Knicks (111) – Bucks (107)

Game Recap

Der Eröffnungssatz für das Game Recap war in meinem Kopf bereits verfasst – „Zu viele Turnover, zu viele Unzulänglichkeiten … zu viel Baron Davis„.

Klingt doch gut … dramaturgisch, zielgerichtet und ketzerisch. Hätte ich gedacht, dass es ein JR Smith 3er ist, der diesen Satz ad absurdum stellt? Und hätte ich je gedacht, dass ein JR Smith 3er in der Crunch Time mal die Saison und meinen Geisteszustand gleichermaßen rettet? Die Knicks bleiben sich einer Linie treu – sie verlieren nicht Back-to-Back unter Mike Woodson und haben mit diesem Sieg einen wichtigen Grundstein für das Erreichen der Playoffs gelegt.

Dieses Spiel besaß eigentlich alle Vorzeichen für einen Kollaps. Die Mannschaft landete nach der Niederlage in Chicago spät in Milwaukee, kam super in die Partie, konnte weder den katatonischen Start der Bucks ausnutzen – noch ein Auflaufen von Mike Dunleavy verhindern, verspielte den Vorsprung und lag die zweite Halbzeit über immer mit 2 bis 6 Punkten hinten.
Schlagzeilen schossen mir durch den Kopf … „Knicks verlieren Must Win Game“ …. „New York verpasst Playoffs“ …. „Baron Davis wird tot in der Dusche aufgefunden, erstochen mit einem angespitzten Löffel“ …. „JR twittert einen weiteren Hintern„.
Aber irgendwo zwischen der alten Furcht, die Knicks würden sich auf dem Boden zusammenrollen und der mentalen Vorbereitung auf das Armageddon blieb Head Coach Mike Woodson cool und vertraute seinen Spielern. Er vertraute JR Smith, der – wie Doris Burke ganz vortrefflich erkannte – sowohl beim eigenen als auch beim gegnerischen Trainer Angst und Schrecken verbreiten kann und er vertraute dem Heimkehrer Steve Novak, dessen Flamme gestern wieder zündete.
Spannen wir uns nicht selbst länger auf die Folter …. Steve kommt aus BROWN DEER … eine Stadt, ‚tschuldigung ein Ort namens Brown Deer. Ich kann verstehen, dass man das Reh in Wisconsin verehrt, aber Gegenden in Mecklenburg-Vorpommern heißen doch auch nicht „Marder“ …. oder „Wolf“.
Schön war allerdings, die Familie Novak zu sehen und wie sehr sie sich freuten, dass ihr kleiner Steve gestern aus seinem Shooting Slump hervorkroch und wie Phil das Murmeltier nicht vor seinem eigenen Schatten erschrak.

Denn in der Tat war er mit ein Unterschied zur Partie in Chicago. Novak’s 3er (und Schmidt’s) fanden in Chicago nicht statt – gestern sorgten sie für Entlastung in einem Spiel, was den gleichen Regeln folgte wie der Niederlage zuvor:

  • Eine schwache Defense der Guards … was mitunter an Baron lag, da alle anderen für ihn mit verteidigen mussten
  • Unkonzentriertheiten, welche direkt zu Turnovern und 26 Bucks Punkten führten.
  • Zu viele zugelassene Offensiv Rebounds
  • Ein zweites Viertel, welches nicht nur Mike Bibby hervorbrachte, sondern erneut den Rhythmus der Mannschaft torpedierte

Dürfen wir uns nun aber damit anfreunden, dass die Knicks nicht mehr die alten Knicks sind? Darf das Vertrauen in den Kampfgeist der Mannschaft von „sporadisch“ auf „standard“ hochgestuft werden?
Die Knicks besitzen Schwächen, die Fähigkeit, diese mit Engagement zu kompensieren ist jedoch bewundernswert und manifestiert sich von Spiel zu Spiel. Ein Gros des Lobs für diese Leistung verdient Mike Woodson, der sein Team wieder und wieder exzellent auf den Gegner einstellt. In Viertel 1 sahen wir ein kollektives ziehen zum Korb – ob der Lücke in der Mitte der Bucks Defense. In Viertel 4 legte man den Ball vertrauensvoll in Melo’s Hände.
Die Knicks folgen derzeit dem Maximalprinzip. Auch wenn die Defense – speziell beim Pick&Roll – nicht gewohnt gut war, so konnte man Milwaukee in den letzten 1:30h in Schach halten und wichtige Posessions verteidigen.

So hässlich die Partie (vor allem in Halbzeit Zwei) war, so sehr ist sie ein Wegweiser für die Fähigkeit der Mannschaft, Playoff Basketball zu spielen. Mike D’Antoni warf man immer vor, sein Stil wäre in den Playoffs zum verlieren verdammt. Mit einer harten Defense als Fundament und dem Ausnutzen von Mismatches in der Offense ist New York nun bestens aufgestellt, auch im Mai noch Basketball zu spielen.
Pünktlich zum April sieht die Freiwurfquote wieder rosiger aus und das Verlassen auf die Long Bombs geht zurück.
Die Knicks haben 2 Spiele Vorsprung auf die Bucks, den 2-2 Gleichstand und bleiben den Sixers auf der Spur. Platz 8 manifestiert sich und ein Wiedersehen mit den Bulls wird immer wahrscheinlicher.

Erfreuen wir uns heute also an unserer Mannschaft, die einen wichtigen Schritt in Richtung Playoffs getan hat und beweist, dass es prekäre Partien für sich entscheiden kann. Anbei noch die Stimmen nach dem Spiel … bei denen Schmidt wirkt, als hätte er eine Flasche Bourbon in der Dusche getrunken …



April 12th, 2012

7 Responses to “Knicks (111) – Bucks (107)”

  1. Andreas sagt:

    “Baron Davis wird tot in der Dusche aufgefunden, erstochen mit einem angespitzten Löffel” …. “JR twittert einen weiteren Hintern“. Robert, you made my day! Und Du warst es auch der mit Baron duschen war! 🙂 …nur für den Fall das irgendjemand darüber nachdenkt ob JR wirklich betrunken ist, nein, der redet immer so! Ja, echt. Hauptsache die Konzentration ist gegen die Wizzards wieder da. Vom Blatt gelesen ein Sieg mit 20. Im Rückblick auf die Saison wird sogar dieses Spiel spannend… 🙂



  2. Knicky sagt:

    Smith lallt doch immer so rum, für seine Würfe würde ich mir auch vor jedem Spiel Mut antrinken müssen. 😀

    Great Win… next stop, Wizards!



  3. Grandma sagt:

    JR Smith = Rick James…for real!

    http://www.youtube.com/watch?v=BGs8yf2zsHM



  4. Andreas sagt:

    NBA Basketball is a hell of a drug! 🙂 Leider ist Dave Chapelle Lakers Fan! Niemand ist perfekt… Das kann ich mir tausend Mal ansehen, das wird nicht langweilig!



  5. Mattes sagt:

    Vielleicht ist das Sonntag ja schon ein vorgezogenes Playoff-Spiel…



  6. Andreas sagt:

    …in jedem Fall ein Härtetest zur rechten Zeit. Play Off Charakter haben die Spiele gegen Miami immer, allerdings für jedes Team. Ich glaube gegen kein anderes Team wird so gern gewonnen.

    Ich hoffe nur das sich Shumpert nicht ernsthaft verletzt hat, JR müsste als Matchup gegen Wade herhalten… und ob das was wird?! Und da schau her… gegen die Wizzards darf Le Baron (Davis) mal zeigen dass er das Spiel eigentlich echt drauf hat… verstanden hat er’s jedenfalls. Gestern. Na mal sehen… 🙂



  7. razah sagt:

    Das Umknicken von Shump sah fies aus, ich hoffe wirklich das es nur ne leichte Bänderdehnung. Ich freu mich schon auf Sonntag, das SPiel wird mit paar Kumpels geschaut!



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