Oh Woody, you little Rascal.

20140115

Da liefert uns der liebe Mike Woodson einen Teaser, wie abwechslungsreich das Leben ohne J.R. aber mit Toure‘ Murry, Tim Hardaway Jr und Iman Shumpert, abgemischt mit Chandler und STAT sein kann (im zweiten Viertel) und dann rückt er von dieser – doch erfolgreichen – Linie wieder ab. Erstens, Murry ist kein Game-Changer, versteht mich nicht falsch. Einige würden argumentieren ich hege die selbe Romanze mit Murry wie Woody mit J.R. und … ja, das respektiere ich. Wenn man allerdings – neben des offensichtlichen Back-to-Back Problems – auf die eigentlichen Gründe dieser Niederlage gegen Charlotte schaut, dann frage ich mich, warum Mike Woodson in der zweiten Halbzeit nicht an der Erfolgsformel aus dem besten Viertel der Knicks (2Q) festgehalten hat. In diesem kontrollierten die Knicks das Spiel trotz Müdigkeit nämlich mit einer Komponente: Der Defense.

Punkt Eins, die Bobcats sind nicht mehr die selben Bobcats wie noch in den letzten zwei Jahren. Wer das NBA Geschehen verfolgt wird vielleicht mitbekommen haben, welche positive Arbeitsmoral Steve Clifford in dieser Mannschaft installiert hat. Charlotte rangiert defensiv in den oberen Rängen der Liga und etabliert zum ersten Mal seit Jahren wieder eine Identität, sowohl offensiv als auch defensiv. Gegen die Knicks fand Team Jordan nach anfänglichen Schwierigkeiten den offensiven Rhythmus. Wie? Ich bin froh, dass ihr nachfragt. Über ein kontinuierliches Inside-Outside-Game, welches Ende des ersten Abschnitts mit Al Jefferson begann. Big Al, der in den ersten beiden Partien zwischen diesen Mannschaften fehlte, etablierte sich in der Zone, fand zu seinem Spiel, was wiederum den Raum für den Backcourt der Bobcats eröffnete. Der Philosophie Cliffords ist hierbei so genial wie einfach, setzte Jeffersons Leistung (35 Punkte bei 14-20 FG) den Grundstein für Kemba Walkers Leistung in Halbzeit Zwei, die ultimativ das orange-blaue Genick zum brechen brachte. Schaut man also auf die Gründe für diese Niederlage in North Carolina, dann sind die Auswirkungen dieses Back-to-Backs nur die Teilwahrheit. Die Bobcats sind nämlich auch gar nicht so schlecht, was die Stats beweisen (50% FG und 42% 3P).

Punkt Zwei, das Fehlen von J.R. Smith ist nicht der Grund, warum die Knicks verloren. Auch wenn die Offense ab und an (vor allem für Melo) stotterte, 48% aus dem Feld sprechen nicht gerade dafür, dass New York das Spiel aufgrund eines J.R.-Mangels abgab. Ein Viertel gibt Aufschluss darüber, was gestern lief und was nicht – das zweite Viertel, in welchem Woody Toure‘ Murry, THJr und Shump spielen ließ. In dieser Zeit holten die Knicks den Rückstand auf und gingen in Führung – mittels sehr guter Defense gegen den Backcourt der Bobcats. Murry war in 8 Minuten +13, verteilte den Ball schön und markierte zwei Assists. Durch Murrys Spiel zündete Tim, welcher dann wiederum Raum hatte sein Spiel zu variieren und zum Beispiel via Alley-oop Tyson Chandler fand. Nicht Murry allein war der Faktor, sondern seine Spielweise, die wie eine Kettenreaktion durch seine vier Mitspieler ging. Zum Ende des zweiten Viertels kam Felton zurück – der Moment, in dem Charlotte sich die Führung zurück eroberte und ultimativ den Rhythmus für Halbzeit Zwei fand.

Wie oft Ray Felton nicht in der Lage war, Walker oder Sessions zu verteidigen und resultierend daraus den Switch forderte, ist schon bemerkenswert. Der Switch, liebe Freunde, war dann der rote Teppich für Walkers zweite Halbzeit, in welcher er ein Gros seiner 25 Punkte lieferte – meist gegen Kenyon, STAT oder Bargnani. „Aber was ist denn mit Murry in Halbzeit Zwei?“ Ich freue mich dass ihr fragt. Toure‘ Murry saß in Halbzeit Zwei und machte Platz für Beno Udrih, der zwar gut mit Amar’e Stoudemire in der Offense harmonierte in der Defense allerdings so tat, als würde ihn das alles nichts angehen.

Nicht Woodsons Entscheidung, J.R. ein weiteres DNP-CD zu geben, sondern die Tatsache, dass er nicht erkannte, welche Lineup funktionierte, ist der eigentliche Grund für die Niederlage. Die Knicks hätten in Halbzeit Zwei zu einem Push ausholen können, als Melo langsam heiß lief. Das mangelnde Feingefühl für diese Umstände hat Woodson erstklassig drauf. Was J.R. betrifft, jeder kann aus den Kommentaren herauslesen was man will. Seine Zitate sind der Beweis, dass J.R. ein verzogenes Gör ist, welches gedacht hat, mit der üblichen „I play nice“ – Routine wieder durch zu kommen und nun bockig ist. Ein kleiner Teil in mir hofft, dass es heute einen Trade geben wird. Zeitlich würde es perfekt passen, da Smith ab heute getraded werden darf, er also gestern nicht spielte und am Donnerstag schon nicht mehr zum Team gehört. Zugegeben, der Teil in mir ist groß, die Hoffnung allerdings klein. Einen Gary Neal + Change oder Thabo Sefalosha + Change würde im im übrigen mit Kusshand nehmen.

Auch wenn die Knicks auf eine 5-Siegesserie zurückblicken können, ist euch mal aufgefallen, dass all die guten Dinge aus dem Texas Triangle (Ballbewegung, Shumpert, Defense) mittlerweile wieder verschwunden sind? Nur mal so …

 

Januar 15th, 2014

15 Responses to “Oh Woody, you little Rascal.”

  1. Derek Harper sagt:

    Dein letzter Satz spricht ja übelst gegen Ray und ich muss leider sagen, dass ich es auch so empfinde. Ich will nicht, dass Ray groß zu Scoren anfängt, er soll die in der Offense Flow kreieren und sich in der D einfach nur reinhängen. Er wird nie ein Defense-Spezialist, aber zumindest Einsatz, den er früher öfter zeigte, kann man in dieser Hinsicht doch erwarten.

    PS: Thabo für JR? Wie stehen dafür die Chancen? Wohl leider nicht so dolle. Bei Neal könnte es natürlich sein, dass die Bucks den so dringend shoppen wollen, aber für den würden sie vielleicht doch bessere Angebote kriegen. Und ein weiterer PG würde Toures Minuten vollends den Kopf abschlagen. Wenn dann, müssten wir auch Rayray auf die Straße setzen. So, jetzt kann man wieder beim Anfang des Posts weiterlesen.



  2. Lence Laroo sagt:

    Derek, Neal gilt nicht als PG, sondern wäre ein weiterer 2er, allerdings nur ein Spotup-Shooter ohne eigene Wurfkreationen. Defensiv kann ich nix zu ihm sagen.

    Thabo für JR? Warum nicht, wenn Oklahoma überzeugt davon ist JR gerade biegen zu können, denn sie brauchen dringend einen richtigen 6th man, der die Harden / Kevin Martin Produktion übernehmen kann. Reggie Jackson und Lamb sind da (noch) nicht im Stande zu. Dazu kriegen die Thunder im Zweifelsfall noch nen Kenyon Martin (wir lassen dann Tyler ran) und fertisch. … reines Wunschdenken, aber ich hoffe genau wie Robert. Und ich hoffe dass die Draftpicks unangetastet bleiben!!!

    Robs Annahme, dass JRs Zitate mit seiner 2. DNP-CD zu tun haben könnten, hatte ich auch schon im Kopf. Wenn man JRs Äußerungen so liest, bekommt definitv den Eindruck, dass er NICHTS verstanden hat und alle einfach mal mehr relaxen sollen.



  3. Sheed sagt:

    Pro Trade JR + Ray!



  4. Derek Harper sagt:

    @Lence: Oh, ok. Hatte den immer als 1er auf der Rechnung. Bedarf ist ja trotzdem nicht unbedingt da für uns. Thabo wäre natürlich Sahne. JR+Ray für Sefolosha? Denke aber nicht, dass das FO Felton traden will.



  5. Lence Laroo sagt:

    Soviel zur Hoffnung:

    „J.R.’s wearing a Knick uniform. He’s here. We’re all in J.R.’s corner. That’s never going to change,“ Woodson said. „I’ve been one of his biggest supporters and that will never change. But again, it’s all about team. It’s not about Mike Woodson, it’s not about J.R. It’s about us doing the right things on and off the floor.“

    He added: „I’m not kicking J.R. to the curb. J.R. is a big part of what we’ve done here and he will remain a big part. But he’s just got to make sure that he’s on the same page with the head coach in terms of what I’m expecting from him and what I want him to do in terms of his play and what he’s doing on and off the court to help us win basketball games.“

    Das übliche Woody Talk: … but again … bla bla bla …big part of what we’ve done last year … bla bla bla … on our ballclub … bla bla bla … help us win Basketball games … bla blub.

    Da fallen mir irgendwie spontan die Jingles vom Radiosender Fritz ein, diesen hier könnte man Endlosschleife „Woodytexte“ nennen!
    Wer nicht weiß was ich meine: http://www.fritz.de/media/jingles/neue_jingles.page.2.html
    edit: Wer sich alle reinzieht kriegt Bauchschmerzen 😉



  6. Lence Laroo sagt:

    @ Derek – JR+Ray? Vielleicht eher Udrih, denn der is noch langsamer (obwohl ich ihn sehr schätze)
    aber athletische D auf der 5 brauchen die auch (Thabeet is ja wohl …) deshalb dachte ich an Kenyon.
    Aber Sam Presti is glaube zu schlau, um uns JR abzunehmen 😀



  7. Knickson sagt:

    Ihr habt wirklich die Hoffnung, dass OKC Thabo für nichts abgibt? Den Thabo, den sie als X-Faktor für eine mögliche championship sehen? Den Thabo, den sie immer auf den besten gegnerischen Spieler ansetzen? Den Thabo, der jetzt auch noch offensiv potent wird? Dream on….

    Ansonsten bin ich zu 100% bei Robert. Ich stelle die Frage nochmals: Hast du den letzten Artikel verfasst, Robert?



  8. Robert sagt:

    Ich verfasse eigentlich alle Artikel hier.

    Und zum Thema Thabo. Natürlich ist er ein wichtigerer Spieler für OKC als es J.R. wäre. Auch ich denke nicht, dass es zu solch einem Trade kommt. Allerdings muss man bedenken, dass Thabo in seinem letzten Jahr eines $3.9 Mio. Vertrags ist und OKC ohnehin über dem Cap ist. Ihn weiter zu halten würde bedeuten, dass Clay Bennett mehr Kohle abgeben muss, was er nicht mag.

    Sefalosha + Thabeet für J.R. würde Cap-technisch passen und lässt OKC nicht mit leeren Händen dastehen nach der Saison. Aber erneut, dies ist nur die finanzielle Seite. Sportlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Smith zu den Thunder passt.

    Zum Thema Gary Neal. Nach der Eskalation im Locker Room mit Sanders wird Neal gehen müssen. Neal <> J.R. straight-up passt nicht. Es müssten somit andere Spieler ins Paket, wie etwa Delfino, Ridnour oder Udoh, die alle keine guten Verträge besitzen, bzw. auslaufen.



  9. Sheed sagt:

    Wenn ich die geposteten Zitate von Lence Laroo lese… JR wird uns wohl noch eine ganze Weile verfolgen. 🙁



  10. Derek Harper sagt:

    LMAO!!! Sam Spiegelman hat auf tkb tatsächlich Ray zum Spieler der Woche auserkoren. Ray-mond Fel-ton. Seriously!
    Der Felton, der letzte Woche gegen Norris Cole (12, 5/9), Goran Dragic (28, 8 Rebs), Barbosa (21) und Kemba Walker (25, 9/15)) „verteidigt“ hat.
    Nicht Melo (NBA-EC-POTW), nicht STAT, sondern „El Matador“, Mr. Switch himself, Ray-mond Fel-ton.
    WTF ist aus tkb geworden? Kann man echt nicht mehr lesen.
    Robert, schön, dass es dich gibt!



  11. razah sagt:

    „WTF ist aus tkb geworden? Kann man echt nicht mehr lesen.
    Robert, schön, dass es dich gibt!“

    ### tkb war früher echt ne Instanz, aber mittlerweile fast nicht mehr den täglichen Klick wert.



  12. Lence Laroo sagt:

    Wow schöne Klatsche gestern, ich habs mir ja ein wenig enger erhofft … dazu die ätzenden Jubelarien von Lance Stephenson und fertig is die schlechte Laune.

    Jetzt haben wir schon wieder 2 der schönen 5 Siege zu Nichte gemacht, wenn wir die nächsten 2 nicht gewinnen, dann stehen wir wieder am Anfang und nix mit turnaround 🙁

    GO Knicks, Clippers ohne Paul müssen besiegt werden!



  13. Andreas sagt:

    Ich hatte zwei Eindrücke die mich verfolgen… erstens war Melo sauer. Und zweitens wirkt TC wie ein Fremdkörper. Ist es ein Zufall das die Spiele mit ihm anders verloren gehen als ohne ihn? Klatschen gabs immer nur mit Chandler on court. Sieht das außer mir noch jemand…??



  14. Lence Laroo sagt:

    Ich glaube aber, dass der Spieler der Woche auf TKB nicht unbedingt was mit deren Leistungen zu tun haben oder? Ansonsten habt ihr recht und ich bin auch nicht mehr so oft da unterwegs.
    Die Fans dort sind wie NYer Presse, einfach viel zu viel und bei jedem bißchen Trades und Köpfe fordern … ausserdem lässt der Umgangston teilweise echt zu wünschen übrig.



  15. Lence Laroo sagt:

    Ich nich Andreas 🙂 … TC hatte diese Saison einfach noch keine Kontinuität dank Verletzungen / Krankheit. Defense ist unser Hauptproblem und das ist ohne TC einfach noch viiieeel größer.



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