Game Recap: New York @ Chicago

NY @ CHI

Okay, here’s the thing …

A) Zur Halbzeit opferte ich eine Taube, trank deren Blut und betete auf meinem Gallinari Trikot, dass die Knicks diese Führung nicht wieder verspielen. So gefestigt bin ich in meiner Überzeugung dass diese Mannschaft Konstanz hat.

B) Abgesehen von der Interior Defense war dieses Spiel in Chicago die Reverse-Reality zum Spiel in Chicago aus der letzten Saison. Auch da ballerten die Rent-a-Knicks unaufhaltsam von der 3er Linie. Nur damals traf man einfach nicht und ging in einer der schlimmsten Niederlagen der letzten Saison fies unter.
Warum ich nach so einem Erfolg mein Recap mit zwei (eher) negativen Kommentaren beginne? Gute Frage … weil dieser Sieg toller erscheint als er tatsächlich ist. Natürlich gilt zu aller erst die Regel: „A win is a win„.
Vermeiden will ich allerdings, dass all die … ausbaufähigen … Aspekte dieses Spiels von diesem Sieg überschattet werden.

Beeinflusst von der schlechten Leistung der Bulls in den ersten beiden Vierteln, holten die Knicks zu einem weiten Schlag aus und provozierten die ersten „Booh“ – Rufe aus dem Publikum noch vor dem Halbzeitpfiff. Die vermeintlich starke Defense von Bulls Coach Tom Thibodeau wurde vom schnellen Passspiel und den glänzend aufgelegten Shootern New Yorks auseinander genommen.
Die Mannschaft erspielte sich diese Führung, obwohl Amar’e Stoudemire nach dem ersten Viertel a) aufhörte, produktiv zu sein, weil b) er keine Pfiffe mehr kam und von nun an Turnover sammelte wie sonst Punkte.
TNT Kommentator (und Ex-Suns) GM Steve Kerr stimmte mich nachdenklich, indem er STAT als „Finisher“ und nicht als „Creator“ bezeichnete. Amar’es Probleme als Leader (und damit auch verbunden für die Person, die Ihn gestern Abend in einem Fantasy Draft in Runde 3 gewählt hat … *hust* Max *hust*) könnten in dieser Saison in der Tat ein wenig langanhaltender sein. Ohne den Kreator Steve Nash (und Ray Felton ist da nicht so weit), bekommt Amar’e den Ball als „The Man“ recht oft und soll kreieren, meistens spiegelt sich dies in einem Face-up am Zonenrand wider. Chicago zog sich in der Zone zusammen und Stoudemire hatte einen schweren Abend.
Sein Ausfall wurde glücklicherweise von mehreren Spielern abgefedert – namentlich Ray Felton, Toney Douglas und  … UND … Danilo Gallinari – Oh Snap!! Gallo fand einen Weg aus seinem Shooting Slump. Entweder war es die heilende Hand oder das, in dieser Woche ausgesprochene Vertrauen seitens Donnie Walsh, was den Italiener endlich so aussehen ließ wie wir alle Ihn sehen wollen.
Dino war lights out in der ersten Halbzeit und zeigte flexibles Spiel. Ein Fastbreak Dunk, ein Tip Dunk, Zug zum Korb und natürlich den 3er. Ich glaube jeder Fan war von seiner Leistung sehr angetan.

In der zweiten Halbzeit passierte jedoch das, was ich versucht hatte, wegzubeten. Die Bulls schraubten Ihre Aggressivität nach oben und zerstörten nicht nur den Offensiv Flow der Knicks sondern gingen auch in die Nahtstelle der New Yorker Defense.
Anstatt also zunächst den eigenen Korb zu schützen, waren die Knicks teilweise offen wie ein Scheunentor, rannten viel zu behäbig zurück in die Defense und leisteten sich unzählige Turnover durch Lässigkeit. Wäre in der zweiten Halbzeit nicht Toney Douglas ins Superman Kostüm geschlüpft – die Mannschaft hätte diesen Vorsprung ganz schnell verspielt. TD war jedoch eiskalt, legte eine Karrierenacht aufs Feld und trug die Mannschaft zum 2. Saisonsieg in 4 Spielen.

Die Charakteristika dieser Partie:

  • Die Defense muss besser werden. Klar kann man einen Derrick Rose nicht stoppen, aber mit anzusehen wie Taj Gibson 18 & 10 hinlegt ist schmerzvoller, als aus Versehen auf ein Kloe Kardashian Bild zu blicken, obwohl man Kim erwartet hat. Wären die Würfe heute nicht so exorbitant gut gefallen, hätte man verloren.
  • Bezugnehmend auf den ersten Punkt – die Bulls wurden in der Defense besser und erarbeiteten sich hierdurch Ihre Punkte in der Offense. Ein Paradebeispiel wie es sein sollte.
  • Die 2nd Unit der Knicks ist gut … so gut, dass die Bulls mit der konstanten Aggressivität vom Team D’Antoni nicht umgehen konnte. Ronny, TD, Wilson und Bill Walker spielten sehr gut, wobei wir gestern Nacht wohl „The Real Wil“ sahen. 11 Punkte & 5 Rebounds ist dann doch eher die graue Realität für Chandler. Zum Herzen der Mannschaft entwickelt sich immer mehr Ronny Turiaf. Nicht nur seine Statline ist ein Beleg dafür. Auf dem Feld versprüht er Energie, die sich auf die anderen Knickerbocker überträgt. Zudem funktioniert er sehr gut mit Ray Felton.
  • Wo wir schon bei Thema sind … Ray Ray (20 Pkt. – 10 Ast. – 5 Reb. – 2 Stl.) wächst in seinem Selbstvertrauen, seine Ausstrahlung vermittelt den Willen, sich zu zerreißen. Bleibt sein Wurf so konstant wie jetzt ist er ein massives Upgrade zu allen anderen Point Guards in den letzten Jahren.
  • Zwar hat die Mannschaft mit diesem eindrucksvollen Sieg viel Selbstvertrauen gesammelt (gerade Gallo), trotz alledem sollte diese Anzahl an Distanzwürfen nicht die Grundlage für das Spielsystem der Knicks sein. 30% der Versuche kamen vom Perimeter. Wenn man Sie bekommt – klar – nimmt man Sie. Vor allem wen man so heiß ist. Die Mannschaft sollte allerdings in der Lage sein, das Spiel zu variieren. Bei den Bulls hat mir gefallen, dass man auch den Abschluss am Brett gesucht hat.
    So etwas vermisse ich manchmal bei Spielern wie Wilson Chandler. Anstatt der Junge nun reinzieht und seine Athletik nutzt, wirft er zu oft von außen. Gegen Toronto und Boston machte er es besser. Darauf solle sich das Team besinnen. Der 3er kommt und geht, die Basics bleiben (wie Taj Gibson bewies).
  • Amar’e: Er ist derzeit in einer schweren Phase. Er soll das Spiel gestalten, die Gegner konzentrieren sich jedoch auch auf Ihn, In Phoenix hatte er mehr Freiraum, da man einen Steve Nash nicht mal eben so frei stehen lässt. Darum ist es wichtiger, ihn in den Spielfluss einzubinden und nicht stehen zu bleiben, wenn man ihm den Ball gibt.
    Viel zu selten sehe ich ein funktionierendes Pick&Roll mit Ray.

Fazit: Ein guter und wichtiger Sieg für das Nervenkleid der Knicks und deren Anhänger. Obwohl man jedoch gegen ein vermeintliches Power House im Osten gewann, stehen noch viele offene Punkte auf Coach D’Antonis To-Do Liste. Das herunterschrauben der Turnover sollte oberste Priorität besitzen. Momentan schummeln sich die Knicks aus dieser Nummer noch heraus, da auch Ihre Gegner viele TO produzieren.
Im Laufe der kommenden Wochen wird dies jedoch abnehmen und auch New York muss daran arbeiten. Die Defense hat zwei Seiten. Am Ball ist man meistens sehr gut – abseits schlecht. Amar’e ist ein schlechter Help Side Defender und die kollektive Hilfe funktioniert in vielen Bereichen gar nicht.
Positiv zu sehen ist die Arbeit beim Rebound. Die Mannschaft hat da einen Schritt nach vorn gemacht und auch die schlechte Freiwurfquote (zumindest im letzten Spiel) ad acta gelegt. Heute Nacht geht es gegen John Wall und die Washington Wizards.
Wall ist – wie Derrick Rose – in der Lage, jederzeit zum Korb zu ziehen. Die Wurfquote wird man nicht wiederholen können, also heißt es „Back to the basics“, dann sollten die Wizards eigentlich keine Schwierigkeit sein.

November 5th, 2010

6 Responses to “Game Recap: New York @ Chicago”

  1. Maximilian sagt:

    Und warum sagst du nicht, wer gestern Gallo gedraftet hat? 😉

    Mi frente, du zeigst sicherlich ne Menge guter Punkte auf, aber so ne Analyse sollten wi erst in 16 Spielen machen…. Der Sieg heute sollte einfach abgehakt werden…



  2. Jan Schaknowski sagt:

    aaaahhhh…das tat gut mal wieder den Erzfeind geschlagen zu haben! Egal wie!

    Da ich jetzt auch schon das Washington-game gesehen habe fliesst das natürlich mit in meine Bewertung ein, aber ich bin recht zufrieden mit dem Start. Das noch nicht alles rund läuft war zu erwarten, für den season record und das Selbstvertrauen ist es wichtig am Anfang solche Spiele wie gegen Chicago und Washington zu gewinnen. Auch wenn, trotzdem und gerade weil eben noch nicht alles läuft. Die Defense ist, wenn sie nicht gerade komplett pennt und n Dunk kassiert, eigentlich ganz gut, und so langsam kommt auch ein Flow im Spiel auf. Gerade gegen Washington hat mir das Passpiel in der Offense sehr gut gefallen, aber meist nur aus dem break heraus. Im set-play muss man noch dran arbeiten.

    Es geht auf jeden Fall insgesamt in die richtige Richtung!

    Let´s go Knicks!!!



  3. razah sagt:

    Netter, netter Dunk von Will und wieder Hammerspiel von Toney. Es wird Jungs! 🙂 Schöner Artikel Rob!



  4. ZachariasFox sagt:

    erstma danke für die ganzen recaps !

    mal ne doofe frage aber kannman sich irgendwo eine fünftige zusammenfassung anschauen?

    lg
    zacharias



  5. Emre sagt:

    Ganz kurzer Kommentar:

    Was mir ganz gut an dem einen Pick&Roll gefallen hat war, dass Gallinari sich immer in der nähe aufhält, damit er anspielbar ist, falls sein Gegenspieler absinkt und das ist tötlich!



  6. Jan Schaknowski sagt:

    @ zacharias: 2-min zusammenfassungen kannst dir zu jedem spiel auf der knicks-homepage anschauen. aber immer nur die letzten 2-3 Spiele.



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