The Name is Ewing

Patrick Ewing

Der Name steht für Historie, für Erfolge und für tragische Niederlagen – er steht für Willen, Kampf aber auch für einen der größten Fehler der Vereinshistorie. Kaum ein anderer Name ist mit der Franchise New York Knickerbockers so eng verflochten wie Patrick Ewing.
Der letzte große Star des Big Apple, ein Synonym für die toughe, kompromisslose Dekade der Knicks – ein Sinnbild für die Dekade der Schmach.

Nicht wenige Knicks Fans wünschten sich in den letzten knapp 10 Jahren Patrick Ewing zurück. Ja, er war nicht der Beliebteste, war damals die große Hoffnung auf eine siegreiche Zukunft in NY und wurde für jede große Niederlage – wie es nun mal so üblich ist – zur Verantwortung gezogen.

Unzählige Male kreuzte er die Klingen mit den Chicago Bulls, jedes Mal unterlag er. 1994 brachte er die Knicks in die NBA Finals … und verlor in 7 Spielen. Dieses kurze Zeitfenster der Chance schloss sich jäh, als Michael Jordan 1995 zurück auf die NBA Bühne kam. Die Knicks um Ihren All Star Ewing sahen diesem übermächtigen Gegner erneut in die Augen und unterlagen.
In dieser Zeit vollzog sich ein Umbruch in der Franchise. Das Management wechselte und man hatte nach langen Jahren endlich wieder Cap Space zur Verfügung. Mit dem Geld und einem Nachfolger des aus der Stadt getriebenen Pat Riley, wollten die Knicks ein Super Team bauen, in welchem Ewing zwar noch der Center, aber aufgrund seines fortschreitenden Alters nicht mehr die Nummer 1 war.

1999 kam der überraschende Erfolg – als achtplatzierter schaffte man es in die Finals. Doch schon dort musste Ewing auf halber Strecke zuschauen und aufgrund einer Verletzung auf der Bank Platz nehmen. Die Tatsache, in den Finals zu stehen beflügelte das Management auf eine falsche Art und Weise – man wollte sich den Erfolg mit aller Macht erkaufen.
Anstatt an Ewing festzuhalten, gab man diesen in einem 3-Team Trade ab und startete die schlimmste Dekade des Clubs. Einige sehen darin die Heraufbeschwörung eines Fluchs, andere hingegen urteilen diese 10 Jahre als komplettes Missmanagement ab.

Fakt ist, dass eine der größten Identifikationsfiguren New Yorks damals abgegeben wurde und der Verein selbst nach Patricks Ruhestand niemals die Hand ausstreckte. Dennoch hört man nie böse Worte vom sanften Riesen, der momentan als Assistant Coach in Orlando tätig ist.
Nach 10 Jahren gibt es aber erneut einen Ewing, der das Trikot der New York Knicks trägt – der Sohn Patrick Ewing Jr.

Ewing Jr. ging wie sein alter Herr auf die University of Georgetown. Zwar nicht mit der selben Gabe oder körperlichen Größe ausgestattet, zeichnet Patrick sich durch ein großes Herz und hohe Athletik aus. Bereits 2008 spielte Ewing Jr. in der Summer League und Pre Season für die Knicks, wurde dann jedoch kurz vor der Saison released.
Die Hoffnungen der Fans, den mittlerweile zum geheimen Publikumsliebling erkorenen Ewing Jr. im MSG zu bewundern wurden mit einer schweren Verletzung noch mehr erstickt. Lange hört man nichts von ihm. Nun, zwei Jahre später ist der kleine Patrick erneut im Summer League Team der Knicks … und spielte hervorragend.
In einem Interview mit dem MSG Network verriet sein Vater, PE Jr. habe sich in Orlando und mit der jamaikanischen Nationalmannschaft wieder fit gespielt. Seine Statistiken sowohl für die Magic als auch für die Knicks können sich sehen lassen. Er punktete zweistellig für Orlando und zeigte auch bei den Knicks in Las Vegas sehr facettenreiches Spiel. Vielmehr aber ist Ewing Jr. ein Energizer, der seine Kollegen mitzieht und als Locker Room Guy fungiert.

Die New York Knicks haben Ihr Kontingent von 15 Spielern noch nicht erschöpft. Vor zwei Jahren machte man den Fehler, Ihn anstatt Shooter Anthony Roberson zu kicken. Aus diesem Fehler sollte der Coaching Staff der Knicks gelernt haben. Mikes Bruder Dan D’Antoni war diesmal der Coach des Summer League Teams, ihm wird die Team Chemie um Douglas, Walker und Ewing gefallen haben.

Zudem hätte es einen symbolischen Effekt. Nach diesen 10 Jahren nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen charakterlichen Umschwung zu vollziehen und eine Brücke zur alten Zeit zu schlagen wäre das richtige Signal. Denn schließlich verbindet man mit dem Namen Ewing auch etwas, dass in den letzten Jahren fehlte – Erfolg!

Juli 21st, 2010

2 Responses to “The Name is Ewing”

  1. razah sagt:

    Ja, die Symbolik würde mir gefallen. Ich habe jetzt zwar noch nicht soviel von Pat junior gesehen, aber die Kritiken waren ja wirklich gut. Was ich auch noch immer hoffe,dass man Pat Senior wieder ins Boot holt, aber ich glaube momentan gibt es wohl kein adäquaten Posten für ihn.



  2. Jan Schaknowski sagt:

    Ich würde Pat Ewing Jr. auch gerne im Roster sehen, auch wenn warscheinlich nicht viele Minuten für ihn da sein werden. Aber er hat sich das erarbeitet und verdient, und wie Robert schon gesagt hat, man verbindet ja etwas mit dem Namen, auch wenns vielleicht nur so ausm Bauch raus iss…

    Mit den jungen Centertalenten an Bord würde ich auch Pat Ewing senior gerne wieder in NY sehen, aber da hat Mike glaub ich sehr früh (ich glaub noch in der letzten Saison) schon klar gemacht das der Coaching Staff so bleiben wird. Ich weiss nicht ob er selbst als Ass Coach zu dieser Saison zurückgekommen wäre, immerhin hat er ja mit Orlando auch eine reizvolle Aufgabe vor sich, und das Team dort iss ja nun auch nich so schlecht…



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