Jazz Fest

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=E6XppXSoRrQ&hl=de_DE&fs=1&rel=0]

„All we could do was pray and hope that they started missing shots,“ Harrington said. „We upped our intensity and they started missing shots and it allowed us to get back into the game.“

Hmm, hat da Al Harrington etwa eingesehen, dass Defense die Basis eines jeden Erfolgs ist? Auch wenn ich mich jetzt ein wenig spöttisch über die Knicks – und im Speziellen Harrington – äußere, Al war der entscheidende Faktor, warum die Knicks diese Partie eng hielten. Denn nachdem ich Danilo Gallinari in den letzten zwei Wochen zum Positiven geschrieben habe, hat mein gestriges Preview Ihn wohl wieder zurück-gejinxed.
Es waren weder Gallo noch Toney Douglas, die die Knicks gestern am Leben hielten. Es waren die Spieler, die im kommenden Jahr nicht garantiert unter Vertrag stehen. Einerseits ist es die Anstrengung eben jener Free Agents, für einen neuen Vertrag zu spielen, andererseits ist es auch die Loyalität von Head Coach Mike D’Antoni, der den Veteranen und Free Agents diese Chance gibt.

Und da wir gerade von Free Agents sprechen … Carlos Boozer spielte ebenfalls groß auf und dominierte einen Foul-geplagten David Lee mit 26 Punkten & 14 Rebounds. Nach dem Spiel schwärmte Booz dann noch von Mike D’Antoni und den Knicks – es geht also schon jetzt los.
Bei aller Häme, Boozer bewies, dass er einer der besseren Power Forwards der Liga ist – natürlich auch begünstigt durch Deron Williams, der mit 23 Pkt & 14 Ast, sowie einem Killer-Crossover gegen Toney Douglas der Dirigent dieses Sieges war. Durch Boozer ergaben sich jedoch immer wieder freie Würfe am Perimeter – weil die Knicks „Defense“ auf den Power Forward kollabierte, sobald er dann Ball in Händen hielt. Als Resultat trafen die Jazz (wie die Knicks) neun 3er … nur dass New York 28 und Utah lediglich 16 Versuche benötigten.

Trotz dem Lee über weite Strecken auf der Bank saß, ereignete sich keine Reboundunterlegenheit – Al Harrington sprang gut in die Bresche und griff sich 17 Rebounds. Wenn dann der zweitbeste Rebounder jedoch Toney Douglas mit 6 ist, dann können in einem schon Zweifel hochkommen. Gallo ist ‚6’10, da sind doch mehr als 2(!) Rebounds drin.

Positiv erwähnen sollte man noch Sergio Rodriguez und Tracy McGrady. Letzterer erzielte in seinen 30 Minuten 13 Punkte, 4 Rebounds und 6 Assists. Ich bin fest davon überzeugt, dass T-Mac ein 18/7/7 Spieler sein kann, wenn er die Saison, Off Season und Training Camp verletzungsfrei übersteht.

Dieses Spiel fällt in die Kategorie „Gegner war besser, weil zwei All Stars“ und „New York kann mitspielen, wenn Intensität die Basis ist„. Die Jazz sind mit diesem Sieg auf Platz 2 im Westen geklettert und haben durch die Niederlage der Knicks ein paar Prozentpünktchen mehr Hoffnung auf einen hohen Draft Pick.

Diese Situation kann für beide Teams noch interessant enden. Denn was passiert, wenn Utah den dritten Pick bekommt und Derrick Favors (Georgia Tech), DeMarcus Cousins (Kentucky) oder Wesley Johnson (Syracuse) zieht? Wird Boozer dann überflüssig (mit Paul Millsap im Kader)?

Der Draft wird den Free Agent Sommer noch einmal kräftig aufwirbeln und ist selbst für New York nicht ad acta gelegt. Denn neben den beiden 2nd Round Picks könnte Donnie Walsh sich noch irgendwie in die Lottery oder Late 1st Round traden (siehe Washington/Minnesota im letzten Jahr).
Durch das (tatsächlich) verrückte March Madness Turnier werden einige Spieler wie Sherron Collins (vielleicht) in die zweite Runde gespült und der Pool an tollen Talenten noch erweitert. Der Draft könnte ähnlich tief werden wie der 2009er.

Der April ist nicht mehr weit und wir befinden uns am Vorabend einer der größten Berichterstattungen der Medien … Denn nach den Playoffs wird es losgehen mit der 24-Stunden Überwachung von James, Wade, Bosh & Co. – genießen wir noch die ruhige Zeit ohne große Aufreger – das hat bald ein Ende.

**Knicks Knotes**

Was lange Zeit gemunkelt wurde ist nun Fakt. Eddy Curry wird in dieser Saison nicht mehr für die Knicks auf dem Parkett stehen. Dieses (Curry-typische) Ende könnte auch der ausschlaggebende Faktor für einen Buyout im Sommer werden. Klar ist, dass der Fall Curry zwei Wege vorsieht:

  • Man behält Ihn um seinen $11 Mio. Vertrag als Trade Chip zu nutzen
  • Man kauft Ihn aus dem Vertrag und spart somit bereits in diesem Sommer (geschätzte) $2 Millionen – diese, plus sein Platz im Kader könnten dann für einen anderen Spieler verwendet werden

Die Eddy Curry Saga neigt sich wohl dem Ende entgegen. Übergewicht, andauernde Verletzungsanfälligkeit und Lazyness werden sein Schicksal wohl besiegeln. Aber machen wir uns nichts vor, sollte er irgendwann wirklich für ein anderes Team spielen, so wird er dort ein 14 & 7 – Guy … der Knicks-Fluch eben.


März 30th, 2010

5 Responses to “Jazz Fest”

  1. Jan Schaknowski sagt:

    …was mir son bischen in dem Bericht fehlt ist die nach wie vor schlechte defense, denn im ersten Viertel haben die Jazz zwar alles von außen getroffen, aber sie hatten in HZ 1 auch „too many easy layups“. Mit etwas mehr cleverness hatte man Utah auch noch mehr unter Druck setzten können, so bei 4-5 min auf der Uhr im letzten.
    Jetzt fragt ihr euch sicherlich: Warum regt der sich über son Spiel auf, die Saison ist doch eh gegessen…. Trotzdem kann man doch versuchen Spiele zu gewinnen. Und hier war mehr drin. Außerdem ist da ja immernoch meine Wette mit nem Kumpel wo es darum geht ob Philly oder NY den besseren Season Record hat, nach der Niederlage sind beide gleich auf bei noch 9 Spielen auf dem Plan. Schaun wa mal obs da dann der direkte Vergleich ausmacht, wenn beide gleichauf sind nach der Saison…

    Robert hat recht, obwohl wir uns kurz vor den Playoffs befinden ist es (für uns Knicks-Fans) noch eine eher ruhige Phase, aber spätestens wenn gute Teams früh ausscheiden sollten wirds schon heiß hergehen mit den rumors…
    Und dann der Startschuß in die Offseason… Donnie ist hoffentlich ausgeruht, in meinen Augen wird er der am meisten beschäftigte GM der Liga in der Offseason sein. Sind wir eigentlich mehr auf die Playoffs gespannt oder mehr auf die Offseason…?



  2. Robert sagt:

    Da hast Recht Jan … die Al Harrington Quote war da nicht aussagekräftig genug, war aber auch genau mein Gedanke.

    Eine Sache fiel mir besonders auf – im 4. Viertel ist David Lee (durch nen Switch) an Deron dran und läasst ihm mal 2 Meter platz. Als Williams den 3er nimmt, streckt Lee nicht mal seine Hand nach oben … das ist kein Coaching Fehler, sondern ein Spielerfehler und beweist, wie lazy man in der Defense ist.

    Im Allgemeinen wurde Harrington am Ende müde – er war der einzige der gegengehalten hat … ergo verliert man das Spiel.
    Ich denke, NY hatte Glück dass es so lang so eng blieb, da die Jazz sich auf ein Shooting Contest eingelassen haben – das ist die Taktik der Offense … den Gegner dazu bringen, mit zu werfen.

    Als die Jazz sich wieder besannen, war das Spiel dann entschieden …

    Playoffs sind natürlich toll, aber die Offseason wird eine der spannendsten Zeiten ever ….



  3. Jan Schaknowski sagt:

    Wenn dadurch die Chancen steigen nen shot auf Melo zu haben würde ich Curry sogar noch die ganze nächste Saison über mit durchschleppen, aber ich glaub auch das es auf nen Buyout hinausläuft. Und das Curry dann nächste Saison fit ist und min 15&8 für sein neues Team macht steht jetzt schon fest…

    Worüber ich noch n bisl grüble ist warum alle Welt gegen NY so überirdische Quoten hat?!? Mich würde mal die Statistik interessieren: FG% gegnerische Teams gegen NY und im Vergleich die „normale“ Saisonquote…ich glaub da würde es ne Überraschung geben.
    Liegt das nur an der Defense? In meinen Augen nur zur Hälfte, denn die anderen Teams denken sich sicher mittlerweile: aahh, heut gegen NY, na da haben wir ja platz und Zeit zum werfen… und wenn das vorher schon im Kopf ist triffste eben meist besser. Das es natürlich auch mal so ausgehen kann wie gegen Dallas ist auch klar, passiert aber in der NBA eher selten.



  4. Robert sagt:

    Hallo Jan,

    genau den gleichen Eindruck habe ich auch immer, deswegen gabs ein bissl Recherche:

    – Die Knicks sind ind er Statistik OPPOSING TEAM POINTS PER GAME auf Platz 26 von 30
    – Beim Vergleich OPPONENT FIELD GOAL PCT. sind Sie auf Platz 27 von 30

    Ein Teil der „7 Seconds or less“ Offense ist ja, dass der Gegner sich an den Spielstil anpasst und das hohe Tempo mitgeht – darunter leidet natürlich auch des Gegners Quote (wie bei Utah zu sehen war). Wenn Mannschaften sich auf Ihr Spiel konzentrieren, dann treffen Sie weit über .500% …

    Ist definitiv keine Philosophie die ich toll finde und ich bete, dass es in der kommenden Saison viiiiel mehr Defense geben wird – aus dieser dann schnell und attraktiv nach vorn zu spielen ist durchaus keine Hexerei und bedarf einiger weniger Tweaks …



  5. Jan Schaknowski sagt:

    Genau! Ich hab auch nichts gegen schnell nach vorne spielen und dann auch (mal!) einen guten, schnellen Wurf nehmen, aber doch bitteschön aus einer starken Defense heraus! Sonst wirds ne Nummer a la Golden State… ist zwar auch spektakulär anzuschaun, aber für Knicksdefense-Fans ist das natürlich keine Lösung.



Leave a Reply