NEU: Quick Shots

Quick Shots

Zwar befinden wir uns gerade erst am Beginn der neuen Saison 2010-2011, trotz alledem hat die Quantität der Berichterstattung nie da gewesene Höhen erreicht. Diese Informationsschnipsel, ob nun Knicks-spezifisch oder nicht, immer in einen großen Artikel zu packen, wird Euch mit Sicherheit irgendwann langweilig.
Darum wird es ab jetzt – neben den „News around the Web“ – auch die „Quick Shots“ geben. Quick Shots sind im Grunde Gedankengänge und Überlegungen, die ich mir über den Tag mache. Sie werden natürlich zum größten Teil Knicks related sein und sollten die Diskussion untereinander anregen.

Die 3-Niederlagen-Serie unserer Lieblingsmannschaft, die wir gerade auf die stille Treppe geschickt haben, hat mich nachdenken lassen. Überrascht war ich, als TheKnicksBlog.com die im Grunde identischen Überlegungen anstellte.

Die Offense

Ich habe dieses Thema bereits mehrmals in den letzten Monaten angeschnitten. Das stets gepriesene Seven Seconds or Less (SSOL) System von Mike D’Antoni war in Phoenix sehr erfolgreich. Viele Experten behaupten sogar, die Suns wären 2008 ins Finale gekommen, hätte es die Suspendierungen von Amar’e & Co. nicht gegeben, weil diese damals nach einem Bodycheck von Robert Horry an Steve Nash von der Bank aufsprangen, um Ihrem PG zu Hilfe zu kommen.
Spieler und Fachwissende gleichermaßen äußerten sich stets positiv zum Run-and-Gun/Free Floating System. In New York hat D’Antoni jedoch weit weniger Erfolg als in Arizona. Vieles wurde dem Fehlen eines guten Point Guards zugesprochen. Sobald ein PG (à la Steve) dieses System beherrscht, ist es tödlich.
Leider lässt sich dies derzeit nicht erkennen. Statistisch ist Raymond Felton grundsolide. Er verteidigt sehr gut, ist ein exzellenter Passer und hat in jedem Spiel offensive Glanzmomente. Sein Stepback Jumper fällt regelmäßig und auch aus der Distanz trifft Ray mindestens ein mal pro Spiel.
Schwächen zeigt er im so wichtigen Pick-and-Roll mit Amar’e Stoudemire. Dies funktioniert bisher nicht und lässt die gesammte Offense unbeweglich wirken. Das PnR ist jedoch nicht das Hauptproblem der Knicks. Es ist die offensive Kreativität und Abwechslung, die dem Team von Mike D fehlt. Amar’e ist der einzige konstante Scorer, alle anderen stehen meist um Ihn herum und schauen zu, bzw. sind nicht in der Lage zu „spacen“.
Über die Partie hinweg fehlt den Knicks außerdem der konstante Scorer. Amar’e KANN dies nicht sein, da die Defense des Gegners überhaupt gar keinen Grund hat, sich nicht auf Ihn zu konzentrieren. Viel zu ungefährlich und inkonstant sind Spieler wie Gallinari, Chandler oder Douglas. Der Artikel auf TKB.com stellt hier vor allem einen Mangel an Scorern auf der Flügelposition heraus.
Genau dieses Konzept geht bei den Knicks derzeit nicht auf. Felton & Stoudemire im stets gefährlich Pick & Roll und Gallinari als Wingscorer. Gallos Situation an sich ist mir derzeit ein wenig schleierhaft. Manche Beobachter reden sogar davon, dass der Italiener in der Offense teilweise ausgegrenzt wird. Fakt ist, dass Dino wenige Touches hat … resultierend entweder daraus dass er sich nicht richtig frei macht oder dass er den Ball einfach nicht bekommt, bzw. mal ein Iso für ihn gespielt wird.
In der jetzigen Situation ist es klar, dass er keine 20 Punkte machen kann … nur wenn er so heiß läuft wie gegen Chicago. Seine Wurfversuche sind spotty und nicht konstant. Gallo ist im teaminternen Vergleich auf Platz 5 der Field Goal Attempts (9.3) – zum Vergleich, Chandler hat 15.5!
Genau 50% dieser Versuche startet Gallo von der 3er Linie – entweder weil es das System erlaubt oder weil er sich seine Möglichkeiten erzwingen muss.

Dies bringt uns schon zum zweiten Punkt. Die Knicks ballern pro Partie 25 mal von der 3er Linie auf den Korb  treffen jedoch nur 32.8%. Ein normales Offensivplay sieht normalerweise so aus, dass 5 Spieler um den Perimter herum stehen und der Ball über den Big Man nach links oder rechts verteilt wird. Zwischen durch gibt es noch ein paar On/Off-Ball Screens … alles mündet jedoch in einer Long Bomb.
Dass Gegner hierbei wenig Schwierigkeiten haben ist klar. Das System muss dahingehend angepasst, der Ball öfter nach innen gebracht werden. Ein solides Mid Range Game oder Isolation fehlt vollkommen. Und wenn man Gallo schon mit Dirk vergleicht, dann sollte man auch überprüfen wie dieser seine Punkte macht … durch Isolation Calls.
Der Fall Gallinari ist vielschichtig … natürlich benötigt er die Unterstützung seiner Teamkollegen und seines Coaches, er muss sich aber auch selbst steigern in dem was er tut.
Dies alles lässt also die Frage offen, ob es am System oder an den Spielern liegt. Persönlich kann ich diesem System rein gar nichts abgewöhnen. Ich bin ein Verfechter des klassischen Basketballs, wie Ihn viele erfolgreiche Mannschaften praktizieren (Boston, Milwaukee oder Utah).
Ist das System jedoch nicht die Ursache, dann sind es die Spieler, die mit den gegebenen Freiheiten nicht umgehen können. Wilson Chandlers Stats sind (bisher) recht beeindruckend. Sieht man Ihn spielen, erhofft man sich jedoch mehr als 5 Versuche von der 3er Linie. Das System gibt Freiheiten, diese Freiheiten verleiten die Spieler jedoch, absurde Entscheidungen zu treffen. In einer disziplinierten Offense würde das nicht passieren.

Die Defense

Ein heikles Thema. Manche sind der Meinung, für die Defense benötigt man nur Engagement und kein Talent, andere setzen Talent (mental und körperlich) voraus, um eine gute Defense zu spielen. Die Wahrheit liegt meines Erachtens nach in der Mitte (wie immer).
Es gibt zig Beispiele von Mannschaften mit einem niedrigen Level an Talent jedoch einem hohen Maß an defensivem Erfolg. Defense muss von Seiten des Coaching Staffs priorisiert werden. Mit einem Herb Williams, der auf der Bank sitzend eher an sein baldiges Abendmahl denn an die Defensive Approach denkt, scheint dies jedoch derzeit in weiter Ferne.

Schlechte Rotation, kein Shot Contesting, Switchen am Block, schlechte Transition Defense …. diese Keywords charakterisieren die Defense der Knicks. Und entweder ist D’Antoni der Meinung, dass mit einem Überwinden der offensiven Flaute alles in Vergessenheit geraten wird oder er erreicht die Spieler nicht mit dem Konzept, dass Ihm vorschwebt.

Erschreckend finde ich nur, dass diese neue Mannschaft der alten in vielen Bereichen sehr ähnelt – die einzige Konstante ist der Coach … voran kann es also liegen? Im Fußball sehen wir bei einem Trainerwechsel oftmals einen Befreiungsschlag des Teams, resultierend daraus, dass die Chemie nicht stimmte. An diesem Punkt sind die Knicks noch lange nicht. Hält dieser Trend jedoch an, wird das Jahresende sehr ungemütlich für Mike D’Antoni.

November 12th, 2010

4 Responses to “NEU: Quick Shots”

  1. Sebastian S. sagt:

    Oouh Rob, das ist wirklich so das erste mal wo ich spontan sagen würde, da bin ich größtenteils anderer Meinung.

    Zum 1. finde ich das Gallo sich selber ausgrenzt, er bekommt regelmäßig den Ball im Post zumindest zum Anfang der Spiele. Meistens endet diese Iso in einem Fadeaway Jumper. Und auch wenn er frei and er 3er Linie steht bekommt er von jedem (ausser von Chandler, der spielt nicht ab) da den Ball. Das ist zumidnest, dass was ich sehe.
    Anhand der Comments die Gallo nach dem Warriorsspiel im Lockerrom von sich gegeben hat, merkt ma nauc hganz klar. Das er den Glaube an sich selber völlig verloren hat. Und ohne selbstvertrauen, kann man auch gleich zuhause bleiben – NBA = No Boys Allowed – Dazu gehört meiner Meinung nach auch, das man Mental tough ist und sich nicht so runterziehen lässt. Jeder weiss das Gallo spielen kann. Aber dazu muss er sein Selbstvertrauen zurück gewinnen. Das hat mMn nichts damit zu tun das er zu wenig touches hat o. ä.

    Andere Sache: Die Defense, gefällt mir eigentlich ganz gut (über strecken). Okay, Ronny hat gefehlt gegen GSW, deswegen war das Contesten etwas weniger als zuletzt. Leider haben wir auch immer wieder über einige Minuten totale defensiv ausfälle. Aber im Grunde genommen ist das um Lichtjahre besser als alles was wir in den letzten 3-4 Jahren gesehen haben an Defense.

    Viel mehr stört es mich, das phasenweise einfach unkonzentriert gespielt wird. Bälle werden lustlos ohne Körperspannung Crosscourt gepasst, es wird nciht energisch zum rebound gegangen, etc. pp.

    Ich kann mich mittlerweile mit dem Gedanken an einen anderen Coach anfreunden, ich kann mir die chuckerei nicht mehr angucken irgendwie.

    Wie du schon sagtest, zu viele ähnlichkeiten mit den vergangen Teams.

    -Sebastian



  2. Robert sagt:

    Sebastian,

    wirklich gute Argumente, du hast mich ein wenig überzeugt. Vielleicht kommt meine Einschätzung einfach daher, dass seine Aktionen nicht in „einem Flow“ sind … bei anderen Spielern in seiner Rolle in anderen Teams ist einfach ein gewisser Fluss durch das gesamte Spiel zu sehen.
    Gallo hingegen taucht komplett ab … taucht dann auf und macht nüscht (oder falsches). Seine Wurfversuche von unter 10 sind jedoch ein Beleg dafür, dass man Ihn entweder zu wenig featured, oder dass er nicht aggressiv genug ist.

    Ich werde Ihn weiter beobachten …. ganz klar ist aber: Mit Melo hätten wir dieses Problem nicht und wäre vor der Saison eine Chance da gewesen, ihn für AntRand, Gallo, Curry zu bekommen … (…)

    Über den Coach will ich noch nicht reden …. zu viel würde in die Brüche gehen wenn er geht … ich hoffe dass er hart an den Problemen arbeitet …. dieser Artikel hat mich etwas beruhigt:

    http://www.nypost.com/p/sports/knicks/cut_it_out_kid_7z1dvIkrfKhsNhGBPstyiP

    Zumindest ist er sich der Probleme bewusst ….



  3. Strucki sagt:

    Ich bleib dabei die hauptschuld der „qualität“ der Mitspieler von Amare und Ray zu geben(der Vergleich mit phoenix damals passt ja perfekt, da war mehr los als nur die 2)
    Der qualitative abfall zu den „anderen“ im Roster ist einfach zu eklatant.
    Mit einem Gallo, Chandler oder auch turiaf in der Starting 5(zumindest was die Spielzeit betrifft) hat man ganz einfach generell nicht das material regelmäßig Spiele zu gewinnen- selbst Larry Brown würds nicht besser ergehen(tun wir mal so als hätte er es noch nicht probiert..) sieht man sich charlotte an hat man auch dort mehr Spieler die im Setplay scoren können.
    Es kommt garantiert noch ein größerer Umbau des Kaders wenn der fokus in NY wirklich darauf liegt in näherer Zukunft ein Contender zu werden- ein Team dass „nur“ in die Playoffs kommt zählt für mich nicht- und der stetige Aufwärtstrend vom Playoffteam zum Champion passiert in der NBA sowieso nicht- nennt mir einen Champion in den letzten 15 Jahren der sich entwickelte??
    Also beten wir für einen gelassenen Carmelo der sich nicht doch noch für ein anderes Team entscheidet- und erfreuen uns an den Karrierenächten unserer Gegner.
    Kevin Love ist der nächste Winner deines vor kurzem eingeführten Awardes!!



  4. sebastian s. sagt:

    21 punkte gegen minnesota darf man nciht hergeben. Ohne Turiaf ist die interior defense = 0

    Ich weiss nicht, was felton noch besser machen soll (abgesehen vom PnR). die Jungs treffen einfach nicht bzw finishen nicht, auch amare nicht.

    Ich versteh es nicht, womit haben wir das verdient?



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