Game Recap: New York @ Portland

NY @ POR

New York Knickerbockers (100) – Portland Trail Blazers (86)

Wenn irgendjemand noch irgendein Indiz benötigte, warum die Knicks 2010-2011 eine komplett neue Franchise sind, dann war der Sieg in Portland Beweis genug. Bevor ich auf die Gründe für den Erfolg eingehe zeigt ein Blick auf die letzten Spiele, wie weit diese Mannschaft mittlerweile gereift ist.

Als erster richtiger Test wurde damals das Jan-Schaknowski-Week angesehen. Man gewann gegen Denver und verlor gegen die Celtics und Miami. Nach einem bitteren Auftritt in der 57-Punkte-Stadt berappelte sich das Team von selbst mit Siegen gegen Chicago und Oklahoma City.
Dann beschwor man den Florida Trip herauf, in welchem man den Kürzeren zog. Im neuen Jahr kam die Mannschaft aber auch von dieser kleinen Serie wieder zurück und gewann 4 der letzten 5 Spiele. Die Gründe für die Niederlage in Los Angeles wurden auf den Tisch gelegt – 48 Stunden danach präsentierte sich das Team von Mike D’Antoni erneut in Hochform – und dies personell leicht verändert.

Hätte man den Knicks aus dem letzten Jahrzehnt solche Anpassungen und Lernprozesse zugetraut? Nope … diese junge Mannschaft zeigt Wesenszüge und Qualitäten, die im Big Apple lang nicht mehr zu sehen waren. Gestern Nacht war man bei einer der stärksten Heimmannschaften der Liga zu Gast. Obwohl die Trail Blazers momentan in einer schwierigen Situation sind, spielen Sie um die Playoffplätze im Westen mit. Den Ausfall von Brandon Roy und Greg Oden kompensieren Wesley Matthews und vor allem LaMarcus Aldridge sehr gut.
Es gab also überhaupt keinen Grund, die Blazers auch nur Ansatzweise zu unterschätzen oder nicht ernst zu nehmen. Und genau so agierten die Knicks in Halbzeit 1. NY spielte seine Stärken aus, setzte Aldridge dank Foulproblematik früh auf die Bank und das Konzept „D’Antoni“ nüchtern um.

Ärgerte ich mich im letzten Spiel noch über Ray Felton, so zeigte der kleine UNC Point Guard, woraus er gemacht ist – HERZ! Felton hat den Willen, gut zu sein. Auf eher schlechte Partien folgt eine Gute. Zusammen mit Wilson Chandler bestrafte er Portland ob der Fokussierung auf Amar’e Stoudemire und fand ungewöhnliche Unterstützung.
Ein Großteil seiner 14 Assists (und 0 Turnover) spielte er auf Ronny Turiaf, der nach zwei Spielen Abstinenz den Weg zurück in die Starting Five fand. Turiaf hatte statistisch sein wohl bestes Spiel als Knick und machte es Aldridge vor allem im 4. Viertel sehr sehr schwer.
Ronny war mit ein Grund, warum die Blazers im letzten Drittel des vierten Abschnitts stimmungsmäßig das Handtuch warfen. Dabei ermöglichten es Ihnen die Knicks sehr lang, wieder zurück ins Spiel zu kommen.
Denn neben der exzellente 1. Halbzeit gab es ein drittes Viertel, in dem die ‚Bockers erneut unkonzentriert agierten und bewiesen, dass man Felton und Stoudemire zusammen nicht lang auf der Bank lassen kann. Die 5 Akteure auf dem Parkett schienen kopflos, Toney Douglas zeigte mal wieder eine Folge „Bad Toney“ und auch die Bankspieler Bill Walker und Shawne Williams (14 Pkt. & 7 Reb las Duo) wirkten wie Fremdkörper.

Glücklicherweise war der kurzfristige Verlust der langen Führung anscheinend ein Wachmacher – fortan setzten die Knicks zu einem 11-4 Run und schauten nicht mehr zurück. Vor allem waren es Steals, Reflections und gute Mannverteidigung, die am Ende zum Erfolg führte.
Man sieht der Mannschaft an, dass Sie sich nun kennt – etliche Anspiele auf Landry Fields unterm Brett zeigen dies. Das Selbstvertrauen wächst, die Spieler wissen was Sie können und der Road Trip ist bereits jetzt mit Erfolgen in Phoenix und Portland ein Erfolg.
Die Partien legen die Schwächen im Spiel jedoch genauso schonungslos auf. Erneut war man unterlegen beim Rebound, Ray’s „Umknick-aktion“ stieß folgenden Denkprozess an:

„Oh mist, Ray fällt aus … okay, der Backup Point Guard muss rein … oh shoooot, dass ist ja Toney …. we are doomed“

So etwas ist meistens kein gutes Zeichen. Denn neben der offensichtlichen Sollbruchstelle (der ultimative Jump in die Elite der Liga – auch bekannt unter dem Namen Melo), sind die beiden Baustellen Backup Center und PG immer noch vorhanden – und die müssen adressiert werden im Kampf um die Playoffs dieses Jahr.
New York beschließt den Road Trip mit der Partie in Utah heute Nacht, bevor es kurzzeitig wieder gen Heimat geht. Siege dieser Qualität schießen mich mittlerweile nicht mehr komplett aus der Bahn. Das Spiel der Knicks gibt allen Grund dazu, Vertrauen zu haben.
Denn wie in meinem Post über das Lakers Spiel schon angerissen – Siege für New York haben in dieser Saison nichts mehr damit zu tun, ob der Gegner einen schlechten Tag erwischt – eher damit, wie gut die Knicks derzeit sind!

Januar 12th, 2011

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