Lockout-Indikator: New York Knicks

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Auch wenn diese These ein wenig vermessen klingt, die trügerische Ruhe rund um die Franchise unserer Herzen ist DER Indikator für die Situation um den NBA Lockout.
In dieser Woche vernahmen alle Basketballfans diverse schlechte Nachrichten. Das neuerliche Meeting zwischen der Spielergewerkschaft und den Inhabern verlief alles andere als positiv. Der Ton zwischen den beiden verhärteten Parteien verschärfte sich und Gewerkschaftschef Billy Hunter gab zu, er würde auf einen Ausfall der gesamten Saison tippen … wenn er denn wetten würde.

Da hofften viele Fans noch auf eine Initialzündung seitens des beendeten NFL Streiks, nur um dann einige Tage später mitzuerleben, wie die Phase „Schwere Geschütze“ anläuft.
In der besten Basketballliga der Welt herrscht Stillstand und immer mehr Spieler denken an ein Engagement im Ausland. Wie auch ihr habe ich mich des öfteren gefragt, warum es auch um die Knicks seit Saisonende so still ist. Sollten Sie die Zeit doch nutzen, um sich den Personalien abseits des Feldes zu widmen.
Alle Entwicklungen in den letzten Wochen lassen mich mittlerweile nur eines vermuten – die Knicks wissen mehr als viele andere. Ich gehe sogar noch so weit, dass ich sage, dass die Entscheidung über den Defensive Assistant eine Richtungsweisende für die gesamte NBA Saison ist.

Die Situation um die vakante Position des Assistenztrainers ist eine sportliche und politische zugleich. Trotz des Abschieds von Donnie Walsh erhielt „sein“ Head Coach Mike D’Antoni vom Verein, dem Interim-Management und sogar James Dolan selbst Rückendeckung.
D’Antoni ist in seinem letzten Vertragsjahr, eine vorzeitige Trennung ist unter sportlichen und finanziellen Gesichtspunkten eigentlich keine Option. Das Management möchte also auch in der kommenden Saison mit dem „Offensive Genius“ arbeiten, allerdings mit der Auflage, mehr Augenmerk auf die Defense der Mannschaft zu legen. Hierzu wird hinter den Kulissen nach einem Trainer gesucht, welcher – ganz nach dem bostoner Vorbild – eine volle Konzentration auf die Achillesferse des Clubs legt.

Seither wurden viele Namen in den Ring geworfen, angeführt von Lawrence Frank selbst, der in der letzten Woche jedoch aufgrund seiner Leistung in Boston den Head Coaching Job in Detroit erhielt.
Viele Experten sehen den Assistenzjob in New York als Segen und Fluch zugleich an. Segen, da diese Person unter Umständen das Erbe D’Antoni’s auf der Bank antreten könnte, Fluch, weil dieser Job zunächst auf ein Jahr befristet ist und nach 12 Monaten vielleicht das gleiche Schicksal nimmt, wie der unpopuläre Cheftrainer selbst. Geht man also den „High Risk – High Reward“ – Deal ein oder geht man lieber zu einem anderen Team?
Resultierend aus dem Wegfall Franks als Option ranken sich die Gerüchte dieser Woche um Ex Hawks Coach Mike Woodson. Woodson selbst hat sich – defensiv – nicht gerade einen besonderen Namen gemacht, könnte allerdings die Art von Coach sein, die das Risiko eingeht um in 12 Monaten vielleicht der neue Kopf auf der Bank zu sein.

In der jetzigen Situation rund um den Lockout und die Gefahr, dass es überhaupt keine Saison 2011-2012 geben wird, sind die Knicks jedoch gar nicht so erpicht, einen neuen Defensive Coordinator zu verpflichten.
Denn so schlimm wie der Ausfall der gesamten Saison sein könnte, er würde die Situation um den Trainerstab lösen. Die Saison fällt aus, die Verträge des Staffs sind ausgelaufen und man könnte 2012-2013 mit einem neuen Trainerstab beginnen (*hust* Phil Jackson *hust*).

In Anbetracht der relativ dünnen Decke an potenziellen Kandidaten ist die Zurückhaltung des Vereins in Sachen Trainerfindung derzeit also völlig nachvollziehbar. Die Knicks warten ab, handeln nicht überstürzt und achten genau darauf, welche Vorzeichen am Horizont erscheinen.

… Eine Haltung ganz im Stile eines Donnie Walsh …. wenn er denn noch da wäre ….

 

August 5th, 2011

3 Responses to “Lockout-Indikator: New York Knicks”

  1. Maximilian sagt:

    Ist das wirklic so? Ruhen die Verträge nicht während des Lockouts? D´Antoni und die anderen bekommen doch das Geld erst am Ende des Lockouts rückwirkend. Verlängert sich der Vertrag dann nicht um ein Jahr, also die verbleibende Dauer, sollte der ockout wirklich die ganze Saison umfassen?



  2. Jan Schaknowski sagt:

    Schön mal wieder was zu lesen, aber thematisch könnte man das heulen der Wölfe anstimmen. Sollte man wirklich so bescheuert sein eine gesamte Saison ausfallen zu lassen? Die Liga befand sich gerade auf einem guten Weg die Fanbase stetig zu erweitern, und im Wettstreit mit den anderen großen Sportarten Boden gutzumachen. Ich verstehs einfach nicht, klar geht es um viel Geld, da sind Verteilungskämpfe immer vorprogrammiert, aber letzlich geht doch viel mehr den Bach runter wenn die Saison flöten ist.
    Zu den Knicks kann ich Rob nur zustimmen, sich momentan ruhig zu verhalten und mit der Trainersuche nichts zu überstürzen ist genau richtig. Aber viel falsch machen kann man ja im Moment auch nicht…



  3. George sagt:

    Bad news:
    „Ominous news over the weekend. Multiple NBA sources whispered that there was a contingent of league owners eager to get a collective-bargaining deal signed, and a second, determined to drag the lockout into January or beyond, because they believe the league needs rectify a broken salary system at all costs.“ (via)

    Funny news:
    Lockout Professionals



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