Was die Knicks aus den 2011 Playoffs lernen können

Blueprint

Wir befinden uns zwar erst am Beginn der Conference Finals, doch bereits jetzt kann man resümieren, dass 2011 einer der besten Playoff Jahrgänge aller Zeiten ist. Bis auf die Celtics-Knicks Serie waren alle Matchups bis zum Schluss spannend und umkämpft.
Gerade für New York, was in diesem Jahr das Comeback in die Post Season gefeiert hat, ist es also interessant, einen genauen Blick auf die Mannschaften und deren Taktiken zu werfen – sprich, was können die Knicks als Blueprint für den Erfolg im kommenden Jahr übernehmen?

Atlanta Hawks

Eine starke Starting Five. Die Hawks waren Overachiever in den diesjährigen Playoffs und lieferten den Bulls einen Kampf. Grund für die 6 Spiele Serie war die kompakte, starke Starting Five um Joe Johnson, der wiederholt als Shot Maker und Shot Taker agierte. Gerade die Auswärtssiege in Spiel 1 beider Serien zeigen, dass Atlanta konzentriert und mit Energie zur Sache ging und hierdurch ruhig und eiskalt die Würfe versenkte.

Zur starken Starting Five kam auch eine solide Big Men Lineup hinzu. Collins und Pachulia sind nicht gerade All Stars, brachten jedoch einen soliden Job aufs Parkett und waren präsent in der Zone. Dieser Fakt muss auf dem Radar Donnie Walsh’s für die kommende Saison stehen.

Boston Celtics

Wo fangen wir an? Eine sehr gute Team Defense mit viel Kommunikation und grandioser Help Side, ein Point Guard der seine Mitspieler und Scorer in Szene setzt wenn es angebracht ist, und ein Coaching Gespann, dass sich die Aufgaben teilt. Mit etwas Glück hätte Boston sich in ein Spiel 7 gegen Miami retten können.
Die Celtics sind ein fester Kern, der auch nach Niederlagen zusammenbleibt – Doc Rivers‘ Extension ist da nur ein Beispiel. Die Knicks können von dieser Kontinuität lernen.

Chicago Bulls

Die Bulls konnten sich von Serie zu Serie steigern und mit Hilfe der besten Defense der Liga auch kleinere Schwächephasen in der Offense überstehen. Chicago begründet allen Erfolg auf der Defense, dem Engagement und Ihrem MVP Derrick Rose.
Im Gegensatz zu den Heat ist Chicago eine Mannschaft im herkömmlichen Stil. Ein Star, ein halber und viele gute Spieler drum herum. Hinzu kommt die wahre Stärke der Mannschaft – die Tiefe. Zuletzt gegen Miami in Spiel 1 der EC Finals waren es Taj Gibson, Omer Asik und Ronny Brewer, die die Two and a half Stars erlegten und Hoffnung machen, dass der Juggernaut aus Florida bald in den Urlaub geht.

Und warum haben Spieler wie Asik solch ein Selbstvertrauen und gute Produktion? Weil sie ihre Kraft und Energie in der Defense aufbauen und die Spannung hierdurch immer konstant hoch bleibt.

Denver Nuggets

Die Nuggets spielten in Ihrer Serie gegen OKC oftmals den einfachen Basketball, der dann zum Erfolg führte. Early Offense, eine tiefe Mannschaft (thanks to Jim Dolan) und ein gutes Inside-Outside-Game bereitete Team Durant mehr als ein mal Kopfschmerzen.
Dies sind alles Attribute, die Mike D’Antoni ebenfalls einbringen wird und nicht über Bord geworfen werden dürfen.

Dallas Mavericks

Eine eingespielte Mannschaft, ein schnelles Passspiel, ein Hyperstar (hey Dirk) und ein Fels in der Mitte. Alle reden kontinuierlich über die Härte, die Tyson Chandler mit nach Dallas gebracht hat und es ist Fakt, dass mit ihm die Mavs weit effektiver spielen.
Kein Wunder also, dass sich die Knicks wünschen würden, ihn in der kommenden Saison verpflichten zu können.

Indiana Pacers

Die Pacers hatten als schlechteres Team (im Vergleich zu NY) gegen einen stärkeren Gegner mehr Erfolg. Na ganz so einfach ist’s nicht – Boston wirke in Runde 1 viel gesünder und vitaler während die Bulls sich von Spiel zu Spiel steigerten. Dennoch machten die Pacers es den Bulls weit schwerer als die Knicks es mit den Celtics taten.
Die Pacers haben zwar keine zwei Stars, aber dafür einen sehr tiefen Kader und viele junge, vielseitige Spieler. Allein für Roy Hibbert würde ich Toney Douglas und einen Pick springen lassen. Indiana agierte als Team und hustlete in jedem einzelnen Spiel.

So etwas sahen wir von den Knicks nur für zwei Spiele.

Los Angeles Lakers

Wenn mich etwas an den Lakers 2011 überzeugt hat, dann deren Center und 6th Man. Sollte man Lamar Odom und Derek Fisher via Trade bekommen können – I am all-in. Odom ist immer noch einer der besten Spieler der Liga, die nicht auf einem Poster zu finden sind.
Der gesunde Andrew Bynum zeigte auch, wie gefährlich ein Scoring Big Man sein kann und vor allem, welche Freiräume er für die Shooter erarbeitet.

Memphis Grizzlies

Die zweiten Overachiever in den diesjährigen Playoffs. Memphis spielte weit über der eigenen Leistung, war jedoch zurecht knapp am Erreichen der WC Finals. Die Grizzlies entpuppten sich als eines der besten Defense Teams der Liga – dies jedoch recht unkonventionell durch Steals und Deny Defense. Die Vorreiter waren hier Tony Allen und Shane Battier.
Mit solchen 1a Verteidigern und einem Big Men Gespann aus Marc Gasol und Z-Bo war Mamphis eine Augenweide und sympathischer Underdog. Die Mannschaft ist für die kommenden Jahre gut aufgestellt und sollte nur wenige Spieler aus dem Kader verlieren.
Auch in Tennessee setzt man auf Kontinuität.

Miami HEAT

Bei aller Antipathie die man hegen kann, man muss vor den HEAT den Hut ziehen. Sie zeigen in diesem Jahr tatsächlich, dass es Ihnen nur aufs gewinnen ankommt und nichts anderem. Wade & James zerstörten die Celtics in Runde 2 und bewiesen, dass Ihr Konzept über kurz oder lang Erfolg haben wird.

Dieses Konzept begründet sich jedoch nicht nur auf „Schönspielerei“, sondern einer knallharten Defense und das ausnutzen der Mismatches. Miami zeigt, wie man zwei Stars zusammenbringt ohne deren Spiel zu polarisieren. Etwas, was Melo + Mar’e lernen müssen. Ist dies jedoch erstmal drin, beweist das Spiel der HEAT, dass die Chancen auf Erfolg mit mehr als einem Megastar weit höher liegen.

New Orleans Hornets

In einem Wort: Teambasketball!

Die Hornets waren kein leichter Gegner für L.A. – vor allem durch Superstar Chris Paul. Paul steuerte seine Mannschaft von der PG Position aus und initiierte die Offense mit tödlicher Präzision. In dieser Serie verstand ich nun, warum alle CP3 haben wollen und mittlerweile gehöre ich auch zu diesem Kreis.
Aber auch mit dem jetzigen Kader ist es möglich, diesen Teambasketball umzusetzen und im D’Antoni System die Freiräume in der Offense zu nutzen.

Orlando Magic

In einem Wort: Nichts!

Außer, dass man keinen Trade eingeht, der Namen wie Hedo Turkoglu und Gilbert Arenas beinhaltet. Die Magic sind die Nuggets und Cavaliers aus den letzten beiden Jahren und obwohl Dwight Howard ein sehr loyaler Spieler ist, werden die Gerüchte um seinen Verbleib exponentiell nach oben gehen.
Die Situation um die Magic bleibt spannend im Sommer 2011.

Oklahoma City Thunder

Ein starker 1-2-Punch, eine massive Interior Defense und ein homogener Kader. GM Sam Presti hat dieses Team über die Jahre behutsam aufgebaut und Faktoren wie beispielsweise den Charakter in den Vordergrund gestellt. Ein Michael Beasley wird beispielsweise nie für die Zombies spielen.
Der Mid Season Trade für Perkins hat die Mannschaft auf einen weiteren Level gehievt. Die NBA Finals sind zum greifen nahe – nicht schlecht für eines der jüngsten Teams der Liga. Und ach ja … Geduld ist auch wichtig, see James Harden. Also alle die nervös werden, weil Landry Fields ein wenig abgebaut hat – just Chill!

Philadelphia 76ers

Man hätte lernen können, nicht Jordan Hill sondern Jrue Holiday zu draften … aber auf mich hört Donnie ja nicht. Ob die Magie des Doug Collins auch in der kommenden Saison noch da sein wird bleibt abzuwarten, er schaffte es jedoch, aus einer Mannschaft ohne Stars alles herauszuholen, was drin ist.
Spieler wie Holiday, Turner und Young sind gewachsen in diesen 5 Spielen gegen Miami. Ein umschätzbares Gut für die kommende Saison.

Portland Trailblazers

Portland war in der Lage, die Serie gegen Dallas durch starke Heimspiele wieder spannend zu machen – etwas was den Knicks nicht gelang. Die Mannschaft ist so strukturiert, dass auch massivste Verletzungssorgen kompensiert werden konnten. New York? Not so much. Portland ist der Blueprint für den Aufbau eines starken, tiefen Kaders mit guter Aussicht auf die Zukunft. Die Blazers draften gut und können somit immer wieder unglaubliche Trade wie den von Gerald Wallace realisieren.
Mit dieser Mannschaft ist auch in den kommenden Jahren zu rechnen.

San Antonio Spurs

Die Spurs waren das beste Team der Western Conference, fielen jedoch den – vor Selbstvertrauen strotzenden – Grizzlies zum Opfer. Trotz dieses Upsets wird man in San Antonio die Ruhe bewahren und auch in diesem Jahr punktuell die Nöte adressieren.
Die Spurs draften gut und finden stets einen Veteranen, der für schmales Geld anheuert. Dieses Umfeld muss in New York geschaffen werden um künftig erfolgreich zu agieren.

Nach all diesen Punkten hat man nun den Eindruck, dass die Knicks beinahe alles besser machen müssen – nun das ist ein Trugschluss. Punktuelle Verbesserungen an einigen Stellen (Kader, Spielweise) und ein umdenken in anderen Bereichen (Defense, Draft, Free Agency) können bereits Wunder bewirken.
Die Knicks – und das ist die gute Nachricht – sind gar nicht so weit von der Klasse der verbleibenden Mannschaften entfernt. Und die zweite gute Nachricht ist, dass man mit Walsh auch den richtigen Mann für diese Veränderungen hat.

Mai 17th, 2011

3 Responses to “Was die Knicks aus den 2011 Playoffs lernen können”

  1. razah sagt:

    Hey Rob bin gerade mal auf dem Sprung hier vorbei und ich finde ja das Pic zu Deinem Artikel so fresh, wollte ich nur schnell mal schreiben, später mehr von mir, keine Angst wir sind alle noch da, aber wohl noch ein wenig in Erholungsphase von der Achterbahnsaison:-)



  2. Grandma sagt:

    Hey Hey! Die Saison war trotz dem frühen Playoff aus, die beste seit dem Finalsrun 1999. Wir haben 2 Stars, wir hatten eine der geilsten Spieler-intros aller Zeiten (Melo is back) und die Mannschaft lebt wieder.
    Die jetzige Mannschaft ist nicht das gelbe vom Ei, aber…..der Stolz und der Adrenalin bei engen Spielen ist zurück. Wir werden sehen, inwieweit die NY Diven bereit sind sich Kritik zu öffnen.

    Wenn ja,….in 3 Jahren grüßen die Finals
    Wenn nein,…back im Mittelmaß

    Grüße



  3. Jan Schaknowski sagt:

    Hey Rob, endlich mal wieder son super Artikel von dir! Iss n interessanter Ansatz die Teams zu betrachten und zu überlegen was NY sich davon abkupfern könnte. Mit 99% deiner Aussagen gehe ich wiedermal konform, das andere Prozent iss zu vernachlässigen.

    Ich glaube sogar das man für Roy Hibbert mehr hergeben müsste als Toney und n Pick, der iss n Rohdiamant!!! Sollte der zu haben sein – zuschlagen!!!

    Zu Miami – auch da haste recht – auch wenn ich sie nicht mag, vor der sportlichen Leistung hab ich großen Respekt.

    Bin übrigens für ein Finale Dallas Miami, und Dirk schafft die „Revanche“ und wird Meister!



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