Knicks (85) – Dirk (95)

Game Recap

„The Knicks can look glorious. They can inspire crazy optimism. They can make you want to throw your remote control at the TV.“ – Mike Vaccaro, New York Post.
Diese Aussage passt zu meiner Hilflosigkeit im Finden der richtigen Worte nach der Niederlage in Dallas. Während der Partie durchschritt ich mehrere Täler, aus diesem Grund ist es vielleicht angebracht, von Viertel zu Viertel zu gehen, um zu analysieren, was bei den Knicks derzeit sichtbar(!) nicht läuft.

Waren wir uns alle zum All Star Break noch sicher, dass die vielen Tage an Trainingsmöglichkeiten einen Schritt nach vorn bedeuten würden, so sehen wir derzeit leider einen Rückschritt im Zusammenspiel der Mannschaft. Dabei war der Beginn der Partie gut. Die erste 5 bewegte den Ball und die Defense und fand im System den Abschluss. Dallas kam ein wenig holprig aus den Startlöchern – auch geschuldet durch’s Back-to-Back Programm.
Das Team schlug nach wenigen Minuten allerdings den Weg des freien Falls ein. Entweder suchte man überhastet den Abschluss oder verteidigte unklug – gegen Jason Kidd unter dem Screen durchzugehen, macht keinen Sinn, da Kidd seit 2 Jahren keinen bedeutsamen Basketballmoment in Korbnähe hatte … und wäre Vince gestern nicht „95% Dead – 5% Amazing“ gewesen, die Knicks hätten durch ihre schlechte Perimeterdefense mit weit über 20 zurückgelegen.

Mit – 12 ging man in das zweite Viertel – sonst ja die Zeit, in der man sich über die B-Side des Knicks Mixtapes (was sich Roster nennt) freut – nicht so gestern. Baron Davis, J.R. Smith und Jeffries (der dann auch verletzt ausfiel) konnten nicht den von uns bereits gewohnten und herbeigesehnten Schub bringen.
Viele kleine Fouls, kein konstantes Spiel im System und ein Roddy Beaubois, der mal wieder eine Karrierenacht hinlegte.
Was die Starter zuvor vermisst haben (Energie, Hustle) konnte die Bank leider nicht ausgleichen. Man lag immer so 10-12 Punkte hinten, konnte das Viertel jedoch etwas stärker beenden und den Rückstand auf 6 schrumpfen lassen. Vor allem Iman Shumpert war von der Bank eine Initialzündung, gewohnt gute Defense und zwei gute Offensiventscheidungen für 5 Punkte in wenigen Minuten. Warum die Knicks als Kollektiv jedoch den Distanzwurf suchten, anstatt gegen eine geschwächte Dallas Frontline zu ziehen, wurde bis heute nicht beantwortet.

Halbzeit – und ich war froh, dass a) Dirk noch nicht zum Hulk mutiert ist (1-17.000 FG) und b) Amar’e Stoudemire gut aussah. Auch seine Defense (von ihm selbst gewollt) gegen Dirk, wirkte solide. „Können die Knicks den Schwung mitnehmen, ist in der 2. Halbzeit vielleicht doch noch was drin ….“ – ein Mitschnitt direkt aus meinem Stammhirn.

Und *ZACK* war Dirk da … die ersten paar Minuten des 3. Viertels beobachtete ich die Entwicklung genau und hatte mir vorgenommen, STAT den schwarzen Peter zuzuschieben, da er zwar versuchte, die Produktivität von 3rd-Quarter-Dirk zu bringen, jedoch scheiterte.

Der Mitschnitt:
Dirk (Jumper) – Amar’e (Jumper) // Dirk (Miss) – Amar’e (Miss) // Dirk (J) – Amar’e (Miss) // Dirk (Rebound) – Amar’e (Turnover) ….

Der 6-Punkte Rückstand wuchs wie J-WOWW’s Brustumfang auf das doppelte an, war zeitweise im 3. Viertel sogar bei 19 Punkten. Was ich besonders schade fand war nicht die Tatsache, dass die Offense stagnierte und STAT ein wenig unglücklich agierte, sondern dass die Mannschaft wieder nach Januar aussah … als man kopflos und nicht geschlossen agierte, die Spieler rumstanden und man nicht in der Lage war, die Konsequenz und den Output des Gegners mitzugehen.
Geduld habe ich mehr als genug da man nicht über Nacht zusammenfinden kann – ich wünsche mir lediglich, dass alle Spieler konzentriert und mit Herz bei der Sache sind. Das war gestern nur streckenweise der Fall.

Das dritte Viertel hatte jedoch noch eine weitere Wendung parat. Jeremy Lin wirkte mit der Rückkehr Landry’s zum Ende des Abschnitts weit spritziger und aggressiver. Während Lin entweder Novak oder Fields ablegte bzw. selbst punktete, sammelte Landry fast jeden freien Rebound ein.
Hier möchte ich kurz auf die Diskussion eingehen, die in den letzten Tagen in New York um das Thema Starting Point Guard geführt wurde. Zu denken, es wäre besser, Baron statt Lin starten zu lassen, ist absurd.
Baron bewies im 4. Viertel zwar, dass er das Team führen kann, Jeremy’s Einfluss auf das gesamte Team und die Defense des Gegners ist jedoch viel wichtiger.

Davis führte allerdings im 4. Viertel die Kavallerie an … auch hier ein Mix aus Amar’e Stoudemire und 4 Reservisten. In diesem Moment spiegelte sich genau das wieder, was Moke Hamilton von SheridanHoops (@MokeHamilton) eben treffend via Twitter attestierte:

Funny how certain #Knicks like playing with each other: Shump/Stat, Melo/Chandler, Lin/Fields, Baron/J.R.

Mit Baron, Shumpert, Novak, Jorts und STAT auf Center kamen die Knicks zurück in die Partie – dank starker Defense von Iman und einem Stoudemire, der in 2010-2011 Form spielte.
Auch hier kommt der Insiderfan ins grübeln, ob eine Stoudemire auf Center vielleicht das Optimum darstellt … doch was macht man dann mit Tyson? Zweitweise führte diese 5 auf dem Platz sogar mit einem Punkt … bis … ja bis Carmelo, Lin & Co. zurück in die Partie kamen.
in dem Moment lag man wieder mit 5 Punkten zurück und schaffte den Anschluss nicht mehr.

Was ist die Moral der Partie? Zunächst die Star-Situation … als die Mavs Punkte brauchten, gingen sie über Dirk. Dieser suchte sich seine Spots, versenkte die Jumper und fand in Halbzeit 2 zu seinem Spiel.
Als die Knicks Punkte brauchten (…)! Melo ist nicht Melo … er sieht nicht aus wie Melo, er spielt nicht wie Melo und derzeit ist der Frustlevel beim Forward so hoch wie nie. Nach der Abstimmung wird weiterhin gesucht und das System mit seinen Ausstiegen, Pick & Rolls und vielen Passstationen scheint der natürliche Feind des Anthony’s zu sein.
Die große Herausforderung des Coaches bleibt, die richtige Mischung zu finden UND die Spieler zu integrieren. Ein Carmelo Anthony in dieser Rolle, mit dieser Form ist ein Fremdkörper. Wie kann man STAT’s gestrige Leistung kanalisieren? Ist sie nur auf Kosten Melo’s möglich? Laut New Post hat Amar’e wohl 10 Pfund in 10 Tagen verloren … vielleicht die Initialzündung für Throwback-STAT …

Was jedoch bei aller Integration bleibt ist die Leistung der ersten 5 … mit Lin auf dem Feld beobachtete ich, dass die … ich nenne es mal „Anstrengung“ in der Offense eine ganz andere ist, als bei der Reservisten während der STAT & Melo – losen Zeit.
Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass die Teams sich nun auf LinSanity eingestellt haben und der junge PG sich darauf erst einmal einstellen muss. Beim reinen Zuschauen fällt mir diese Diskrepanz allerdings auf … ein Melo muss sich nicht total reinhängen, um Spielzeit zu bekommen … Jeffries oder Novak hingegen schon.

Die Baustellen bleiben und die Hoffnung, dass das Team nach dem Break voll durchstartet, war dann wohl ein wenig zu voreilig. Daran wird der Trainer jedoch leider gemessen. Wie schwierig es ist, alle Spieler und ihre Stärken zusammenzuführen … ich weiß es nicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass es eine Mitarbeit aller bedarf, um Fortschritte zu sehen.
Ich habe nur die Befürchtung, dass der Scheinwerfer nun wieder auf den Trainer gerichtet wird, nachdem die Knicks in Boston und Dallas verloren haben und auch das Spiel in San Antonio nicht gerade einfach wird.

März 7th, 2012

One Response to “Knicks (85) – Dirk (95)”

  1. Magic sagt:

    Bekommt jetzt jedes Team seinen Fan-Schreiber?



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