New York Knicks 15/16 … was ich gelernt habe

Knicks 2015_2016

Das Training Camp ist seit dieser Woche über uns hinein gebrochen, das vorsichtige warm machen für die neuen Saison beginnt. Knicks Basketball ist zurück, wie jedes Jahr. Genau so wie lange Previews, Analysen und Portraits der neuen Spieler und ihrer Fähigkeiten. In dieser Vorbereitung mache ich es mal anders. Anstatt fünf Absätze lang zu erklären, wie Kevin Seraphins Low-Post-Game den Knicks helfen kann und wie stark Melo in dieser Saison tatsächlich sein wird (Tipp: Monster), beschreibe ich, was ich über die Knicks 15/16 schon gelernt habe; entweder durch die Summer League, Interviews oder meine 270 Stunden NBA 2k16 (das ist kein Scherz).

1. Stellt euch auf eine schnellere Offense ein

Was die Knicks der vergangenen Saison zum Ende hin versuchten (und dank mangelnder Klasse nicht ganz schafften), was jedoch wesentlich deutlicher in der Summer League zu begutachten war, ist der Wille, eine dynamischere, schnellere Offense zu spielen. Mit Jerian Grant und Langston Galloway auf der Eins initiierten die Summer Knicks ihr System zunächst mit einem hohen Pick & Roll. Das Material und die Athletik ist nunmehr vorhanden, um aus der Lethargie der Triangle 14/15 auszubrechen und das Tempo hoch zu halten.

Erinnern wir uns: Was war mehr als deutlich zu sehen im vergangenen Jahr? Stagnation im offensiven Fluss. Spieler standen wie angewurzelt auf einem Fleck und warteten darauf, dass der Mitspieler seinen – vorher ausgemachten – Weg läuft. Ich kenne es selbst, spielt man ein neues System intuitiv-frei, wird jeder Schritt gedacht. Die Knicks besaßen eine schwache Pace und übten zu selten Druck auf die Defense aus.

Derek Fisher hat mehrmals betont, die Offense dahingehend anpassen zu wollen. In Vegas sahen wir des öfteren PnR oder PnP Action über Grant/Porzingis. Hierdurch entsteht Bewegung und Druck auf die Defense, ohne die Triangle zu verraten. Darauf sollte in den ersten Partien besonders geachtet werden. Mehr Dynamik und Fluss in der Offensive.

2. Die Evolution des Coaches

Mit das wichtigste Puzzleteil in der weiteren Entwicklung der Franchise ist Derek Fisher. Nach seinem ersten Jahr, einem Lehrjahr, wird Fish einen großen Sprung in seiner Entwicklung als Coach nehmen. Direkt vom Parkett auf die Bank zu wechseln war für ihn persönlich nicht einfach. In diversen Interviews beschreibt er seine Lernkurve allerdings recht gut. Und seine Rückkehr zu seiner eigentlichen Persönlichkeit … Bart inklusive.

3. Carmelo Anthony sollte nicht abgeschrieben werden

Der Abgesang auf Melo – sowohl in New York, als auch als Superstar der Liga – wird vielerorts schon angestimmt. Weitere Verletzungen ausgenommen wird Melo ein Monster-Jahr spielen. Bereits 2012/2013, dem Jahr der 54 Siege, wirkte die Mannschaft um ihn nicht besonders spektakulär. Was sie hingegen schaffte war, professionell Basketball zu spielen und sich in das vorhandene System einzufinden. Parallelen zu diesem Team sind erkennbar. Ergo sollte Melo – wie vor drei Jahren – wieder zu alter Stärke zurückfinden und die solide Qualität um ihn herum für sich nutzen können. Die Knicks werden mehr als Team spielen (müssen), der Kader besitzt mehrere Spieler, die jede Nacht zweistellig punkten und Anthonys Pässe verwerten können. Er fit, plus ein Team, welches auch als Team agiert und Melo könnte ein starkes Comeback feiern. Seine harte Arbeit während der gesamten Off-Season sei dabei nur am Rande erwähnt.

4. Die 2k-Knicks sind eine Wonne – warum also nicht auch in echt?

Seit einer Woche spiele ich mit den Knicks – momentan der einzige Bezugspunkt für mich, da die Videos aus dem Training Camp einen hinter’s Licht führen. Auch wenn Melo noch immer nicht lebensecht wirkt, so ist seine Rolle im Team klar definiert. Er ist der Scorer, derjenige, der Chancen für seine Mitspieler kreiert. Langston Galloway und Arron Afflalo bilden einen absolut soliden Backcourt. Beide können auf der nächst-größeren Position spielen, was es auch den Real-Knicks erlauben sollte, einige variable Aufstellungen zu fahren. Eine Line-up aus José (oder Grant), Galloway, AA und Melo auf der Vier kann ergänzt werden mit Zinger, Seraphin, Lopez oder O’Quinn. Kristaps ist in 2k grandios. Er bewegt sich sehr gut in der Triangle, kann PnR/PnP Action ausführen, im Post entweder Face-up spielen und den Jumper treffen oder im Rücken der Defense zum Korb schleichen. Er bewegt sich flink und filigran, etwas das sehr nahe an der Realität ist.

Die großen Positionen sind bei den Knicks erstklassig besetzt. Robin Lopez ist der defensive Anker, Kevin Seraphin bringt von der Bank Toughness und Scoring im Low-Post, Kyle O’Quinn ist im PnR, besonders aber PnP sehr stark. Die Mannschaft reboundet sehr solide und kann, erstmals seit Jahren wieder, den Ring beschützen. Probleme existieren bei allen Akteuren in der PnR-Defense. Auch in der kommenden, realen Saison wird NYK an den Feinheiten und Facetten der Defense arbeiten (müssen). Phil Jackson hatte erst kürzlich erklärt, dass die wahre Stärke seiner früheren Teams stets die Defense war.

Die Knicks spielen sich wie eine Mannschaft, die als Team agieren muss, um Partien zu gewinnen. Genau das wird uns in der kommenden Saison auch erwarten. Ich freue mich auf die No-Glitter-Knicks. Ich freue mich auf eine Ansammlung an Spielern, die zu einer Einheit verschmelzen wollen und schon jetzt den Weg des Coaching Staffs ohne Vorbehalt mitgehen.

Warmup-Ende.

…. bevor jetzt alle die Seite schließen – schickt mir eure Fragen. Entweder hier in den Kommentaren, auf Facebook (http://www.facebook.com/nyknicksjournal) oder via Twitter. Alles wird in einem Mailbag diskutiert. 

Oktober 2nd, 2015

4 Responses to “New York Knicks 15/16 … was ich gelernt habe”

  1. Jan sagt:

    Rob is back – danke für den Input! 🙂

    Teile wie so oft deine Meinung in ziemlich allen Punkten, gerade das Zusammenspiel als Team wird direkt ein Fingerzeig sein wie weit es in der Saison gehen kann. Spielt man gut zusammen und ist eine Einheit kann es eine gute Saison werden, gibts Probleme könnte es eine 25-30W Saison werden, viel schlechter kanns glaube nicht kommen. Läufts gut sollten die Playoffs nicht unmöglich sein.

    Bin gespannt inwiefern Phil sich mehr einbringen wird, hat er ja selber gesagt. Obs eher video-studium und besprechen wird oder „on the hardwood“…? Denke mal wenn er im Training dabei sein sollte würden das keine öffentlichen Einheiten sein. 😉

    Ein Problemfeld könnte die Minutenverteilung auf den großen Positionen werden, wenn Melo auf der 4 auch noch regelmäßig zu finden ist (wovon wir ausgehen können) dann wirds eng allen bigs minutentechnisch gerecht werden zu können. Lopez, Seraphin, O´Quinn, Zinger, Melo, Derrick Williams, Thomas & Amundson…und wir sind noch im camp, da können noch welche dazu kommen.

    Am meisten gespannt bin ich auf Melo´s Fitnesszustand, am meisten freuen tu ich mich auf KP, Grant & Early, bei dem ich hoffe dass er nicht gaanz tief in der Bank versinkt… 😉 Go Cle! 🙂



  2. Chazz79 sagt:

    Zu dem Beitrag, der sich ja sehr positiv anhört, möchte ich gerne sagen, dass wir da auch weiterhin sehr sehr geduldig sein müssen. Ich sehe das auch positiv, wir sind auf jeden Fall schneller und größer als im letzen Jahr:-) Haben mehr Spieler, die zum Korb ziehen können und auch ne gute Auswahl von shootern. Da ist das Team, so aus der jetzigen Perspektive sehr ausgewogen zusammengestellt. Ich denke dass, was die Balance betrifft bei der Teamzusammenstellung in dieser Free Agency wir den besten Job der Liga gemacht haben!!!

    Aber wie das ganze jetzt wirklich aussieht zum Tip Off, das bleibt einfach nen EI. Gerade die Mentale Seite kannst Du nicht trainieren, da können die sich noch alle so gut verstehen. Gehen die ersten Spiele verloren, egal wie auch wenn gut gespielt wird, ist der Druck einfach da. Frust kommt dann auch schnell dazu. Es ist so simple wie schwer, im Prinzip zählen nur Erfolgserlebnisse. Ich finde, dass wir da leider einen sehr schweres Auftaktprogramm haben.

    Schauen wir mal, wie die ersten Pre-Season Games laufen.

    GO NY GO NY



  3. manu sagt:

    gerade das höhere Tempo in der summer league und die aussagen in die Richtung stimmen mich auch optimistisch. der Kader scheint recht ausgeglichen besetzt, wenn melo und evtl calderon wieder zu seiner Form finden sind die Hoffnung auf 35 – 40 wins nicht völlig unrealistisch.
    aber mit dem rookies müssen wir geduldig sein auch grant wird lehrgeld zahlen müssen und zinger wird defensiv eine Zumutung sein bis er physisch stark genug ist auf der 5 zu spielen (für die 4 reicht seine Beweglichkeit va lateral einfach nicht aus)



  4. thortsch-mann sagt:

    Ich bin gespannt! Endlich geht es wieder los! Sehr schöner Beitrag, vielen Dank!

    Wenn man so die Interviews aus dem Trainingscamp hört. dann scheinen sich die Neuen Knicks schon sehr gut als Team zu verstehen. Interessant wird auch sein, wie die Starting Five aussieht. Calderon, Melo und Lopez scheinen ja gesetzt zu sein. Wer startet noch? Ich denke Afflalo und O’Quinn (wude von Fish auch wegen seiner mannschafltichen Art sehr gelobt).

    Sehr gespannt bin ich natürlich auch auf die beiden Rookies. Wie schnell findet Porzingis zurecht? Wie schnell kann schon Grant das Spiel lenken?

    Aber auch die anderen Neuen sind vielversprechend. Neben Afflalo, Lopez und O’Quinn erwarte ich auch einiges von Seraphin. Vujacic soll ja bisher laut NY Post einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben und einer für die Rotation sein. Sehr spannend wird auch sein, wie sich Williams einfügt. Was können wir von ihm erwarten?

    Zu guter Letzt bleibt die Frage, wie Early, Gallow, Thomas und Lou wieder einfinden. Gerade auf Early bin ich sehr gespannt. Ich hoffe, er bleibt verletzungsfrei und kann ein wenig Konstanz in sein Spiel bringen.

    Ich bin gespannt!



Leave a Reply