiel. Ist die Gefahr, erneut in einen Shooting Slump zu fallen nicht mehr gegeben, weil die Mannschaft gefestigter ist und weniger auf den Distanzwurf setzt? Ich denke ja. Trotz alledem liegen die wahren Prüfungen noch vor uns.
Im Dezember geht es gegen die Nuggets (erneut), Heat (2x), Celtics, Thunder, Bulls und Magic. Die Hoffnung besteht, dass Team D’Antoni bis dain genug Selbstvertrauen aufgebaut hat, um diese Partien zu bestreiten.Überlebt man den Dezember und den toughen Road Trip im Januar, dann sind die Spekulationen um die Playoffs angebracht.
Bis dahin erfreue ich mich jedoch an Partien wie der gestriegen und freue mich, dass die Knickerbockers in Amar’e Stoudemire einen der besten 10 Spieler der Liga besitzen.
Game Recap Video
Dezember 1st, 2010

2 Responses to “Game Recap: New Jersey @ New York”

  1. Sebastian S. sagt:

    Großartiges Spiel.

    Die 1. Halbzeit war defensiv nicht vorhandne bei den Knicks, aber in der 2. Halbzeit haben die Knicks die stärkste DEfensivleistung abgerufen, die ich seit Jahren gesehen habe.
    Amare einfach wieder unfassbar. Wenn das Pick and Roll in der Form konstant zum go to play wird, haben wir eine ganz starke Waffe in der Offense. Was Felton da für pässe rausgezaubert hat, auch den auf Chandler, war einfach nur geil! Und sowieso, Felton beweist es einfach all seinen zweiflern und das freut mich so ungemein. Das Amare ein Beast ist, wusste ich vorher, dass er so aufdreht, hab ich ehrlich gesagt vom 100 mio. Dollar Mann erwartet und er bestätigt seinen Vertrag mMn.

    Mit dem gewonnen Selbstvertrauen, ist auch durchaus der eine oder andere Sieg im Dezember drin, das Momentuum muss mitgenommen werden.

    Go New York



  2. razah sagt:

    Super Artikel! Ich hab das Spiel auch komplett gesehen und war wieder sehr sicher das sie gewinnen werden. Sehr gefallen hat mir auch wie Amare mit dem Publikum kommunziert hat. Das ist schon kein Flirt mehr sondern der Anfang einer wunderbaren Beziehung.
    Ray Felton fängt auch an richtig zu rocken und was mir persönlich sehr wichtig ist, die Jungs sind eigentlich durch die Bank weg sehr sympathisch. Ich glaube das war auch der Grund warum man beim Draft die Finger von Stephenson gelassen hat, man will einfach nicht das Risiko eingehen das die Teamchemie vergiftet wird, bzw. muß man selbige ja erstmal schaffen.
    Da sind wir so wie es auschaut gut vorangekommen, ich muß immer wieder betonen wie klasse da Stat als Vorbild und Leader funktioniert. Wollen wir hoffen das nun wirklich der Knoten geplatzt ist!



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